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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
27 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Leben unter dem Hakenkreuz,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das siebte Kreuz. Ein Roman aus Hitlerdeutschland. (Taschenbuch)
Im Jahr 1939 entstand Anna Seghers' Roman "Das siebte Kreuz", der zu einem der wenigen Bucherfolge exilierter Künstler im späteren Nachkriegsdeutschland werden sollte. Das allein stellt Seghers in eine Linie von Emigranten wie Brecht oder Thomas Mann, die ebenfalls, genau wie Carl Zuckmayer, die Kulturszene der Nachkriegsjahre prägten.Die Handlung: Sieben Häftlingen gelingt die Flucht aus einem KZ, unterdessen werden auf dem Appellplatz des Lagers Kreuze aufgebracht, an denen alle Flüchtigen hängen sollen. Nach und nach erliegen alle der unnachgiebigen Verfolgung, so dass sie - zumindest symbolisch - am Kreuz hängen. Nur dem Protagonisten, Georg Heisler, gelingt die Flucht nach Holland. - Das siebte Kreuz bleibt leer. Es ist die Hoffnung, die solchermaßen zum Ausdruck kommt. Seghers zeichnet in ihrem Roman ein ausgesprochen vielschichtiges Portrait der Lebenswirklichkeit im Dritten Reich. Ihre Charaktere sind keine weißen oder schwarzen Schablonen, sondern liefern ein äußert realiteres Bild der gesellschaftlichen Lebenswelt während des Dritten Reichs. Gerade in diesen ungemein vielschichtigen Charakterskizzen, die in eine ebenso ausdrucksstarke Naturkulisse gebettet sind, besteht die enorme Leistung der Autorin. Fazit: Sprachlich kunstvoll und auf hohem Niveau füllt Seghers souverän die Seiten ihres Romans, der sich rühmen darf, einer der wichtigsten deutschen Romane über Nationalsozialismus zu sein. Aufgrund der menschlichen Vielschichtigkeit ist er ohne Zweifel ein zeitloses Meisterwerk. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Meisterwerk über die Gesellschaft im Dritten Reich,
Von Peter Böhler (Krefeld) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das siebte Kreuz. Ein Roman aus Hitlerdeutschland. (Taschenbuch)
Deutschland zwischen Machtergreifung und Kriegsausbruch. Die Nazis haben es bereits geschafft, die Gesellschaft ihren Vorstellungen gemäß umzukrempeln: die demokratische Opposition ist ausgeschaltet, die Instrumente der Macht befinden sich in ihren Händen, die öffentliche Ordnung gehorcht ihren Spielregeln.Innerhalb dieses geschichtlichen Rahmens entwickelt Anna Seghers ihren Roman "Das siebte Kreuz". Aus dem KZ Westhofen fliehen sieben Häftlinge, unter ihnen Georg Heisler, dessen einziges Vergehen es ist, (politische) Überzeugungen zu tragen, die in der neuen Ordnung nicht geteilt werden dürfen. Durch die Flucht tauschen die Häftlinge den sicheren Tod durch allmähliches Zugrunde-gerichtet-werden gegen ein Fünkchen Hoffnung, durch ein letztes Aufbäumen ihres Überlebenstriebes dem schier Unabwendbaren doch noch zu entrinnen. Erschüttert verfolgt der Leser mit, in welche Gesellschaft die Flüchtlinge hinein fliehen. Dabei konzentriert sich die Handlung vornehmlich auf jene Geschehnisse, die mit Georg Heisler in Verbindung stehen, da er der einzige sein wird, der am Ende in den Hafen der Sicherheit einlaufen wird. Dass Georg nur durch fremde Hilfe überleben kann, und er somit Kontakt zu Menschen suchen muss, die über die Mittel und die Absicht verfügen, ihm zu helfen, ist Georg klar. Unklarer ist, wen er als verlässlich einstufen kann. Menschen, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hat, müssen plötzlich aus dem Stegreif entscheiden, ob ihnen ihre persönliche Sicherheit wichtiger ist, als das Wagnis, einer einstigen, möglicherweise flüchtigen Bekanntschaft Hilfe zu leisten. Es ist vor allem die im Roman immer wiederkehrende Frage, wem man trauen kann, wenn es einmal wirklich hart auf hart kommt, die das zentrale Anliegen des Romans dem Leser schonungslos vor Augen führt: Aufzuzeigen, wie der damalige totalitäre Machtapparat natürliche menschliche Verhaltensweisen und Bindungen (z.B. Ehe, Familie) ausgehebelt hat und Unbehelligtheit nur noch denen bietet, die sich den Ansichten einer bestimmten herrschenden Klasse unterwirft. Meisterlich konstruiert Anna Seghers eine Handlung, die den Leser von der ersten Seite an in den Bann zieht, und die durch faszinierende Wirklichkeitsnähe besticht. Bekanntlich schreiben Autoren dann besonders gut, wenn sie über einen Gegenstand berichten, der ihnen auch persönlich nahe steht. Die Autorin, die vor den Nazis nach Frankreich und von dort aus nach Nordamerika geflohen ist, bestätigt diese Regel eindrucksvoll. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Studie über das dritte Reich,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das siebte Kreuz. (Broschiert)
Georg Heisler rennt. Er rennt um sein Leben, denn er ist KZ-Häftling in Westhofen und soeben auf der Flucht zusammen mit sechs anderen Häftlingen. Der Kommandant des KZ kann das nicht auf sich beruhen lassen und will mit allen Mitteln die Entflohenen wieder einfangen. Dazu sind ihm alle Mittel recht. Als Zeichen dafür, daß der Ausbruch sich nicht lohnt, läßt er auf dem Hof sieben Kreuze aufstellen, an denen alle Flüchtlinge gefoltert werden sollen. Sechs Kreuze erfüllen ihre Bestimmung, das siebte Kreuz bleibt allerdings leer. Anna Seghers schrieb dieses Buch 1942 im Exil in Mexiko. Sie zeigt ein glaubhaftes Bild des dunklebraunen Deutschlands. Die Einwohner, die zwischen Angst, Gehorsam und Zivilcourage stehen. Das Werk ist nicht gerade als leichte Lektüre zu verstehen, denn Seghers spinnt ein atmosphärisch dichtes Netz um den Flüchtenden, das einen in seine Gemütslage versetzt. Aber nichtsdestotrotz ist das Buch unbedingt empfehlenswert, denn selten wird die Lage eines Verfolgten so sehr mit dem Leben der Normalbevölkerung verknüpft. Dabei wird nicht ein Pauschalurteil über die Menschen gefällt, sondern es werden auch die Hintergründe der Taten behandelt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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