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Das siebte Kreuz [Taschenbuch]

Anna Seghers , Sonja Hilzinger
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (41 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. Dezember 1993
Dieser Roman, der zuerst 1942 in englischer Sprache, kurz darauf im mexikanischen Exilverlag El Libro Libre in deutscher Sprache erschien, machte die Autorin weltberühmt. Er wurde zu einem Bestseller. Der Stoff wurde 1942 in einer Comic-Fassung und in der Verfilmung des österreichischen Emigranten Fred Zinnemann 1944 in den USA populär, noch bevor der Roman seine Leser in Deutschland erreichte. Von allen Werken der Seghers ist er unumstritten das bekannteste. Er wendet ein populäres, in der trivialen Unterhaltungskunst gern benutztes Erzählmuster an: eine Fluchtgeschichte. Sieben Gefangene sind aus dem KZ Westhofen entflohen. Sie haben die längst und eindeutig gegen sie entschiedene Machtfrage neu gestellt. Mit ihrer Flucht unterlaufen sie ihre Ohnmacht und nehmen für ihre Selbstbehauptung äußerste Bewährungsproben ihrer physischen und psychischen Kräfte auf sich. Aber nur einem von ihnen gelingt die Flucht. Sie habe mit dieser Fluchtgeschichte, sagte Anna Seghers, die Struktur des ganzen Volkes aufrollen wollen. Aus der Perspektive des sozialen Romans schafft sie die bedeutendste analytische Darstellung der nationalsozialistisch formierten Gesellschaft. Der Roman zerlegt die Motive der funktionierenden Mitmacher, der kalkulierenden Karrieristen, der eingeschüchterten früheren Oppositionellen, der Funktionsträger des Regimes und derjenigen, die dem Flüchtling helfen. Das Nachwort zur Entstehung und zur Rezeption macht deutlich, inwiefern Anna Seghers versuchte, einem Weltzustand, den sie keineswegs beschönigt, so etwas wie eine Hoffnung abzutrotzen, und wie das Gelingen des Romans damit zu tun hat, daß die Suggestion der Hoffnung ständig ihre Widerlegung mit sich führt.

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Das siebte Kreuz + Transit: Roman + Der Ausflug der toten Mädchen: und andere Erzählungen
Preis für alle drei: EUR 24,48

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Aufbau; Auflage: 35 (1. Dezember 1993)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746651514
  • ISBN-13: 978-3746651514
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,6 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (41 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 18.856 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Es ist das einzige epische Werk der gesamten deutschen Exilliteratur, in dem nicht nur mit gerechtem Zorn Partei genommen wird, sondern - aus der Ferne - ein menschlich glaubhaftes Bild des verfinsterten Deutschland gelungen ist." (Carl Zuckmayer)

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Das siebte Kreuz
OA 1942 Form Roman Epoche Moderne/Exilliteratur
Mit dem Roman Das siebte Kreuz , der den Untertitel Roman aus Hitlerdeutschland trägt, legte Seghers die Lebensverhältnisse unter dem Nationalsozialismus und dessen ideologische Wurzeln bloß. Als Ursache des Zerfalls der deutschen Kulturnation sah sie die ungehemmte, vom Faschismus gesteuerte Freisetzung des menschlichen Urtriebs, die Durchsetzung persönlicher Interessen über das Wohl und die Rechte der Mitmenschen zu stellen. Der inhumanen, auf Verrat und Unterdrückung beruhenden Gegenwart hält Seghers die ermutigende Kernaussage ihres Romans entgegen, dass der ungebrochene Widerstand weniger dauerhaft die Aussicht auf den Anbruch einer friedvollen, gerechten Zukunft zu sichern vermag.
Inhalt: Im Zentrum des 1937 spielenden Romans steht die Flucht von sieben Häftlingen aus einem deutschen Konzentrationslager. Sechs der Häftlinge werden im Lauf der sieben Tage umspannenden Handlung zu Tode gejagt oder gefangen. Im Lager stellt der KZ-Kommandant die Opfer an eigens errichteten »Kreuzen« zur Schau. Nur die Hauptfigur Georg Heisler, der siebte Flüchtling, kann den Verfolgern entkommen. Die Flucht ins Ausland gelingt dank der Hilfe von Freunden, Familienmitgliedern und Zufallsbekanntschaften, deren Lebensumstände und Beweggründe – wie die der Häscher und Mitläufer des Regimes – in zahlreichen mit der Rahmenhandlung verwobenen Episoden mitgeteilt werden. Widerstand und Zivilcourage führen dazu, dass das siebte, für Heisler bestimmte Kreuz am Ende leer bleibt und zu einem Symbol der Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit wird.
Aufbau: Seghers’ Gestaltungsverfahren dient der kritischen Darstellung der nationalsozialistischen Gesellschaftsstruktur. Zugleich sollen die Möglichkeiten, Voraussetzungen und Ziele für eine geistig-politische Erneuerung Deutschlands ausgelotet werden. Als wichtiges Mittel verwendet die Autorin eine psychologisch exakte Kontrasttechnik bei der Figurengestaltung: Komplexe Beschreibungen der Täter und Mitläufer stehen vielschichtigen Charakterporträts der Verfolgten und Fluchthelfer gegenüber. Seghers verzichtet dabei auf ein eindimensionales Gut-Böse-Schema; jede Romanfigur wird in ihren individual-psychologischen, nicht durchgängig positiven oder negativen Merkmalen und Motiven gezeigt.
Die Erkenntnis, dass vom Überleben der Flüchtlinge alle Hoffnung auf eine humanere Zukunft abhängt, hebt Seghers mithilfe christlich-religiöser Symbole und Motive hervor. Besonders prägnant tritt dieses Erzählmittel im Leitmotiv der traditionell als heilig erachteten Zahl Sieben zutage: Nur der siebte Häftling Heisler überlebt die siebentägige, in sieben Romankapiteln berichtete Flucht; das letzte der titelgebenden »Sieben Kreuze« bleibt leer. Die spannende Fluchtgeschichte offenbart sich als Fort- bzw. Neuschreibung der Leidensgeschichte Christi; die Rettung seines weltlichen »Wiedergängers« Heisler symbolisiert die Sicherung der menschlichen Zivilisation.
Wirkung: Das siebte Kreuz gehört zu den international erfolgreichsten, früh in viele Sprachen übersetzten Bestsellern der Exilliteratur (Verfilmung: USA 1944; Regie: Fred Zinnemann). Nach 1945 trug der viel gelesene, in Ost und West kontrovers diskutierte Roman zur Aufklärung über den Nationalsozialismus und seine Ursachen bei. Das siebte Kreuz hatte auch weit reichenden Einfluss auf das literarische Programm des sozialistischen Realismus. T. S.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
35 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leben unter dem Hakenkreuz 7. September 2006
Von A. Wolf
Format:Taschenbuch
Im Jahr 1939 entstand Anna Seghers' Roman "Das siebte Kreuz", der zu einem der wenigen Bucherfolge exilierter Künstler im späteren Nachkriegsdeutschland werden sollte. Das allein stellt Seghers in eine Linie von Emigranten wie Brecht oder Thomas Mann, die ebenfalls, genau wie Carl Zuckmayer, die Kulturszene der Nachkriegsjahre prägten.

Die Handlung: Sieben Häftlingen gelingt die Flucht aus einem KZ, unterdessen werden auf dem Appellplatz des Lagers Kreuze aufgebracht, an denen alle Flüchtigen hängen sollen. Nach und nach erliegen alle der unnachgiebigen Verfolgung, so dass sie - zumindest symbolisch - am Kreuz hängen. Nur dem Protagonisten, Georg Heisler, gelingt die Flucht nach Holland. - Das siebte Kreuz bleibt leer. Es ist die Hoffnung, die solchermaßen zum Ausdruck kommt.

Seghers zeichnet in ihrem Roman ein ausgesprochen vielschichtiges Portrait der Lebenswirklichkeit im Dritten Reich. Ihre Charaktere sind keine weißen oder schwarzen Schablonen, sondern liefern ein äußert realiteres Bild der gesellschaftlichen Lebenswelt während des Dritten Reichs. Gerade in diesen ungemein vielschichtigen Charakterskizzen, die in eine ebenso ausdrucksstarke Naturkulisse gebettet sind, besteht die enorme Leistung der Autorin.

Fazit: Sprachlich kunstvoll und auf hohem Niveau füllt Seghers souverän die Seiten ihres Romans, der sich rühmen darf, einer der wichtigsten deutschen Romane über Nationalsozialismus zu sein. Aufgrund der menschlichen Vielschichtigkeit ist er ohne Zweifel ein zeitloses Meisterwerk.
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Deutschland zwischen Machtergreifung und Kriegsausbruch. Die Nazis haben es bereits geschafft, die Gesellschaft ihren Vorstellungen gemäß umzukrempeln: die demokratische Opposition ist ausgeschaltet, die Instrumente der Macht befinden sich in ihren Händen, die öffentliche Ordnung gehorcht ihren Spielregeln.

Innerhalb dieses geschichtlichen Rahmens entwickelt Anna Seghers ihren Roman "Das siebte Kreuz". Aus dem KZ Westhofen fliehen sieben Häftlinge, unter ihnen Georg Heisler, dessen einziges Vergehen es ist, (politische) Überzeugungen zu tragen, die in der neuen Ordnung nicht geteilt werden dürfen. Durch die Flucht tauschen die Häftlinge den sicheren Tod durch allmähliches Zugrunde-gerichtet-werden gegen ein Fünkchen Hoffnung, durch ein letztes Aufbäumen ihres Überlebenstriebes dem schier Unabwendbaren doch noch zu entrinnen.

Erschüttert verfolgt der Leser mit, in welche Gesellschaft die Flüchtlinge hinein fliehen. Dabei konzentriert sich die Handlung vornehmlich auf jene Geschehnisse, die mit Georg Heisler in Verbindung stehen, da er der einzige sein wird, der am Ende in den Hafen der Sicherheit einlaufen wird. Dass Georg nur durch fremde Hilfe überleben kann, und er somit Kontakt zu Menschen suchen muss, die über die Mittel und die Absicht verfügen, ihm zu helfen, ist Georg klar. Unklarer ist, wen er als verlässlich einstufen kann. Menschen, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hat, müssen plötzlich aus dem Stegreif entscheiden, ob ihnen ihre persönliche Sicherheit wichtiger ist, als das Wagnis, einer einstigen, möglicherweise flüchtigen Bekanntschaft Hilfe zu leisten.

Es ist vor allem die im Roman immer wiederkehrende Frage, wem man trauen kann, wenn es einmal wirklich hart auf hart kommt, die das zentrale Anliegen des Romans dem Leser schonungslos vor Augen führt: Aufzuzeigen, wie der damalige totalitäre Machtapparat natürliche menschliche Verhaltensweisen und Bindungen (z.B. Ehe, Familie) ausgehebelt hat und Unbehelligtheit nur noch denen bietet, die sich den Ansichten einer bestimmten herrschenden Klasse unterwirft.

Meisterlich konstruiert Anna Seghers eine Handlung, die den Leser von der ersten Seite an in den Bann zieht, und die durch faszinierende Wirklichkeitsnähe besticht. Bekanntlich schreiben Autoren dann besonders gut, wenn sie über einen Gegenstand berichten, der ihnen auch persönlich nahe steht. Die Autorin, die vor den Nazis nach Frankreich und von dort aus nach Nordamerika geflohen ist, bestätigt diese Regel eindrucksvoll.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gutes Thema, etwas langatmig 19. Dezember 2010
Von Anke Przybilla VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Angesiedelt ist der Roman im Jahre 1937, also im Hitlerdeutschland vor Ausbruch es 2. Weltkrieges. Sieben Gefangene fliehen aus einem KZ und versuchen sich in die Freiheit durchzuschlagen. Gelingen tut es aber nur Georg Heisler, der somit dem sicheren Tod entgeht.

Beschrieben wird seine Odysee in die Heimat und weiter. Zentrales Thema ist, an wen kann er sich wenden, wer hilft ihm weiter und wem darf er nicht trauen. Er kann sich nie sicher sein und doch gelingt es ihm am Ende, die richtigen Menschen um Hilfe zu bitten.

Die Geschichte wird von zahlreichen Personen bevölkert, die die unterschiedlichsten Haltungen annehmen: Mitläufer, überzeugte Nazis, Antifaschisten im Geiste. Auch einige unentschlossene sind dabei. Die Frage nach Zivilcourage stellt sich jedem Einzelnen.

Genau aus diesem Grunde wird das Werk Anna Seghers immer aktuell bleiben und ist zurecht ein Klassiker der deutschen Literatur. Dennoch hatte ich Probleme, der Geschichte immer zu folgen. Für mich zog sich das Ganze sehr und die gewählte Sprache, die dem einfachen Volke entsprechen soll, hat es mir schwer gemacht, wirklich Gefallen an dem Buch zu finden.
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Die neuesten Kundenrezensionen
1.0 von 5 Sternen Psycho
krankes Buch von der kranken Autorin, ohne die D D R wäre Anna wohl im Armenhaus geendet. nicht mal Fahrrad fahren konnte es.
Vor 6 Tagen von Makswitat veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Das siebte Kreuz Anna Seghers
Das Buch "Das siebte Kreuz" von Anna Seghers ist sehr empfehlenswert, denn es beinhaltet eine interessante Geschichte, die für jeden, der sich für die Zeit des 2. Lesen Sie weiter...
Vor 7 Tagen von Reinhold veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Für ein Referat
Meine Tochter muss über dieses Buch ein Referat halten. Wie gewohnt, findet man bei Amazon "fast" alles. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Geisler Birgit veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Sehr gut !!!
Die drei Bücher von Anna Seghers sind wichtige Steinen die einen Weg zeigen : Mut, Luzidität, Menschlichkeit, Licht. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von DRR veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Eigenartiger Schreibstil
Nachdem Marcel Reich-Ranicki in seiner Biographie, die um ein Vielfacheres interessanter geschrieben ist als das Buch von Anna Seghers, immer wieder "Das siebte Kreuz" und Seghers... Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Sylvia Jung veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Das siebte Kreuz
Ich habe es noch nicht ganz zu Ende gelesen. Vielleicht habe ich es anders erwartet , aber ich
werde in nächster Zeit zu Ende lesen...
Vor 4 Monaten von it-direkt24 veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen .
sehr bewegend, super geschrieben. man sollte es auf jeden fall gelesen haben, wenn man sich mit der deutschen geschichte auseinandersetzt
Vor 4 Monaten von Eva S veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Fulminanter Roman aus dem literarischen Exil
Wenn ich mir diverse Rezensionen hier durchlese, dann manifestiert sich mein Eindruck, dass wir kulturell gesehen absolut auf einem Niveau angelangt sind, das sich kaum noch... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Oskar Thiele veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Eine Flucht aus Hitlerdeutschland
Anna Seghers schildert in "Das siebte Kreuz" die Flucht von sieben Häftlingen aus dem nationalsozialistischen Konzentrationslager Westhofen im Jahre 1937. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Marc Malleis veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Unglaublich zäh bis langweilig
Ich wurde vor gut 15 Jahren in der Abiturphase mit diesem Buch gequält. Die an sich spannende Geschichte erstickt im Wust der ach so malerischen - und endlosen -... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von TomB veröffentlicht
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