Carrie McClelland ist eine erfolgreiche Autorin von historischen Romanen.
Leider kommt sie bei ihrem neusten Buchprojekt immer wieder ins Stocken und so beschließt sie eines Tages nach dem Besuch bei ihrer Agentin in Schottland, ebenfalls dort zu bleiben; genauer gesagt in einem beschaulichen; schottischen Dörfchen mit einer beeindruckenden Burgruine, die ihr seltsam vertraut erscheint.
Sie mietet ein kleines Cottage an und freundet sich schnell mit dem Vermieter und seinen beiden gutaussehenden Söhnen Stuart und Graham an.
Besonders Graham zieht sie magisch an und beide verlieben sich ineinander- jedoch beschleicht Carrie bei Graham immer wieder das Gefühl, als ob sie ihn schon einmal zuvor getroffen hätte.
Für genug Ablenkung sorgt jedoch auch ihre Arbeit. Kaum, dass sie das Cottage bezogen hat, wird sie von einer Art inneren Stimme zum Schreiben inspiriert. Die Schreiberei geht ihr von da an mühelos von der Hand und sie kommt sehr gut voran.
Carries neuer historischer Roman handelt von Sophia Paterson, einer Vorfahrin, die vor dreihundert Jahren lebte und die durch ihren Aufenthalt auf Slains Castle, bei ihren Verwandten, die unermüdlichen Versuche ihrer Familie den im Exil lebenden James Stuart, (der Geburt nach James VIII. oder James III. von Schottland) auf den schottischen Thron zu bringen, miterlebt, und die hineingezogen wird, in einen Strudel aus Intrigen, Verschwörungen und Verrat zwischen schottischen Anhängern des englischen Königshauses, die sich für einen Hannoveraner als nächsten König aussprechen und den Jakobiten.
Sophia lernt während ihres Aufenthaltes den flüchtigen Schotten Moray kennen und verliebt sich in ihn. Jedoch ist ihre Liebe zu ihm äußerst gefährlich und muss geheim bleiben, denn Moray hat viele gefährliche Gegenspieler.
Carrie ist überaus zufrieden mit ihrem Einfallsreichtum und ihrer Arbeit, bis sie eines Tages bei Recherchen feststellen muss, dass ihr eigentlich erfundenen Ideen und Ereignisse tatsächlich stattgefunden haben. Doch wie kann das möglich sein?
Der aktuelle Roman von Susanna Kearsley knüpft nahtlos an ihre früheren Bucherfolge wie Mariana an. Auch wenn dieser Roman nicht die wie in Mariana, etwas düster beklemmende Atmosphäre verbreitet, kann man sich als Leser dem eingängigen Erzählstil dieses neuen Romans und den bildhaften Beschreibungen von Slains Castle und der rauen, schottischen Küste nicht entziehen.
Carrie, ist eine Romanfigur, mit der man sich als Leser gut identifizieren kann und die wie die Nebenfiguren ebenfalls, sehr sympathisch wirkt.
Die Romanidee, der Heldin des Buches eine Art genetisch bedingte Erinnerung mitzugeben, fand ich sehr interessant und plausibel von der Autorin in Szene gesetzt. Zudem vermochte es Susanna Kearsley, auch die Nebenstory; die Lebens und Liebesgeschichte ihrer Vorfahrin Sophia; unterhaltend zu erzählen. Der historische Hintergrund des Buches ist sehr gut recherchiert und gibt einen Einblick in einen bisher eher selten erwähnten Zeitabschnitt der schottischen Geschichte. 4.5 von 5 möglichen Bewertungspunkten.(NG)