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Das postmoderne Wissen
 
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Das postmoderne Wissen [Broschiert]

Jean-François Lyotard , Otto Pfersmann
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Jean-François Lyotard
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Kurzbeschreibung

"Das postmoderne Wissen" ist der Schlüsseltext für die Diskussion um die Postmoderne. Ausgehend von Wittgensteins Theorie der Sprachspiele entwickelt Lyotard Ansätze zu einem völlig neuen, philosophischen Begriff der Postmoderne, der versucht den Umbruchcharakter unserer Jahrhundertwende zu begreifen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Jean-François Lyotard (1924–1998) lehrte Philosophie in Paris und den USA. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der 1982 erschienene Bericht "Das postmoderne Wissen" von Jean-Francois Lyotard ist eines der Gründungsdokumente der philosophisch-kulturellen Postmoderne. Erstmals wurde dieser Begriff nicht nur auf den Bereich der Architektur beschränkt, sondern auch auf gesellschaftliche Phänomene angewandt. Dabei geht es Lyotard vor allem um das Wissen und um die Frage, wie unser Wissen, unsere Wahrheiten, entstehen und legitimiert werden. Der Philosoph spricht von sogenannten Metaerzählungen, die unser Wissen konstituieren und unserem Leben die normativen Randbedingungen geben: "[D]as war die Erzählung der Aufklärung, worin der Heros der Wissenschaft an einem guten ethisch-politischen Ziel, dem universellen Frieden, arbeitet. Man sieht daran, daß die Legitimierung des Wissens durch eine Metaerzählung [...] zur Frage über die Gültigkeit der Institutionen führt, die den sozialen Zusammenhang bestimmen: Auch sie verlangen, legitimiert zu werden. So sieht sich die Gerechtigkeit ebenso wie die Wahrheit auf die große Erzählung bezogen" (14).

Die Postmoderne zeichne sich dadurch aus, dass diese großen und sinngebenden Erzählungen in einer Krise seien und nicht mehr als Legitimationsbasis unseres Wissens akzeptiert werden. Das postmoderne Wissen, so Lyotard, "ist nicht allein das Instrument der Mächte. Es verfeinert unsere Sensibilität für die Unterschiede und verstärkt unsere Fähigkeit, das Inkommensurable zu ertragen. Es selbst findet seinen Grund nicht in der Übereinstimmung der Experten, sondern in der Paralogie der Erfinder" (16). Sprich, Wissen wird nicht mehr durch die großen Erzählungen legitimiert, sondern durch den Einzelnen, der sich seinen eigenen Bezugsrahmen konstruiert. Dies führt zu einer Vielzahl von Werten und Wahrheiten, die charakteristisch für die Postmoderne sind.

In seiner Darstellung untersucht Lyotard unter anderem den Unterschied zwischen dem narrativen und dem wissenschaftlichen Wissen. Auch das wissenschaftliche Wissen, welches in unserer Gesellschaft oftmals als objektive Wahrheit betrachtet wird, sei von externen Faktoren abhängig. Allen voran seien da die Institutionen zu nennen, die die Konstruktion dieses Wissens bedingen. Um eine bestimmte Wahrheit zu entdecken, brauche es heute vor allem die nötige finanzielle Unterstützung, die häufig nur bewilligt werde, um ein bestimmtes Ergebnis, eine bestimmte Wahrheit, zu Tage zu fördern: "Eine Gleichung zwischen Reichtum, Effizienz und Wahrheit zeichnet sich ab" (131).

Neben Lyotard war es vor allem Michel Foucault, der die Konstruiertheit unseres Wissen sowie dessen Abhängigkeit von den Institutionen herausgearbeitet hat. So verschiedene Themenkomplexe wie Sex, Psychiatrien und Gefängnisse sind Bestandteil von Foucaults Forschungen, die gezeigt haben, wie unser heutiges Wissen und unsere heutige Einstellung gewissen Dingen gegenüber das Ergebnis einen langen Konstruktionsprozesses sind. Wer die Postmoderne verstehen will, kommt an den Texten von Lyotard und Foucault nicht vorbei!
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