Alles in allem hat mich das Buch nicht überzeugt. Einige Begriffe werden zwar ganz anschaulich erklärt, bei anderen Frage ich mich dagegen, wie sie Einzug in das Buch gefunden haben. So gibt es etliche Beiträge, bei denen eine Ansicht, die momentan viele Menschen teilen, nur deshalb zum "Irrtum" werden, weil es einen oder wenige Wissenschaftler gibt, die dem widersprechen. Als Beispiel sei hier nur das Stichwort "Mauser" bzw. "Federn" und deren Entstehung genannt. Beides dient laut Aussage des "Lexikon" in erste Linie dazu, giftige Schwefelverbindungen, die durch den Verzehr von Insekten entstehen, abzulagern. Deshalb seien sie auch im Laufe der Evolution entstanden und Fliegen bzw. Wärmeerhalt sind nur ein Nebenprodukt. Da wollte so ein gefiedertes Tier eine Hummel fangen und merkte, dass es mit ausgebreiteten/aufgefächerten Federn bessere Chancen hatte als Kollegen ohne. Also flogen sie irgendwann. So einfach wie es sich die Autoren machen ist es aber sicherlich nicht, denn zum Fliegen gehört mehr, als Federn, die als chemische Müllhalden dienen, und der Wunsch eine Hummel zu fressen. Bei vielen anderen wissenschaftlichen Themen ist leider ein derartiges Vorgehen zu verzeichnen.
Auch werden dort angebliche verbreitete Irrtümer genannt, die ich noch nie im Leben gehört habe bzw, die irgendein mir bekannter Mensch vertritt (1 Liter Wasser + 1 Liter Alkohol sind zwei Liter Flüssigkeit, Großbritannien ist das letzte Land mit Linksverkehr) bzw. auch solche Dinge, die man schon im Kindergarten berichtigt bekommen hat (ein Delphin ist ein Fisch, beim Nasenbluten muss man den Kopf in den Nacken legen, im Schatten bekommt man keinen Sonnebrand, etc.). Die Geschichte-betreffenden Abschnitte sind im Verhältnis zu anderen Bereichen sehr lange und auch am langweiligsten.
Bei einigen Abschnitten kann man aber definitiv etwas dazulernen, weshalb es von mir immerhin den zweiten Stern gibt.