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Die Suche nach Erkenntnis hat den Ritter einst ins Heilige Land geführt. Er ist zurückgekommen ohne die Antwort gefunden zu haben. In dem Augenblick, als der Tod an ihn herantritt, benötigt er Aufschub um die Antwort noch zu finden. Aber welche Antwort? Der Ritter quält sich nicht nur mit der Frage nach Gott, es geht ihm vielmehr darum, den Sinn des Lebens zu begreifen - das warum der irdischen Dinge. Er möchte die Geheimnisse erfahren, die durch den Vorhang des Todes verdeckt sind. Vor dem Tod hat er keine Angst, doch quält ihn Lebensangst weil er unwissend ist. Die Schachpartie mit dem Tod ist sein letzter Versuch, um die Geheimnisse von Leben und Tod zu ergründen. Er wendet sich an einen Priester - dieser hat aber das Gesicht des Todes, an eine Hexe - die, vom Teufel besessen, etwas vom Jenseits gesehen haben muß. Die Hexe weiß nichts; er erkennt das und weiß, daß sie nur ein gepeinigtes Opfer ist. Abschließend wendet er sich an den Tod, der, den Auftrag hat ihn zu holen, wissen muß warum. Der Tod antwortet ihm, daß es kein Geheimnis gibt. Auch er weiß nichts; er verrichtet seine Arbeit blind. Er ist der Eingang zum Nichts.
Dieses Nichts hat der Knappe Jöns seit langer Zeit vorausgeahnt, der sich schon keine Fragen mehr stellt. Auch er hat die Erfahrung des Kreuzzuges hinter sich. Er äußert sich nur skeptisch "Der Kreuzzug war so dumm, daß nur ein wirklciher Idealist ihn ausgedacht haben kann ...", "Ich lache über den Tod...
... Lesen Sie weiter... ›Im Mittelalter lebten die Menschen in der Furcht vor der Pest. Im Jahr 1956, als der Film gedreht wurde, lebten sie in der Angst vor der Atombombe. >Das siebente Siegel< ist, so sagte Bergman selbst, eine Allegorie mit einem sehr einfachen Thema: der Mensch, seine ewige Suche nach Gott und dem Tod als einziger Sicherheit.
Zeitlos sind Drehbuch und Charaktere: Jeder Satz steht fest wie in Marmor gemeißelt. Selbst in seinen profanen Momenten wirken die Dialoge nicht billig, denn sie werden von Personen gesprochen, die die Archetypen der menschlichen Gemeinschaft repräsentieren: den Schauspieler, den Krieger, den Diener, den Dieb, den Mönch, die Ehebrecherin usw.
Am berühmtesten wurde der Film durch seine mysterienhafte Bildsprache, bei der sich Bergman direkt von mittelalterlichen Kirchenmalereien inspirieren ließ. Erstaunlicherweise erzeugt er damit ein zwar düsteres und einseitiges, aber doch in vielerlei Hinsicht realistischeres Gesellschaftsbild des Mittelalters als es scheinbar realitätsgetreue Großproduktionen jemals vermöchten. "Das Siebente Siegel" zeigt eben nicht nur das Dunkle Mittelalter, es atmet seinen Geist in jeder Szene.
Spricht man von Bergman, so muss auch sein Kameramann Gunnar Fischer erwähnt werden. In Bezug auf Komposition, Tiefenwirkung und Ausleuchtung muss kaum eines der Bilder den Vergleich mit dem Referenzwerk "Citizen Kane" fürchten.
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