Pressestimmen
"Wer dieses Buch liest, sollte den Kochlöffel bereithalten und auf keinen Fall hungrig sein. Denn hier geht es um die Reize der persischen Küche - und ihrer Köchinnen. … 'Das persische Café' ist ein überaus sinnlicher Roman über Schicksale, Freundschaft und Liebe - und über die persische Küche." (WDR )
"'Das Persische Café' ist ein wunderschönes Buch, das Märchen aus 1001 Nacht, die wunderschönen Landschaften Irlands und das sinnliche Vergnügen des Kochens perfekt miteinander verbindet. Man kann nur hoffen, dass man von dieser Autorin mehr hören wird." (Radio Euroherz )
"Marsha Mehran ist ein warmherziger, humorvoller und sinnlicher Roman gelungen. Man meint beim Lesen, die Düfte der persischen Gerichte riechen zu können." (Walsroder Zeitung )
"'Das Persische Café' ist ein wunderschönes Buch, das Märchen aus 1001 Nacht, die wunderschönen Landschaften Irlands und das sinnliche Vergnügen des Kochens perfekt miteinander verbindet. Man kann nur hoffen, dass man von dieser Autorin mehr hören wird." (Radio Euroherz )
"Marsha Mehran ist ein warmherziger, humorvoller und sinnlicher Roman gelungen. Man meint beim Lesen, die Düfte der persischen Gerichte riechen zu können." (Walsroder Zeitung )
Kurzbeschreibung
Drei Schwestern aus dem Iran verzaubern ein misstrauisches irisches Städtchen mit raffinierten exotischen Speisen und sinnlicher Lebensfreude.
Ballinacroagh, ein charmantes Städtchen in Irland: Marjan, Bahar und Layla, denen kurz vor dem Umsturz im Iran die Flucht gelang, erwerben eine alte Bäckerei und bauen sie zu einem Restaurant um. Mitten in der Provinz bieten sie den misstrauischen Iren exotische Speisen und Getränke an. Von Anfang an stoßen die drei Schwestern dabei auf Misstrauen, wittern doch vor allem die Frauen des Ortes in dem persischen Café eine Lasterhöhle, die mit ihren köstlich fremden Düften und der faszinierenden Schönheit ihrer Betreiberinnen die Sinne der Männer verwirren soll. Und noch jemandem ist das bezaubernde Trio ein Dorn im Auge: Thomas McGuire, ein skrupelloser Geschäftsmann, der eigene Pläne mit der Backstube hatte. Als Layla von Thomas McGuires Sohn überfallen wird und Bahar einen Anruf bekommt, der die Schatten der Vergangenheit über dem Café aufziehen lässt, eskaliert die Lage. Doch dann kocht Marjan ihre berühmte magische Granatapfelsuppe – und die Zukunft erscheint plötzlich in leuchtenden Farben.
Der betörend schöne Debütroman einer jungen Autorin, deren Wurzeln vom Iran bis nach Irland und New York reichen.
Mit vielen köstlichen Rezepten!
Ballinacroagh, ein charmantes Städtchen in Irland: Marjan, Bahar und Layla, denen kurz vor dem Umsturz im Iran die Flucht gelang, erwerben eine alte Bäckerei und bauen sie zu einem Restaurant um. Mitten in der Provinz bieten sie den misstrauischen Iren exotische Speisen und Getränke an. Von Anfang an stoßen die drei Schwestern dabei auf Misstrauen, wittern doch vor allem die Frauen des Ortes in dem persischen Café eine Lasterhöhle, die mit ihren köstlich fremden Düften und der faszinierenden Schönheit ihrer Betreiberinnen die Sinne der Männer verwirren soll. Und noch jemandem ist das bezaubernde Trio ein Dorn im Auge: Thomas McGuire, ein skrupelloser Geschäftsmann, der eigene Pläne mit der Backstube hatte. Als Layla von Thomas McGuires Sohn überfallen wird und Bahar einen Anruf bekommt, der die Schatten der Vergangenheit über dem Café aufziehen lässt, eskaliert die Lage. Doch dann kocht Marjan ihre berühmte magische Granatapfelsuppe – und die Zukunft erscheint plötzlich in leuchtenden Farben.
Der betörend schöne Debütroman einer jungen Autorin, deren Wurzeln vom Iran bis nach Irland und New York reichen.
Mit vielen köstlichen Rezepten!
Klappentext
"Wer dieses Buch liest, sollte den Kochlöffel bereithalten und auf keinen Fall hungrig sein. Denn hier geht es um die Reize der persischen Küche - und ihrer Köchinnen. ... 'Das persische Café' ist ein überaus sinnlicher Roman über Schicksale, Freundschaft und Liebe - und über die persische Küche."
WDR
WDR
"'Das Persische Café' ist ein wunderschönes Buch, das Märchen aus 1001 Nacht, die wunderschönen Landschaften Irlands und das sinnliche Vergnügen des Kochens perfekt miteinander verbindet. Man kann nur hoffen, dass man von dieser Autorin mehr hören wird."
Radio Euroherz
"Marsha Mehran ist ein warmherziger, humorvoller und sinnlicher Roman gelungen. Man meint beim Lesen, die Düfte der persischen Gerichte riechen zu können."
Walsroder Zeitung
Über den Autor
Geboren in Teheran, entkam Marsha Mehran 1979 mit ihrer Familie nur knapp den Wirren der iranischen Revolution. Ihr erster Roman, "Das persische Café", war international ein Bestseller. Nachdem sie in Argentinien, den USA und Australien lebte, hat sie sich vor kurzem erneut in Irland niedergelassen.
Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Über dem kleinen irischen Dorf Ballinacroagh an der Clew Bay dämmerte der Morgen. Hätte Thomas McGuire ein Weilchen innegehalten, um die Fanfare aus safrangelben Strahlen zu bewundern, so hätte er den Anfang vom Ende seiner Herrschaft über die verschlafene Küstenstadt vielleicht gar nicht bemerkt. Thomas aber war kein Mensch, der sich mit Tagträumereien aufhielt. Der eigensinnige Geschäftsmann war an diesem Morgen um halb sechs aus seinem harten Bett gesprungen, um sich so wie jeden Tag voller Entschlossenheit um sein wachsendes Imperium zu kümmern, zu dem schon jetzt drei Pubs, zwei Spirituosengeschäfte und ein Gasthaus an der Main Mall gehörten.
Die Main Mall, eine sich gemächlich windende mittelalterliche Straße, begann am fetttriefenden Blue Thunder Hamburgerrestaurant und endete am Marktplatz mit seiner sandfarbigen Kirche aus dem vierzehnten Jahrhundert und dem großen steinernen Denkmal des heiligen Patrick. Zwischen diesen beiden Endpunkten lagen mehrere Pubs, Clark's Schuhgeschäft, Devotionalienläden und Geschäfte, in denen man Aran-Pullover und Andenken kaufen konnte. Es war die typische Mischung, wie man sie bei allen irischen Städten erwartet, die im Schatten von Mutter Naturs Schöpfung liegen. In solchen Orten, die der Pracht Jahrtausende währender Sedimentation und uralter keltischer Wege nichts entgegenzusetzen haben, sind die Leute zufrieden damit, einfach vor sich hinzuleben. An Veränderungen sind sie in keiner Weise interessiert. Wieso auch? Ballinacroagh wird vom Croagh Patrik - oder The Reek - beherrscht, auf dessen Gipfel der heilige
Patrick vierzig Tage und Nächte verbracht hatte. Der einsame Berg ragt feierlich und geradezu mönchisch über dem Dorf auf, das sich an seinem Fuß drängt. Aber seine müde Seele ist nicht länger fasziniert von dem verzweigten Tal voller Patchwork-Felder, den von Steinen begrenzten Straßen und dem törichten Treiben der Menschen, das unten auf der Main Mall stattfindet.
Der erste Tag des Frühlings 1986 traf Thomas McGuire, der trotz seiner warmen Stiefel fröstelte, auf der Hauptstraße von Ballinacroagh an, auf die gerade ein leichter morgendlicher Nieselregen niederging. Der stämmige Barbesitzer hatte gerade die Kellertüren des Paddy McGuire's geöffnet, des schmuddeligen Gasthauses, das er vor über zwanzig Jahren von seinem Vater geerbt hatte. Paddys plötzlicher Tod - er war bei einem Traktorunfall ums Leben gekommen - hatte den damals neunzehnjährigen Thomas zum jüngsten Barbesitzer in Ballinacroagh, wenn nicht sogar in der gesamten Grafschaft Mayo gemacht. Die frühe Herrschaft über die beliebteste Kneipe der Stadt hatte jedoch bei dem ohnehin schon unsteten jungen Mann unglücklicherweise nicht die besten Eigenschaften zum Vorschein gebracht. Thomas' übellauniges Wesen war das Ergebnis einer fragwürdigen Mischung von sard (kalt) und garm (heiß), die nichts - nicht einmal Marjans berühmte saure Granatapfelsuppe mit ihrer bekanntermaßen ausgleichenden Wirkung - kurieren konnte. Diese unglückselige Kombination von Temperamenten löste nicht nur zahllose irrationale Handlungen aus, sie war auch die denkbar schlechteste Grundlage, um mit den sinnlichen Düften von Kardamom, Zimt und Rosenwasser zurechtzukommen, die an eben diesem Morgen in seine Richtung zogen.
Der Duft stieg Thomas McGuire genau in der Minute in die Nase, als er dem unterbezahlten Guinness-Fahrer den Weg in den eiskalten Keller des Pubs zeigte. In der würzigen, sündigen Duftmischung schwang ganz deutlich etwas Unbekanntes, etwas Böses mit; eine gottverlassene Fremdheit, die in Thomas' großem Kartoffelkopf sämtliche Alarmglocken schrillen ließ. Er erstarrte. Aber erst als Conor Jennings, der Guinness-Fahrer, ebenfalls innehielt, um seine Nase in den Wind zu halten, wurde Thomas klar, dass dieser seltsame Geruch tatsächlich real war.
"Jesses, Maria und Joseph. Also, wenn das nicht himmlisch riecht, dann weiß ich's nicht." Conor Jennings lehnte sich an seine Sackkarre mit den Bierfässchen und schnaufte durch seine Boxernase tief ein. Conor, der vierzigjährige Junggeselle, der immer noch bei seiner für ihre Sparsamkeit bekannten Mutter wohnte, hatte gerade ein enttäuschendes Frühstück hinter sich, das aus wässrigem Tee (der Beutel wurde stets mehrmals verwendet) und einer dünnen Scheibe alten Brots mit Butter bestanden hatte. Als er nun schnüffelnd dastand, gab sein stattlicher Bauch ein langes, aufsässiges Knurren von sich.
Thomas runzelte die Stirn.
"Du wirst den Himmel schneller sehen als du denkst, wenn du deinen fetten Arsch nicht sofort in Bewegung setzt und weiterauslädst! Los, mach schon, und verschwende nicht meine Zeit. Oder ist es dir lieber, wenn ich Seamus O'Grady anrufe? Ich bin mir sicher, es interessiert ihn sehr zu erfahren, was seine Fahrer so treiben."
Das war ein besonders heftiger Hieb, selbst für Thomas McGuire. Conors Gesicht wurde dunkelrot, als er ein weiteres Fässchen von seinem Lieferwagen hob. Leise vor sich hinmurrend, stapfte er die Kellertreppe hinunter und ließ den Pubbesitzer allein zurück, der die Quelle des Geruchs erforschen wollte. Thomas' Nase führte ihn zum Nachbarhaus, zu dem heruntergewirtschafteten und seit langem leer stehenden Gebäude, in dem sich früher einmal die Bäckerei der Delmonicos, Papa's Pastries, befunden hatte. Die Delmonicos, die ursprünglich aus Neapel stammten, waren kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in diese Stadt gekommen, wo sie über drei Jahrzehnte lang eben jene Bäckerei an der Main Mall betrieben hatten. Seit Luigi Delmonicos Tod vor fünf Jahren war die Bäckerei jedoch nur noch eine leere Hülle, verlassen und verstaubt. Oder besser, sie war bis jetzt leer gewesen. Denn, so verschwommen sein Blick auch war, selbst Thomas konnte nicht leugnen, dass da hinter den mit Zeitungspapier zugeklebten Fenstern des Ladens ein merkwürdiger Lichtschein hervordrang.
Das Licht wurde heller, als er sich näher an die alte Bäckerei heranschlich, wobei das schwere, exotische Aroma seine stämmigen Knie zittern ließ wie die eines schüchternen Schuljungen. Thomas spähte durch einen kleinen Riss im Zeitungspapier, halb in der Erwartung, den Teufel persönlich am Werk zu sehen. Stattdessen aber sah er nur irgendetwas Goldenes glitzern. Ein glänzendes Monstrum, das sein gesamtes Gesichtsfeld einnahm.
Der griesgrämige Bierbaron brummte und spuckte auf das rissige Pflaster vor der Tür der alten Bäckerei. Es war reine Hexerei, das war es. Kein Zweifel. Aber er würde schon herausfinden, wer oder was da genau dahinter steckte. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Die Main Mall, eine sich gemächlich windende mittelalterliche Straße, begann am fetttriefenden Blue Thunder Hamburgerrestaurant und endete am Marktplatz mit seiner sandfarbigen Kirche aus dem vierzehnten Jahrhundert und dem großen steinernen Denkmal des heiligen Patrick. Zwischen diesen beiden Endpunkten lagen mehrere Pubs, Clark's Schuhgeschäft, Devotionalienläden und Geschäfte, in denen man Aran-Pullover und Andenken kaufen konnte. Es war die typische Mischung, wie man sie bei allen irischen Städten erwartet, die im Schatten von Mutter Naturs Schöpfung liegen. In solchen Orten, die der Pracht Jahrtausende währender Sedimentation und uralter keltischer Wege nichts entgegenzusetzen haben, sind die Leute zufrieden damit, einfach vor sich hinzuleben. An Veränderungen sind sie in keiner Weise interessiert. Wieso auch? Ballinacroagh wird vom Croagh Patrik - oder The Reek - beherrscht, auf dessen Gipfel der heilige
Patrick vierzig Tage und Nächte verbracht hatte. Der einsame Berg ragt feierlich und geradezu mönchisch über dem Dorf auf, das sich an seinem Fuß drängt. Aber seine müde Seele ist nicht länger fasziniert von dem verzweigten Tal voller Patchwork-Felder, den von Steinen begrenzten Straßen und dem törichten Treiben der Menschen, das unten auf der Main Mall stattfindet.
Der erste Tag des Frühlings 1986 traf Thomas McGuire, der trotz seiner warmen Stiefel fröstelte, auf der Hauptstraße von Ballinacroagh an, auf die gerade ein leichter morgendlicher Nieselregen niederging. Der stämmige Barbesitzer hatte gerade die Kellertüren des Paddy McGuire's geöffnet, des schmuddeligen Gasthauses, das er vor über zwanzig Jahren von seinem Vater geerbt hatte. Paddys plötzlicher Tod - er war bei einem Traktorunfall ums Leben gekommen - hatte den damals neunzehnjährigen Thomas zum jüngsten Barbesitzer in Ballinacroagh, wenn nicht sogar in der gesamten Grafschaft Mayo gemacht. Die frühe Herrschaft über die beliebteste Kneipe der Stadt hatte jedoch bei dem ohnehin schon unsteten jungen Mann unglücklicherweise nicht die besten Eigenschaften zum Vorschein gebracht. Thomas' übellauniges Wesen war das Ergebnis einer fragwürdigen Mischung von sard (kalt) und garm (heiß), die nichts - nicht einmal Marjans berühmte saure Granatapfelsuppe mit ihrer bekanntermaßen ausgleichenden Wirkung - kurieren konnte. Diese unglückselige Kombination von Temperamenten löste nicht nur zahllose irrationale Handlungen aus, sie war auch die denkbar schlechteste Grundlage, um mit den sinnlichen Düften von Kardamom, Zimt und Rosenwasser zurechtzukommen, die an eben diesem Morgen in seine Richtung zogen.
Der Duft stieg Thomas McGuire genau in der Minute in die Nase, als er dem unterbezahlten Guinness-Fahrer den Weg in den eiskalten Keller des Pubs zeigte. In der würzigen, sündigen Duftmischung schwang ganz deutlich etwas Unbekanntes, etwas Böses mit; eine gottverlassene Fremdheit, die in Thomas' großem Kartoffelkopf sämtliche Alarmglocken schrillen ließ. Er erstarrte. Aber erst als Conor Jennings, der Guinness-Fahrer, ebenfalls innehielt, um seine Nase in den Wind zu halten, wurde Thomas klar, dass dieser seltsame Geruch tatsächlich real war.
"Jesses, Maria und Joseph. Also, wenn das nicht himmlisch riecht, dann weiß ich's nicht." Conor Jennings lehnte sich an seine Sackkarre mit den Bierfässchen und schnaufte durch seine Boxernase tief ein. Conor, der vierzigjährige Junggeselle, der immer noch bei seiner für ihre Sparsamkeit bekannten Mutter wohnte, hatte gerade ein enttäuschendes Frühstück hinter sich, das aus wässrigem Tee (der Beutel wurde stets mehrmals verwendet) und einer dünnen Scheibe alten Brots mit Butter bestanden hatte. Als er nun schnüffelnd dastand, gab sein stattlicher Bauch ein langes, aufsässiges Knurren von sich.
Thomas runzelte die Stirn.
"Du wirst den Himmel schneller sehen als du denkst, wenn du deinen fetten Arsch nicht sofort in Bewegung setzt und weiterauslädst! Los, mach schon, und verschwende nicht meine Zeit. Oder ist es dir lieber, wenn ich Seamus O'Grady anrufe? Ich bin mir sicher, es interessiert ihn sehr zu erfahren, was seine Fahrer so treiben."
Das war ein besonders heftiger Hieb, selbst für Thomas McGuire. Conors Gesicht wurde dunkelrot, als er ein weiteres Fässchen von seinem Lieferwagen hob. Leise vor sich hinmurrend, stapfte er die Kellertreppe hinunter und ließ den Pubbesitzer allein zurück, der die Quelle des Geruchs erforschen wollte. Thomas' Nase führte ihn zum Nachbarhaus, zu dem heruntergewirtschafteten und seit langem leer stehenden Gebäude, in dem sich früher einmal die Bäckerei der Delmonicos, Papa's Pastries, befunden hatte. Die Delmonicos, die ursprünglich aus Neapel stammten, waren kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in diese Stadt gekommen, wo sie über drei Jahrzehnte lang eben jene Bäckerei an der Main Mall betrieben hatten. Seit Luigi Delmonicos Tod vor fünf Jahren war die Bäckerei jedoch nur noch eine leere Hülle, verlassen und verstaubt. Oder besser, sie war bis jetzt leer gewesen. Denn, so verschwommen sein Blick auch war, selbst Thomas konnte nicht leugnen, dass da hinter den mit Zeitungspapier zugeklebten Fenstern des Ladens ein merkwürdiger Lichtschein hervordrang.
Das Licht wurde heller, als er sich näher an die alte Bäckerei heranschlich, wobei das schwere, exotische Aroma seine stämmigen Knie zittern ließ wie die eines schüchternen Schuljungen. Thomas spähte durch einen kleinen Riss im Zeitungspapier, halb in der Erwartung, den Teufel persönlich am Werk zu sehen. Stattdessen aber sah er nur irgendetwas Goldenes glitzern. Ein glänzendes Monstrum, das sein gesamtes Gesichtsfeld einnahm.
Der griesgrämige Bierbaron brummte und spuckte auf das rissige Pflaster vor der Tür der alten Bäckerei. Es war reine Hexerei, das war es. Kein Zweifel. Aber er würde schon herausfinden, wer oder was da genau dahinter steckte. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.