Manuel Andrack war wieder unterwegs. Und erzählt davon. Denn auch das ist "das neue Wandern": Es lässt sich damit Geld verdienen. Andrack bedient einen Trend, plaudert auch das ein oder andere Mal ganz nett über seine Erlebnisse, aber den Vollblutwanderer oder gar den Wanderpapst nimmt man ihm nicht ab.
Dazu ist er zu eindimensional auf Eintages-Rundwanderwege ausgerichtet. Und nimmt dafür auch noch unglaublich lange Anfahrten in Kauf. Er berichtet von Wanderolympiaden, Wanderfestivals, Wettbewerben im so-weit-wie-möglich-wandern oder möglichst-schnell-wandern, das ist (mit Ausnahme des originellen -allerdings erfundenen- Wettbewerbs des Mountainbikerweitwurfs) weit entfernst von dem, was für mich Wandern bedeutet: Zeit, Muße, Ruhe, Natur und glückliche, unbeschwerte Stunden.
Es gibt keine Mehrtageswanderung von A nach B (das war früher der Sinn einer Wanderung), keine Berge (auch wenn er glaubt, diese in den Mittelgebirgen zu finden) und der Alpenverein hat nach Andracks Meinung nur so viele Mitglieder, weil man vergünstigten Eintritt in Kletterhallen erhält - entlarvend!
Die 3 Punkte hat sich Andrack durch die kurzweilige Schilderung einiger Hintergründe wie z. B. einer Wanderwegzertifizierung verdient. Ansonsten: Nette und harmlose Geschichtchen. Für Spaziergänger.
Wer lange Wanderungen liebt und Berichte über persönliche Begegnungen in der Natur, ist bei Andreas Kieling (Ein deutscher Wandersommer) besser aufgehoben.