Ist wieder zeit fuer Anti-Helden?! Falls ja, trifft der Autor mit seinem ersten Berlin-Roman hinein ins depressive Herz der Republik. Obwohl die drei Charaktäre den Leser nicht wirklich an sich ranlassen, wird einem schnell bewusst, dass der Protagonist ein Looser ist, Willberg irgendwie ein Arschloch und Lou wahrscheinlich ganz suess, aber zum verlieben wohl doch zu zickig. Das Ende ist nicht vorhersehbar und kommt ziemlich subtil rüber. Wenn das Leben tatsächlich so aussieht, und Typen wie Kristofer, Willberg und Lou irgendwo hier auf diesem Planeten herumlaufen, na, dann gute Nacht.
Alles in allem ein Roman in bester "film noir" Manier.
Nicht für "happy-go-lucky-stimmung", wohl aber für melancholische Herbstabende. Georg Trakl hat's vorgemacht:
Die bunten Bilder, die das Leben malt//Seh' ich umdüstert nur von Dämmerungen,//Wie kraus verzerrte Schatten, trüb und kalt,//Die kaum geboren schon der Tod bezwungen....Anyway, Alles Wird Gut...