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Das schweigende Kind: Erzählung [Gebundene Ausgabe]

Raoul Schrott
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

27. Februar 2012
Ein Mann sitzt in einem Sanatorium an der Grenze der Schweiz. Er erzählt seiner Tochter die Umstände, die zum Tod ihrer Mutter führten. Immer tiefer in seine Vergangenheit eintauchend, zeichnet er Seite für Seite ein Mosaik seines Lebens auf: seine Karriere als Maler, der Auftrag, einen Katalog von Sternbildern zu erstellen, die Zerrüttungen bei der Geburt der Tochter. Was als schonungslose Beichte beginnt, endet als Geständnis: Trägt er Schuld am rätselhaften Tod der Mutter? Raoul Schrotts dichte Erzählung über Gewalt, die Liebe zu einem Kind, Paradiese und Sünde ist ein erschütterndes Zeugnis. Einem Kippbild gleich zieht es die Geschichte eines großen Verlusts unter vielen Blickwinkeln nach.

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Das schweigende Kind: Erzählung + Die Liebe der Väter: Roman + Die kleine Figur meines Vaters: Roman
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 200 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (27. Februar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446238646
  • ISBN-13: 978-3446238640
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 249.659 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Raoul Schrott, geboren 1964, erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Joseph-Breitbach-Preis. Er veröffentlichte u.a. die Romane ›Finis Terra‹ (1995) und ›Tristan da Cunha oder die Hälfte der Welt‹ (2003), die Novelle ›Die Wüste Lop Nor‹ (2000) sowie die Gedichtbände ›Hotels‹ (1995) und ›Tropen‹ (1998). Die Anthologie ›Die Erfindung der Poesie‹ (1997) wurde zu einem lyrischen Bestseller. Daneben zahlreiche Essays zur Dichtung und Übersetzungen vom ›Gilgamesh‹-Epos (2001) bis zu Homers ›Ilias‹ (2008). -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Format:Gebundene Ausgabe
Ein Maler sitzt in einem psychiatrischen Sanatorium und schreibt seine Lebensgeschichte auf. Er tut es auf Anraten seines Arztes, der ihm den therapeutischen Rat gegeben hat, das, was ihn bewegt, zu Papier zu bringen. Doch sein Schreiben gerät zu einer literarisch ambitionierten Lebensbeichte.

Adressat seiner sich über zweiunddreißig Kapitel hinziehende Erinnerungen und Einsichten ist seine Tochter, die er schon bald nach ihrer Geburt nur selten sehen durfte und vor der er nach dem Tod seiner Frau ganz getrennt ist. Er hofft, ihr später, wenn sie seine Texte lesen wird können, zu erklären, wie alles gekommen ist.

Doch der Reihe nach. Eines Tages steht vor dem Maler ein neues Aktmodell, das ihn unwahrscheinlich anzieht. Diese Attraktion spürt auch die Frau, und so beginnen sie schon bald eine Beziehung. Der sexuelle Teil dieser Beziehung ist geprägt von Wünschen der Frau nach sado-masochistischen Praktiken, auf die sich der Maler einlässt, für die er sich aber mit jedem Akt mehr verachtet. Diese Gewalt schwappt auch auf die anderen Lebensbereiche über und wird nach der Geburt der gemeinsamen Tochter für den Maler schier unerträglich. Das Kind war durch eine künstliche Befruchtung als Wunschkind auf die Welt gekommen, doch die Mutter beginnt sofort danach, die Tochter dem Vater zu entziehen. Die Mutter trennt sich vom Vater, und auch die wenigen vom Gericht festgelegten Kontakten zwischen Vater und Tochter boykottiert sie, sodass er sie nur sehr selten zu sehen bekommt. Da die Tochter in ihren ersten Lebensjahren nicht spricht, was auch kein Wunder ist bei der Fülle von schrecklicher Gewalt und Wutszenen zwischen ihren beiden Eltern, nennt er sie "das schweigende Kind".
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen (Nicht) ohne meine Tochter? 11. Februar 2013
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch ist (natürlich) nicht das Gegenstück zu Betty Mahmoody. Nun ist aber das Thema Sorgerecht in der Literatur bisher selten behandelt worden. Also ist zumindest zu sagen, dass es hier nicht um eine Antwort auf das 80er-Stück handelt. Da macht der Vergleich sicher. Vor 30 Jahren wurde ein aktiver Kulturkampf gefochten, inkl. Entführung und nach einer wahren Begebenheit. Bei Raul Schrott bleibt der Vater merkwürdig passiv, still leidend. Hier wird die "erfundene" Geschichte realistisch, man spürt das ehrliche Engagement des Autors, Engagement im Aufzeigen von Ungerechtigkeit und Trauer über den Verlust des Kinders und den Beziehungsproblemen der Eltern in Trennungssituationen.
Schrott ist sich der komplizierten Lage bewußt und der komplizierte, schräge Aufbau der Erzählung spiegelt das Chaos im Kopf des Vaters wider. Es ist keine lineare Erzählung auf einer Ebene. Teilweise wird die Geschichte von hinten nach vorne erzählt, die direkte Rede ist nicht vorhanden und geht doch nicht ab. Innere Monologe und scheinbar nebensächliche Exkurse über die Malerei geben zu denken - und zeigen auch den Unterschied zwischen Frau und Mann in dieser Situation. Der intellektuelle Mann und die emotionale Frau (ja, ein Klischee, aber diesmal recht stimmig beschrieben) - und das schweigende Kind. Es wird nur in wenigen Momenten glücklich beschrieben, der Rest ist Schweigen. Ja, es gibt dann auch noch so etwas wie einen Spannungsbogen durch einen Kriminalfall, der erst nach und nach sichtbar wird und sich auch schnell wieder auflöst. Jedenfalls ist die Erzählung all jenen ans Herz zu legen, die beruflich mit Sorgerechtsfällen zu tun haben. Diese Zielgruppe wird auch mit dem etwas sperrigen Text Freude haben.
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