die ab der 9. auflage im westdeutschen verlag erscheinende einführung in "das politische system der bundesrepublik deutschland" von prof. dr. klaus von beyme ist guten gewissen jedem politikstudenten oder politisch interessierten leser zu empfehlen.
der autor begnügt sich in seiner einführung nicht mit dem herrkömmlichen schema von historie, entwicklung, problemen und ausblick bezüglich der verfassungsorgane (bundstag, bundesrat, bundesregierung, bundespräsident, bundesverfassungsgericht). daneben beleuchtet er auch die damit verbundenen gesellschaftlichen gruppierungen wie interessengruppen, parteien und politischen eliten und als klaamerfunktion die politischen prozesse der repräsentativen konkurrenzdemokratie in gestalt des wahlrechtes. in 11 abgeschlossenen kapiteln, die je nach bedarf auch isoloiert gelesen werden können und jeweils mit einer umfangreichen literaturliste schließen, liegt der schwerpunkt aber auch in dem prozeß und den heute noch virulenten problemen der wiedervereinigung.
von beyme schreibt im vorort, dass es für ihn "ein schock" war, als er die struktur seines buches für die neuauflage nicht zu ändern brauchte, da ein deutliches übergewicht seitens des westdeutschen systemsteiles besteht. auch 13 jahre nach der wiedervereinigung ist das zusammenwchsen von west und ost nicht vollzogen, was insbesondere auch am politischen system deutschlands erkennbar wird, welches eins zu eins auf den osten übertragen wurde, ohne auf die spezifischen probleme in den neuen bundesländern besonders einzugehen. damit wird aber auch das erfolgsmodell des deutschen politischen systems, welches sich 40 jahre bewährt hatte, in frage gestellt.
insgesamt ein gut lesbares, kompaktes und informatives buch, was in seiner schwerpunktbildung weiter blickt als vergleichbare einführungen