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Das neue beginnt im Kopf [Gebundene Ausgabe]

Roland Bickmann , Jürgen Wilder , Steffen Wagner , Manuel Rehkopf
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt DVA (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421054983
  • ISBN-13: 978-3421054982
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 15,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.920.949 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Change X

Das Konzept der Kommunikationsgesellschaft und die Innovationsfähigkeit der Unternehmen wollten die beiden Berater Roland Bickmann und Jürgen Wilder auf den Prüfstand heben. Doch leider kombinieren sie interessante Vorschläge und Ideen mit viel Wiedergekäutem. Der banale Titel des Buches mag Lesern als Warnung dienen. Recht spannend ist, was die Autoren im ersten Teil des Buches vertreten: Viele Unternehmen haben eine veraltete Vorstellung von Innovation. Sie orientieren sich viel zu stark an (eigenen) Produkten und zu wenig an Lösungen, die der Verbraucher möchte. Nur deshalb bleibt das Angebot auf dem Markt hinter dem technisch bereits Möglichen zurück. Dabei könnte, würden Firmen ihre Kompetenzen kombinieren, ein Baukasten mit Elementen aus ganz verschiedenen Bereichen entstehen, mit dem man neue und individuelle Lösungen basteln kann. Beispiel: Ein Wohnhaus enthält zwar immer ausgefeiltere elektrische Haushaltsgeräte, so die Autoren, hat sich aber seit Jahrzehnten technisch kaum verändert (was auch nicht ganz stimmt, die energietechnischen und ökologischen Fortschritte lassen sich nicht leugnen). Der Grund, warum Häuser auf einer "archaischen Stufe stehen geblieben" sind: Unternehmen interessieren sich nur für die Verbesserung der von ihnen gelieferten Bauteile - zum Beispiel der Heizung - und nicht dafür, wie man aus dem Haus ein intelligentes Gesamtkunstwerk, ein Smart Home, machen könnte, das optimal auf die Bedürfnisse seiner Bewohner eingeht. Es hapert an der Systemorientierung, am produktübergreifenden Denken in Zusammenhängen. Das sei, so die Autoren, "eine Form der Betriebsblindheit, die heute eines der größten Innovationshemmnisse darstellt". Beim Auto klappt das schon besser, da seine Produktion in der Hand einer Firma liegt. Ein zentrales Display gibt Auskunft über anstehende Inspektionen, Ladezustand der Batterie, Treibstoffverbrauch, Fehlfunktionen und so weiter. Die meisten Häuser (das von Bill Gates mal ausgenommen) können ein solches Überwachungsinstrumentarium nicht vorweisen, man muss sich jedes Mal von den Rechnungen der Energie-, Wasser- und Brennstofflieferanten überraschen lassen und wird auf Defekte erst aufmerksam, wenn das entsprechende Teil schon zusammengebrochen ist. Eine neue Generation von selbstbewussten Kunden, die an der Produktentwicklung zukünftig stärker beteiligt sein werden, fordert solche Lösungen, die ihre Bedürfnisse besser berücksichtigen. Doch um diese Innovationen erzeugen zu können, braucht man erst einmal die erwähnte Systemorientierung und ganz neue Formen von Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen, die über gewöhnliche Allianzen oder gar die häufig scheiternden Fusionen hinausgehen. Die Zukunft gehört, so schwärmen die Autoren, Wertschöpfungsnetzwerken und virtuellen Unternehmen, die sich für ein bestimmtes Projekt zusammenfinden und dann wieder zerfallen. Doch um diese neue Art des Wirtschaftens überhaupt umsetzen zu können, braucht jedes Unternehmen die gemeinsame Klammer einer starken Vision - nur so ist gewährleistet, dass die Mitarbeiter sich weiterhin mit ihrer fluider werdenden Firma identifizieren. Unternehmenskultur und Unternehmensidentität müssen sich wandeln. Zudem braucht man, so die Autoren, einen "Matchmaker", eine Art Moderator, der solche Wertschöpfungsnetzwerke initiiert und zusammenhält. Mit solchen interessanten Thesen beginnt das Buch, doch nach dem zweiten Teil geht es abwärts. Erst ergehen sich die Autoren in weitschweifigen, schlecht mit der Hauptthese verknüpften Erklärungen zum Thema Corporate Identity, dann versandet das Buch in Allgemeinplätzen. Der Leser kommt ins Gähnen: Alles, was er hier geboten bekommt, ist schon viel zu oft gesagt worden. Nur hier und da schimmert in einzelnen Sätzen eine interessante Idee auf - und geht in allgemeinen Ausführungen unter. "Wir sehen und hören viel Rhetorik, aber wenig wirklich Neues, mehr Business as usual, aber wenig Innovatives und noch viel weniger grundlegendes neues Denken", schreiben die Autoren im Vorwort. Schade, dass auch sie in weiten Teilen des Buches wenig mehr zu bieten haben als die besagte Rhetorik. Zwar betonen die Autoren selbst oft, dass ihre Forderungen bereits Allgemeingut, Plattitüden oder trivial seien, aber das hindert sie nicht, sie alle noch einmal wiederzugeben - von der Notwendigkeit des lebenslangen Lernens über die längst fällige Umgestaltung des schulischen Lernens, dem fehlenden Technologietransfer und die Notwendigkeit des Knowledge Sharings in Organisationen. Auch ihre Kritik bleibt zahnlos und unspezifisch, arm an konkreten Beispielen: Es gebe gute Ansätze, aber natürlich geht alles noch nicht weit genug und wirkliche Veränderungen und ein echtes Umdenken seien nötig. Was soll man dazu noch sagen?

(c) changeX - Online-Magazin für Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft

Kurzbeschreibung

Das Neue ist das Alte – nur anders kombiniert Wie kommt das Neue in die Welt? Nur zu gerne wären wir im Besitz der geheimen Rezeptur aus der Hexenküche der Innovation. Doch es geht auch ohne magische Kräfte, behaupten die Unternehmensberater Bickmann und Wilder: nämlich durch Kombination! »Kombiniere«, meinte bereits Sherlock Holmes und stellte Verknüpfungen her, die zu verblüffenden Lösungen führten. Bickmann und Wilder zeigen erkennbare Prinzipien und Trends auf, die den Wandel unseres Lebens und der Ökonomie beleuchten und allesamt auf einem Prinzip beruhen: Innovation durch Kombination. Beispiele dafür sind etwa der Walkman von SONY, oder – zukünftige Entwicklungen vorwegnehmend – das intelligente Haus und das Internet-Fernsehen. Das Prinzip derKombinatorik auf der Basis von Vernetzung wird zu einer Neuordnung der ökonomischen Prozesse führen, die selbst etablierte Großunternehmen in eine nachhaltige Krise stürzen kann.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
In der industrialisierten Gesellschaft ließ sich in den vergangenen 200 Jahren eine periodische Konjunkturbewegung nachweisen, die ca. alle 50 Jahre einen Höhepunkt erlebt. Jeder dieser sogenannten Kondratieffzyklen fußt auf einer Basisinnovation, die mit einem gesellschaftlichen Wandel einhergeht. Der erste Zyklus basierte auf der Erfindung der Dampfmaschine, danach kamen Stahl und Eisenbahn, Elektrizität, Petrochemie und Automobil, und seit Ende der 80'er Jahre befinden wir uns im 5. Kondratieffzyklus, dessen Basisinnovation die Kommunikationstechnik ist.

Jeder Kondratieffzyklus brachte spezifische, flächendeckende Logistiknetze mit sich: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand das Eisenbahnnetz, zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Elektrizitätsnetz, danach das Straßennetz und seit einigen Jahren das flächendeckende Kommunikationsnetz. Kommunikationsnetze lassen sich spezifizieren in Telekommunkationsnetze (Standard), lokale und verteilte Computernetzwerke (weitgehend erstellt), das Internet (aktuell in der Entwicklung) und über den technischen Aspekt hinaus gehende Wissensnetze (neu).

Die aktuelle Herausforderung liegt also in der Beherrschung von Wissenslogistik, und das ist das zentrale Thema des Buchs von Roland Bickmann und Jürgen Wilder. Innerhalb des aktuellen Konjunkturzyklus liegt die vorherrschende Innovationsform in der Kombination von Kompetenzen. Das Ziel eines zukunftsorientierten Unternehmens muss nach Bickmann/Wilder darin liegen, eine Fähigkeit zu entwickeln, innovative Lösungen für kundenspezifische Probleme zu finden. Was hier so scheinbar banal klingt, birgt jedoch zwei Elemente, die eine genauere Betrachtung verdienen: Erstens betonen Bickmann/Wilder die Herausbildung einer (dynamsichen) Fähigkeit im Gegensatz zu einem (statischen) Zustand, beispielsweise „Marktführerschaft", zweitens liegt die wertschöpfende Leistung in der nachfrageorientierten Beantwortung kundenindividueller Fragen statt in der Perfektionierung angebotsorientierter Produkte.

Den Schlüssel zum Erfolg sehen Bickmann/Wilder im „Matchmaking": komplexe Bedarfsanforderungen durch Kombination von Kompetenzen und Know-How zu hochwertigen Wertschöpfungsnetzwerken erfüllen. Der Erfolgsfaktor zur Bildung von Wissens- und Wertschöpfungsnetzen ist ein beherrschter Kommunikationsprozess, der im Wesentlichen aus den Komponenten „Kooperation" und „Koordination" besteht.

Die Voraussetzungen für die Beherrschung von Kooperation und Koordination liegen nach Bickmann/Wilder vorrangig in der zentralen Rolle des Menschen als Wissensträger und kreativen Denkers, in der unternehmenskulturellen Identität und in technologischer Unterstützung. Über weite Strecken des Buchs werden Abhängigkeiten zwischen diesen Kernelementen und den angestrebten Erfolgsfaktoren beschrieben: Kooperation basiert auf dem Vertrauen, das eigene Wissen mit dem Wissen der Partner zu kombinieren - Dieses Vertrauen erfordert Klarheit über das eigene Wissen und das Wissen der Partner - Wissen wird stark durch die Unternehmensidentität geprägt - Die Außenwirkung der Unternehmenskultur beeinflusst, wie man von Partnern in Wertschöpfungsnetzwerke eingebunden wird.

Die zentrale Frage des Wissensmanagements als prägendes Element der Unternehmensidentität wird weitgehend humanzentriert beantwortet: Nur der Mensch ist in der Lage, Wissensrohstoffe durch Einordnung in einen sinngebenden Kontext, durch Verknüpfung mit Erfahrung und durch methodische Selektion zu nutzenbringendem Wissen zu „veredeln". Kooperation basiert vor allem auf dem vertrauensvollen Umgang von Menschen miteinander.

Unbeantwortet bleibt hingegen die Frage, wie Wissen übertragen werden kann. Potentielle technologische Ansätze, die in der Praxis gerne an vorderster Front unter dem Label „Wissensmanagement" verkauft werden, werden von Bickmann/Wilder kaum auf Chancen untersucht, sondern mit der Warnung vor dem Anlegen von Datenfriedhöfen in die Schranken gewiesen. Sie gehen sogar so weit, das Trauma der Informationsflut - Information Fatigue Syndrome - zu zitieren; einen Begriff, der unter dem Verdacht steht, ähnlich wie ein Hoax-Virus gar keinen fundierten Inhalt zu haben, sondern nur als Worthülse in der Berichterstattung zu kursieren.

Die eingeschränkte Sicht auf technologische Aspekte des Wissensmanagements ist bedauerlich, denn erst durch den Brückenschlag der Wissensübertragung würde aus dem von Bickmann/Wilder entworfenen Bild, Wissen in Kooperationen einzubringen, ein konsistenter Handlungsleitfaden.

Es ist dem Buch deutlich anzumerken, dass die komplexe Thematik in erster Linie unter dem Aspekt der Herausbildung von Unternehmensidentität zu greifen versucht wird - offenbar Herrn Bickmanns Steckenpferd, dem er ja schon einen eigenen Titel gewidmet hat (Chance Identität: Impulse für das Management von Komplexität). Das ist bis zu einem gewissen Punkt ja auch plausibel: Nur ein Unternehmen, das sich über seine Identität völlig im Klaren ist, kann den eigenen Mitarbeitern den Kontext und das Identifikationsportal für die Herausbildung von unternehmensspezifischem Wissen liefern und den externen Partnern die Schnittstellen für die Einbindung in Wertschöpfungsnetzwerke aufzeigen. Für die klare Herausarbeitung dieses Gedankens ist das Buch lesenswert.

Allerdings bleibt festzuhalten, dass sich das Buch auf die ausführliche Darstellung der menschlichen und unternehmenskulkturellen Voraussetzungen für angewandte Wissenslogistik beschränkt. Was die Methodik der Wissensübertragung angeht - insbesondere die Chancen und konkreten Verwendungsmöglichkeiten technologischer Instrumente - sehen wir betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen ;-)

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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Buch "Das Neue beginnt im Kopf" beschäftigt sich mit der Frage, warum einige Märkte von der Industrie nicht hinreichend bedient werden, obwohl sie profitabel wären und vor dem Hintergrund des heutigen Standes der Technik im Grunde auch bedient werden könnten, wenn man denn das Wissen verschiedener Player in der Wirtschaft kombinieren würde. Als Beispiel nennen die Autoren das heutige Haus, welches sich im Vergleich zum Automobil immer noch auf einem archaischen Stand der Technik befindet und beispielsweise nicht einmal über eine Zentralverriegelung verfügt, die technisch leicht zu installieren wäre.
Der Grund dafür, warum der Kunde nur Produkte angeboten bekommt, die in Ihrer Summe keine wirkliche Lösung für Probleme darstellen, wird in der Aufstellung der Unternehmen gesehen, die isoliert voneinander ihre Kernkompetenzen in einzelne Produkte verpacken. Eine Kombination der Kernkompetenzen, etwa im Rahmen von Wertschöpfungsnetzwerken und temporären Unternehmen, wird durch das Festhalten an herkömmlichen Prinzipien, wie die Abschottung vom Wettbewerber, zu starke Produktorientierung oder Machtstreben durch klassisches Wachstum, die sich in den Unternehmenskulturen widerspiegeln, verhindert.
Es wäre gut, wenn auch am Ende des Buches die Aussagen mit weiteren Beispielen untermauert worden wären. Insgesamt ist dieses Buch wegen seiner nicht alltäglichen Ideen zur einer erfolgversprechenden Neuaufstellung der Wirtschaft sicherlich lesenswert.
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Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Natürlich sind Innovationen das Ziel jedes Unternehmers, fragt sich bloss, woher nehmen? Das Rezept der beiden Unternehmensberater Bickmann und Wilder lautet ganz einfach: Kombination. Wie man das anstellen muss, welche Strategien und Veränderungen man braucht, das steht in ebenso einfacher wie einprägsamer Sprache in diesem Buch. Dabei spürt der Leser sehr schnell, dass die Autoren die Praxis kennen. Ganz ohne wissenschaftliche Höhenflüge erläutern sie für den unternehmerischen Alltag die Vorgehensweise, die es Unternehmen ermöglicht, mit der neuen Ökonomie Schritt zu halten und ihren Erfolg künftig auf Kooperation zu begründen. Wir von getAbstract.com empfehlen dieses Buch Managern und Unternehmern, die kein Problem damit haben, über ihren Tellerrand hinauszuschauen, und für die neues Denken nicht Katastrophe, sondern Chance bedeutet.
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