Limbeck legt hier ein Buch über die alte Verkäuferschule vor, auch wenn er sie als neu ausgeben will. Wie der Titel schon sagt geht es ums verkaufen und dies in erster Linie. Der Verkäufer als harter Hund wird von ihm glorifiziert und wird damit abgebrühten Verkäufern die das Buch lesen durchaus schmeicheln. Beim Lesen hatte ich zumindest teilweise das negative Klischeebild des Finanzberaters bekannter Finanzdienstleister im Kopf (wie gesagt das Klischeebild, ich will nicht pauschal irgendwelche Leute aburteilen, es mag da sicher solche und solche geben). Ich konnte mir beim Lesen Leimbeck gut als Redner auf einer Verkäuferveranstaltung vorstellen, wo er mit markigen Sprüchen mal ordentlich einheizt! Das ganze ist sehr eindimensional, man muss aber in der Realität sehr wohl abschätzen ob man auf einen einzigen Abschluss hinarbeitet (sagen wir der Abschluss einer Lebensversicherung bei einem Privatkunden) und den Kunden dann nachher nicht mehr unbedingt weiter halten will oder ob man eine dauerhafte Kundenbeziehung aufbauen will (womöglich gar mit einem professionellen Einkäufer). In letzterem Fall sollte man naheliegender Weise vorsichtig damit sein, irgendwelche vermeintlich schlauen Hardselling Tipps zu befolgen.
Etwas abstrus wird das Buch, wenn dann teilweise versucht wird eine Brücke zwischen Hardselling und der CRM Welle der letzten 10 Jahre zu schlagen. Es heißt dann erfolgreiches verkaufen im Sinne des Hardselling und der Aufbau einer langfristigen Kundenbeziehung sei kein Widerspruch. Hierüber kann man sicher streiten, ich finde es gibt zu große grundsätzliche konzeptionelle Unterschiede als dass dieser Brückenschlag gelingen kann.
Interessant ist das Buch für Verkaufsanfänger und Leute die etwas hinter die Kulisse des Verkäufertums blicken wollen und vielleicht dabei die eine oder andere Strategie geschickter Verkäufer durchschauen wollen. Für Verkaufsprofis sicher kaum Neues, hier lebt die alte Schule des Hardsellings auf, was in der momentan Wirtschaftskrise bei vielen Vertriebsleitern sicher durchaus populär sein mag. In der Praxis ist es in meinen Augen eine Art Pendelspiel, in guten Zeiten sind eher weichere Konzepte gefragt und in schlechten heißt es dann: sell like hell!