Der Bochumer Philosophieprofessor Kurt Flasch ist gerade achtzig geworden, aber seine Schaffenskraft ist ungebrochen, eben hat er wieder ein neues Buch geschrieben, das von den Rezensenten gefeiert wird. Dieses hier ist ein Klassiker aus dem Jahre 1986, der im Jahre 2000 in überarbeiteter Fassung neu aufgelegt worden ist. Ein Rezensent hatte das Buch bei seinem Erscheinen als "quellennah, frisch und unprofessoral" beschrieben. Das Zitat hat Flasch im Vorwort zur zweiten Auflage mit Dank wieder aufgenommen, denn das wollte er, frisch und unprofessoral sein. Eine verständliche Geschichte der Philosophie von Augustinus bis Machiavelli schreiben. Nicht nur theoretische Schriften referieren, sondern zeigen, was eine philosophische Schrift in ihrer Zeit bedeutet, und wie eine bestimmte Epoche mit ihren sozialen Gegebenheiten in eine Philosophie eindringt. Wenn man so will, ist es auch eine Sozialgeschichte der mittelalterlichen Philosophie. Und das alles, bei aller Gelehrsamkeit des Autors, in einer klaren, verständlichen Sprache. Ohne philosophisches Gewese und theoretische Verquastheit. Als das, was unser so genanntes Abendland (wobei Flasch einer der wenigen ist, der auch dem Morgenland Gerechtigkeit widerfahren lässt) ausmacht, in Entwicklungslinien, von der Antike bis zur Renaissance. Ein bewunderungswürdiges Buch.