Die Autorin ist offenbar Autodidaktin, was ja erstmal nichts Negatives ist. Sieht man sich jedoch die gezeigten Fotografien an, kann man nur zu dem Urteil gelangen, dass ihr bisher angeeignetes Wissen sehr begrenzt ist. Es werden viele Gegenüberstellungen gemacht von Beispielbildern der Art 'so ist es falsch' vs. 'hier ist es richtig'. Jedoch bereitet es Mühe auf Anhieb zu erkennen, welches der beiden Bilder denn nun das bessere sein soll. Fast alle Fotos in dem Buch sind fehlbelichtet (viele sind extrem unterbelichtet, andere wieder völlig überbelichtet und von einerm sehr harten Lichtcharakter geprägt - 'schöne' Schlagschatten inklusive, die Farben sind nicht stimmig, die Kontraste flau) auch diejenigen, von denen die Autorin angibt, dass sie zu der Kategorie der gelungenen Bilder gehören.
Auf die grandiose Idee, 'störende Reflexe' bei metallischen Gegenständen dadurch zu entfernen bzw. zu reduzieren, dass man sie mit einer Vaselineschicht bestreicht(!), muss man erstmal kommen...
Das Kapitel People- und Tierfotografie mit gerade einmal 10 Seiten ist besonders schwach, schon die gemeinsame Besprechung beider Themen sollte einem zu denken geben. Den Abschluß dieses Kapitels bilden dann 'Grundlagen der digitalen Nachbearbeitung' in einem Umfang von 6 Seiten, bei denen man dann z.B. lernen kann, wie unprofessionelle Fotografien von störenden Bildelementen befreit werden, oder eine Portraitaufnahme mit einem 'Highkey-Look' versehen wird, die mit Highkey nichts zu tun hat. Die Hauttöne stimmen übrigens in fast keinem Bild (mal zu rotstichtig, dann wiederum viel zu kalt und hell oder gar ausgefressen...)
Es ist das unqualifizierteste Buch, dass ich bisher in diesem Bereich kennengelernt habe. Ich mag mein Exemplar noch nicht einmal an diejenigen verschenken, die vielleicht gerade erst beginnen zu fotografieren. Zu jedem der angesprochenen Themen bietet das Internet mehr und vor allem gediegenere Informationen - und zwar gratis.