Aus der Amazon.de-Redaktion
Um berühmt zu werden, ist das vielleicht nicht die schlechteste Methode: Etwas erfinden, etwas entdecken, bei irgendetwas der Erste sein. Denn Erstmaligkeit ist nicht zu überbieten -- das ist ein Rekord, der nie gebrochen werden kann. Andererseits, wer kennt schon Pierre Durand, Valdemar Poulsen oder Warren A. Marrison, Erfinder durchaus nicht unbedeutender Dinge wie Konservendose, Anrufbeantworter (bereits 1898!) und Quarzuhr?
"Erfindungen, Entdeckungen und Geistesblitze" verheißt das Cover. Aber das Buch des Australiers Matthew Richardson bietet auf 450 Seiten nichts weniger als eine ziemlich umfassende Geschichte der menschlichen Kultur, in zwölf thematischen Abteilungen, von Sprache, Kunst, Ernährung über Philosophie, Religion, Technik, Verkehr bis zu Wohnen, Sport und Freizeit. Man staunt. Weil es viele Dinge schon länger gibt, als man dachte. Zum Beispiel Ruhestörung durch Verkehrslärm (im alten Rom), den Bikini (3. Jahrhundert n.Chr.) oder die Visitenkarte (Han-Dynastie, 200 v.Chr.). Und man wird bescheiden. Weil es Kulturen gab (v.a. Chinesen, Ägypter und Mesopotamier), die zu diesem Buch der ersten Male sehr viel mehr beigetragen haben als unsere scheinbar so erfindungswütige Epoche.
Wenn man denn an diesem wunderbaren Buch etwas kritisieren möchte, dann den Umstand, dass der deutsche Verlag ohne Notwendigkeit eine Mogelpackung daraus gemacht hat, indem er dieses "Book of Firsts" unbedingt "Lexikon" nennen wollte, obwohl es überhaupt keines ist. Sondern einfach ein kulturgeschichtliches Lesebuch der ersten Male. Für die viele Mühe, die er sich gemacht hat, hätte man Matthew Richardson wenigstens gewünscht, mit seinem Buch der Erste gewesen zu sein. Aber da kam er leider ein klein wenig zu spät: Das erste Buch der ersten Male erschien in China, im 2. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Aber ob das auch so interessant war... --Christian Stahl
Kurzbeschreibung
Columbus hat Amerika entdeckt? Leonardo da Vinci den ersten Hubschrauber entworfen? Edison die erste Glühbirne zum Leuchten gebracht? Alles falsch.
Matthew Richardson klärt in diesem umfangreichen Lese- und Nachschlagewerk hartnäckige Legenden auf und bietet die ganze Fülle des menschlichen Erfinder- und Entdeckergeistes. Seine faszinierende Reise führt durch 10.000 Jahre Menschheitsgeschichte und durch die Welt der ersten Ideen, Entdeckungen, Erfindungen, Irrtümern und Dummheiten. In über 1600 Stichwörtern geht Richardson der Wahrheit auf den Grund und erzählt, wer wirklich die erste Glühbirne erfunden hat und wer als erster den Fuß auf amerikanischen Boden setzte. Der Leser erfährt, wann die ersten Schriftzeichen in Stein gemeißelt wurden und wem die Menschheit so wunderbare Dinge wie Mayonnaise, das Berufsbeamtentum, Origami oder die Sauna zu verdanken hat.
In zwölf umfangreichen Kapiteln liefert das Lexikon verblüffende Erkenntnisse über die Geschichte des menschlichen Fortschritts: Sprachen und Literatur, Kunst und Musik, Essen und Trinken, Staat und Gesellschaft, Stadt und Land, Krieg und Zerstörung, Philosophie und Religion, Wissenschaft und Technik, Reise und Verkehr, Sport und Freizeit, Schönes und Nützliches, Geld und Recht.