Endlich mal wieder eine Paullina Simons, wie ich sie mag. Man merkt, dass sie dieses Buch nach "Tully" (deutscher Titel: "Sommer der Freundschaft") geschrieben hat, denn wieder steht das Thema Freundschaft im Mittelpunkt. Die Autorin schafft Charaktere, die keiner Beschreibung bedürfen, denn sie erklären sich von selbst durch ihr Handeln und Reden. Kristina ist ein junges Mächen, das die Gefahr liebt, gleichzeitig aber ziemlich naiv ist. Sie erachtet es zum Beispiel nicht für nötig, abends die Tür zu ihrem Wohnheim-Zimmer abzuschließen. Mit 16 hat sie geheiratet, ihr Vater und ihre Großmutter sind verstorben. Diese Informationen scheinen wichtig zu sein, um das Handeln von Kristina nachvollziehen zu können. Ebenso wichtig ist die Information, dass Kristina die Männer anzuziehen scheint wie das Licht die Mücken.
Der Autorin gelingt es, eine unterschwellige Spannung aufzubauen, man ahnt einfach, dass Kristina etwas zustoßen muss. Ihre Freunde sind schwer einzuschätzen. Die vier werden durch die unterschiedlichsten Gefühle miteinander verbunden, doch ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten.
Nachdem ich von einigen anderen Büchern der Autorin etwas enttäuscht war, bin ich von diesem Buch nun umso mehr begeistert.
Es ist mal wieder ein Buch, dass man, nachdem sich während des Lesens so einiges andeutet, wahrscheinlich ein zweites Mal lesen muss, um mit dem Wissen vom ersten Lesen das Buch noch einmal auf eine ganz andere Weise zu verstehen und zu durchschauen.