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Das rote Kornfeld [Broschiert]

Yan Mo , Peter Weber-Schäfer
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

30. Januar 2007
"Ein Buch über die Liebe wie über die Verzweiflung, über den ewigen Wechsel zwischen Frieden und Krieg, Hoffnung und Verlust."Alexander Schmitz, Welt am Sonntag

Die endlosen Felder sind der Glanz und der Reichtum des chinesischen Dorfes Gaomi. In mächtigen roten Wellen erstrecken sie sich bis zum Horizont. Rot sind auch die Vorhänge der Sänfte, in der die schöne Dai Fenglian zu ihrem zukünftigen Ehemann Shan getragen wird. Aber als der Sänftenträger Yu Zhan'ao und Dai Fenglian sich sehen, entbrennen sie in Liebe zueinander.
Als opulente Familiensaga zeichnet der Roman das Schicksal eines Dorfes vor dem Hintergrund des chinesisch-japanischen Krieges nach. Vierzig Jahre später erinnert sich der Enkel an den süßen Duft des frisch gebrannten Schnapses und an die vielen Geschichten und losen Scherze. Die Geister seiner Vorfahren fordern ihn auf, die Tradition des Dorfes und seiner Familie fortzuführen, Vergangenheit und Gegenwart zu versöhnen.

Mo Yan beschreibt atmosphärisch dicht eine Familie am Übergang vom traditionellen zum modernen China. Die Verfilmung des Romans von Zhang Yimou wurde 1988 mit dem Goldenen Bären der Berliner Filmfestspiele ausgezeichnet und für den Oscar nominiert.

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Preis für alle drei: EUR 42,85

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Produktinformation

  • Broschiert: 496 Seiten
  • Verlag: Unionsverlag; Auflage: 6., Aufl. (30. Januar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3293203833
  • ISBN-13: 978-3293203839
  • Originaltitel: Hong gaoliang jiazu
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 19.878 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Mo Yan beschreibt mit barocker Fabulierlust zahllose einander überlagernde und überwuchernde Episoden aus dem japanisch-chinesischen Krieg." (Helmut Martin, Süddeutsche Zeitung)

"Ein dichtes, vielschichtiges, sehr lebendiges Epos." (Für Sie)

"Eine aufregende Familiensaga, gleichzeitig schonungsloses Zeugnis einer der düstersten Epochen chinesischer Geschichte." (Verena Joos, Hessische/Niedersächsische Allgemeine)

Über den Autor

Mo Yan (was so viel heißt wie »keine Sprache«) ist das Pseudonym von Guan Moye. Er wurde 1956 in Gaomi in der Provinz Shandong geboren und entstammt einer bäuerlichen Familie. Seine Bücher wurden mit zahlreichen bedeutenden Literaturpreisen ausgezeichnet. Spätestens seit Zhang Yimous preisgekrönter Verfilmung seines Romans »Das rote Kornfeld« gilt Mo Yan auch international als einer der wichtigsten und erfolgreichsten Autoren der chinesischen Gegenwartsliteratur.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
38 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen zäh, anstrengend und brutal... 6. November 2012
Von A. Zanker TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Wer ein Buch rezensieren will, nachdem es ausgezeichnet wurde, kann sich dem Einfluss der "Preisautorität" kaum entziehen, sicher eine Schwierigkeit, um die eigene Objektivität noch über Wasser zu halten, vor allem dann, wenn es auch noch um dem den wie hier diesjährigen Nobelpreis 2012 geht. Mon Yans wohl bekanntestes Werk, ist eine Poesie des Grauens, eine Kriegsverarbeitung zwischen China und Japan, eine Traumaverarbeitung von Kriegs- Grausamkeitserlebnissen, das zwar phasenweise wirklich gut geschrieben ist, jedoch durch seine langatmige Zähheit und nie endenwollende Brutalität auf den Leser ermüdend sich auswirkt, wo sich Begeisterung und Enthusiasmus sich längst verabschiedet haben und von der Leserschaft ein gehöriges Durchhaltevermögen und ein dickes Fell in Sachen morden und Blut vergiessen haben muss, ansonsten erreicht diese Lektüre dann eben doch die Schmerzgrenze des Lesers, auf die ein Mo Yan schon längst keine Rücksicht mehr nimmt. Martin Walser meinte kürzlich im Spiegel-Magazin, man würde förmlich "schwindlig geschrieben", wie eben hier gestorben, gehungert wird.

Der Schreibstil ist z.T. gewöhnungsbedürftig, manchmal richtig gut, poetisch, tiefsinnig, dann wieder abflachend, irritierend, brutal, Mo Yan geht mit seinen Schilderungen, wie Menschen bspw. morden bis aufs Ganze. Der Autor scheint es zu lieben, Flüssigkeiten von Menschen zum Fliessen zu bringen, von verspritzenden Gehirnmassen begonnen, bis hin zu Blut in allen nur erdenklichen Schattierungen und farblichen Ausprägungen. Wir sind in den zwanziger und dreissiger Jahren des 20. Jhd., der Enkel Doughuan erzählt die Geschichte von seinen Urgrosseltern und Eltern, in einem chinesischen Dorf namens Gaomi. Ohne grosse Hintergründe aufzublättern, findet sich der Leser inmitten von Kriegsvorbereitungen und Gräueln vom Strübsten. Mo Yan lässt hier Menschen sterben und wenige Seiten danach leben sie weiter, als ob sie nicht gestorben wären, wo hier Zeitsprünge anfangen oder enden, bleibt dem Leser überlassen. Unrealistische Bilder, angreifende Hunde die Leichen fressen und Menschen wie eine Armee angreifen, könnten abstrakter und bizarrer nicht beschrieben werden. Mo Yan treibt das Ganze soweit, dass sogar "Menschen" hundeähnliche Züge erhalten...nur um überhaupt die Atmosphäre in diesem ungemütlichen Buch etwas anklingen zu lassen...

Menschen wird bei lebendigen Leibe die Haut abgezogen, oder die Genitalien abgeschnitten um sie dann in ihre Mäuler zu stopfen. Bei soviel ausufernden Brutalitätsschilderungen, bleibt die Sprachgewalt und das Sprachtalent eines Mo Yan dann eben doch verzweifelt stark in den Hintergrund gedrängt. Die ganze Morderei ging mir persönlich irgendwann wirklich auf die Nerven! Ewig nur: Gesetze, Strafen, Verbrechen, Vergewaltigung inklusive. Der Leser gibt sich das volle Programm, Dramatik bis zum Erbrechen...Wenn das Alles ist, was uns ein Mo Yan zu geben hat, kann ich mich einer Enttäuschung kaum noch entziehen. Vermutlich werde ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einen anderen Autor lesen, oder eben noch ein anderes Werk von Mo Yan. Mal sehen.

Müde und erschöpft geht man aus diesem Werk, das ich nicht weiterempfehlen kann und möchte. Eine grauenhafte und langatmige, ständig wiederholende Lektüre das das Grauenhafte ungebrochen schildern will. Ein Roman der weder eine Lesefreude generiert, noch irgendwie strukturiert wäre, oder gar einen zusammenhängenden Plot vorzuweisen hätte. Also wenn das dann Weltliteratur sein soll, frage ich mich wirklich. Drei Sterne trotz alledem, für den Schreibstil, der aussergewöhnlich ist, und Passagen erkennen lies, die wirklich eine Freude waren zu lesen, nur sind sie durch den gesamten Dramatikbogen eben dann doch gewaltig überschattet, was dem Ganzen auch dem Können des Autors gewaltig an sprachlicher und literarischer Qualität entzieht.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Grausam, ekelhaft, detailverliebt... 26. März 2013
Format:Broschiert
Grausam, ekelhaft, detailverliebt... die drei Gedanken kamen mir schon nach den ersten 50 Seiten des fast 500 Seiten umfassenden Romans. Während die ersten Seiten zwar schon einen eigentümlich packenden und ungewöhnlich scharfen Stil versprachen ("Mit fünf Jahren konnte er tauchen wie ein Entchen, sein kleines rosa Arschloch tanzte über dem Wasser und die Füsse wedelten in der Luft"), wird dieser in der Folge zum schonungslosen Ausdrucksmittel von Grausamkeiten, denen ich in diesem Ausmass an ekelerregender Detailversessenheit noch nie vorher in der Literatur - nicht mal in der KZ-Literatur - begegnet bin : die Enthäutung Louhuans bei lebendigem Leibe, der Leichenfrass streunender Hundemeuten, der langsame Tod eines 3-jährigen Kindes in einem Brunnen, das Ausgraben des Kadavers der Grossmutter nach 2 Jahren - um nur einige zu nennen - werden seitenlang in allen Details inklusive Farbe und Geruch diverser Körperflüssigkeiten, für die der Erzähler offenbar eine besondere Vorliebe hegt, beschrieben.

Sicherlich war der chinesisch-japanische Krieg ein fürchterliches Gemetzel mit grausamer Tötung von Soldaten und Zivilisten, sicherlich war die Einstellung auch der damaligen chinesischen Zivilgesellschaft gegenüber Gewalt eine andere als heute in der westlichen Welt, aber ich habe mich immer wieder gefragt, was das Buch in seiner Aneinanderreihung von abscheuerregenden Szenen eigentlich bezwecken soll.

Die (Liebes-)Geschichte der Grossmutter des Erzählers, auf die auf der Rückseite der Ausgabe kurz hingewiesen wird, ist tatsächlich nur der Aufhänger und eher nebensächlich, die "barocke Fabulierlust" (Helmut Martin, Süddeutsche Zeitung) hat für mich an Barockem nur den Überfluss an Ekelhaftigkeit und Detailversessenheit der Darstellung von Töten, Sterben und Verwesen in allen Facetten, deren Sinn durch den Erzähler - den Enkelsohn der Hauptperson - so gut wie gar nicht hinterfragt wird, und von den handelnden Personen inmitten des Gemetzels sowieso nicht hinterfragt werden kann. Letztendlich gibt der Erzähler damit alles an den Leser ab. Wer es denn geschafft hat, sich durch die 500 Seiten hindurchzuarbeiten, ohne dass ihm beim simplem Gedanken an rote Hirse nicht schon schlecht wird, darf sich nun auch fragen, warum er das alles eigentlich überhaupt gelesen hat. Bei mir war es letztendlich die Neugier auf diesen nie zuvor angetroffenen Stil, und eine Art experimentelles und zeitweilig voyeuristisches Staunen über die menschliche Fähigkeit, Grausamkeiten zu begehen, durchzustehen, zu erzählen und nachzulesen. Ob das einen Nobelpreis verdient hat, bleibt zumindest für mich dahingestellt...
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Plastische Darstellungen - Zeitebenen-Wirrwarr 9. September 2009
Von K. Beck-Ewerhardy TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Auf beinahe 500 Seiten beschreibt der Ich-Erzähler in diesem internationalen Debutroman Mo Yans die Leben seiner direkten Vorfahren in den Nachwehen der Boxeraufstände und während des Zweiten Weltkrieges. Im Kampf gegen Hunger, Armut, feindselige Landsleute und natürlich gegen die Japaner erleben sie allerlei Grauenhaftes, das Menschen anderen Menschen antun - und sie begehen es auch selbst.
Neben den beschriebenen Gegnern tritt für einige Zeit auch ein riesiges Rudel verwilderter Haushunde auf, die den Menschen schließlich auch noch eine gnaz eigene Schlacht aufzwingen. Und zum teil kann man Mensch und Hund in diesem Kampf nicht mehr wirklich voneinander unterscheiden.

Bereits in diesem Roman zeigt sich Mo yans sehr drastisch-plastische Sprache, die einem die Lebens- und Sterbensumstände der damaligen Zeit in China nur allzu sehr verdeutlicht. Das sollte man beim Kauf dieses Buches unbedingt bedenken. Auch sind die Zeitsprünge zum Teil doch sehr willkürlich und lassen das Buch gerade gegen ende ein wenig zerfasert erscheinen. Aber insgesamt ist "Das rote Kornfeld" ein durchaus interssantes Leseerlebnis, besonders, wenn man historisch interessiert ist.
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Veröffentlicht am 14. Februar 2009 von PikAss
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