Ich las eine Besprechung des Buches in der Zeit und dachte, klingt spannend. Die Novelle selbst war dann (trotz starken Alkoholkonsums der Beteiligten im Buch) eher ernüchternd. Eine Frau im zweiten Spontanfrühling (Ute), eine nervige unstete Tochter (Ruth), ein bodenständiger Malermeister und ein konstruiert ungewöhnlicher Anwalt - um dieses Vierergespann dreht sich die Geschichte. Für den Autor ist klar, dass der Malermeister (dem er eine intellektuelle Nebennote als Maler gönnt) bodenständig ist, fern des Milieus von Ute - das gilt, wie wir im Fortgang der Geschichte sehen, auch hinsichtlich des sexuellen Lebens. Zumbach, der Malermeister, ist der besonnene Ruhepol, der Ute auf dem Boden der Tatsachen hält. Während so ganz anders, feinsinniger der Herr Doktor (Zotter, der selbstverständlich die korrekte Art des Essens von Austern beherrscht) mit der Professorin (hier Ute Cantz) umgeht, natürlich mit ihr sofort mehr auf Wellenlänge ist und mit dem Ute denn auch ganz spontan den besten Sex ihres Lebens erlebt.
Für meinen Geschmack werden hier arg viele Bildungsbürgerklischees abgedroschen, wenn auch das Buch sprachlich sehr angenehm zu lesen ist.
Viele Grüße
Stephan Peters