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Das neue beginnt im Kopf
 
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Das neue beginnt im Kopf [Gebundene Ausgabe]

Roland Bickmann , Jürgen Wilder , Steffen Wagner , Manuel Rehkopf
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Change X

Das Konzept der Kommunikationsgesellschaft und die Innovationsfähigkeit der Unternehmen wollten die beiden Berater Roland Bickmann und Jürgen Wilder auf den Prüfstand heben. Doch leider kombinieren sie interessante Vorschläge und Ideen mit viel Wiedergekäutem. Der banale Titel des Buches mag Lesern als Warnung dienen. Recht spannend ist, was die Autoren im ersten Teil des Buches vertreten: Viele Unternehmen haben eine veraltete Vorstellung von Innovation. Sie orientieren sich viel zu stark an (eigenen) Produkten und zu wenig an Lösungen, die der Verbraucher möchte. Nur deshalb bleibt das Angebot auf dem Markt hinter dem technisch bereits Möglichen zurück. Dabei könnte, würden Firmen ihre Kompetenzen kombinieren, ein Baukasten mit Elementen aus ganz verschiedenen Bereichen entstehen, mit dem man neue und individuelle Lösungen basteln kann. Beispiel: Ein Wohnhaus enthält zwar immer ausgefeiltere elektrische Haushaltsgeräte, so die Autoren, hat sich aber seit Jahrzehnten technisch kaum verändert (was auch nicht ganz stimmt, die energietechnischen und ökologischen Fortschritte lassen sich nicht leugnen). Der Grund, warum Häuser auf einer "archaischen Stufe stehen geblieben" sind: Unternehmen interessieren sich nur für die Verbesserung der von ihnen gelieferten Bauteile - zum Beispiel der Heizung - und nicht dafür, wie man aus dem Haus ein intelligentes Gesamtkunstwerk, ein Smart Home, machen könnte, das optimal auf die Bedürfnisse seiner Bewohner eingeht. Es hapert an der Systemorientierung, am produktübergreifenden Denken in Zusammenhängen. Das sei, so die Autoren, "eine Form der Betriebsblindheit, die heute eines der größten Innovationshemmnisse darstellt". Beim Auto klappt das schon besser, da seine Produktion in der Hand einer Firma liegt. Ein zentrales Display gibt Auskunft über anstehende Inspektionen, Ladezustand der Batterie, Treibstoffverbrauch, Fehlfunktionen und so weiter. Die meisten Häuser (das von Bill Gates mal ausgenommen) können ein solches Überwachungsinstrumentarium nicht vorweisen, man muss sich jedes Mal von den Rechnungen der Energie-, Wasser- und Brennstofflieferanten überraschen lassen und wird auf Defekte erst aufmerksam, wenn das entsprechende Teil schon zusammengebrochen ist. Eine neue Generation von selbstbewussten Kunden, die an der Produktentwicklung zukünftig stärker beteiligt sein werden, fordert solche Lösungen, die ihre Bedürfnisse besser berücksichtigen. Doch um diese Innovationen erzeugen zu können, braucht man erst einmal die erwähnte Systemorientierung und ganz neue Formen von Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen, die über gewöhnliche Allianzen oder gar die häufig scheiternden Fusionen hinausgehen. Die Zukunft gehört, so schwärmen die Autoren, Wertschöpfungsnetzwerken und virtuellen Unternehmen, die sich für ein bestimmtes Projekt zusammenfinden und dann wieder zerfallen. Doch um diese neue Art des Wirtschaftens überhaupt umsetzen zu können, braucht jedes Unternehmen die gemeinsame Klammer einer starken Vision - nur so ist gewährleistet, dass die Mitarbeiter sich weiterhin mit ihrer fluider werdenden Firma identifizieren. Unternehmenskultur und Unternehmensidentität müssen sich wandeln. Zudem braucht man, so die Autoren, einen "Matchmaker", eine Art Moderator, der solche Wertschöpfungsnetzwerke initiiert und zusammenhält. Mit solchen interessanten Thesen beginnt das Buch, doch nach dem zweiten Teil geht es abwärts. Erst ergehen sich die Autoren in weitschweifigen, schlecht mit der Hauptthese verknüpften Erklärungen zum Thema Corporate Identity, dann versandet das Buch in Allgemeinplätzen. Der Leser kommt ins Gähnen: Alles, was er hier geboten bekommt, ist schon viel zu oft gesagt worden. Nur hier und da schimmert in einzelnen Sätzen eine interessante Idee auf - und geht in allgemeinen Ausführungen unter. "Wir sehen und hören viel Rhetorik, aber wenig wirklich Neues, mehr Business as usual, aber wenig Innovatives und noch viel weniger grundlegendes neues Denken", schreiben die Autoren im Vorwort. Schade, dass auch sie in weiten Teilen des Buches wenig mehr zu bieten haben als die besagte Rhetorik. Zwar betonen die Autoren selbst oft, dass ihre Forderungen bereits Allgemeingut, Plattitüden oder trivial seien, aber das hindert sie nicht, sie alle noch einmal wiederzugeben - von der Notwendigkeit des lebenslangen Lernens über die längst fällige Umgestaltung des schulischen Lernens, dem fehlenden Technologietransfer und die Notwendigkeit des Knowledge Sharings in Organisationen. Auch ihre Kritik bleibt zahnlos und unspezifisch, arm an konkreten Beispielen: Es gebe gute Ansätze, aber natürlich geht alles noch nicht weit genug und wirkliche Veränderungen und ein echtes Umdenken seien nötig. Was soll man dazu noch sagen?

(c) changeX - Online-Magazin für Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft

Kurzbeschreibung

Das Neue ist das Alte – nur anders kombiniert Wie kommt das Neue in die Welt? Nur zu gerne wären wir im Besitz der geheimen Rezeptur aus der Hexenküche der Innovation. Doch es geht auch ohne magische Kräfte, behaupten die Unternehmensberater Bickmann und Wilder: nämlich durch Kombination! »Kombiniere«, meinte bereits Sherlock Holmes und stellte Verknüpfungen her, die zu verblüffenden Lösungen führten. Bickmann und Wilder zeigen erkennbare Prinzipien und Trends auf, die den Wandel unseres Lebens und der Ökonomie beleuchten und allesamt auf einem Prinzip beruhen: Innovation durch Kombination. Beispiele dafür sind etwa der Walkman von SONY, oder – zukünftige Entwicklungen vorwegnehmend – das intelligente Haus und das Internet-Fernsehen. Das Prinzip derKombinatorik auf der Basis von Vernetzung wird zu einer Neuordnung der ökonomischen Prozesse führen, die selbst etablierte Großunternehmen in eine nachhaltige Krise stürzen kann.

Über den Autor

Roland Bickmann, geboren 1955, studierte Volks- und Rechtswissenschaften und ist seit 1987 Inhaber der Bickmann & Collegen Unternehmensberatung in Hamburg sowie Autor zahlreicher Wirtschaftssachbücher. Dr. Jürgen Wilder, geboren 1970, studierte Physik und Mathematik am Max-Planck-Institut in Mainz sowie an der Harvard Universitiy in Cambridge/USA und arbeitet heute bei der Siemens-Unternehmensberatung in München.
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