Aus der Amazon.de-Redaktion
Bis November 2004 war Abu Mussab al Sarkawi Interpol nicht einmal eine "Red Notice" wert. Heute gilt er bereits als wichtigster Mann des international-islamistischen Terrorismus der Al-Qaida-Generation nach Bin-Laden. Jean-Charles Brisard, der in Sachen Dschihadismus ohne jede Übertreibung wohl best informierte Privatermittler, legt mit
Das neue Gesicht der Al-Qaida ein Porträt dieses für seine ungewöhnlich raue Gewalt bekannten Sarkawi vor, das für die Zukunft nichts Gutes erwarten lässt, wenn es nicht gelingen sollte, ihn möglichst bald auszuschalten.
In seiner Jugend war Sarkawi (mit bürgerlichem Namen eigentlich Ahmed Fadil Nasal al-Khaleileh) alles andere als ein gläubiger Muslim. Im Gegenteil machte er vor allem wegen seiner Alkoholeskapaden und aufbrausenden Brutalität von sich reden. Die "religiöse" Wendung brachte der Besuch einer Koran-Schule, in die ihn seine um das Seelenheil ihres Sohnes besorgte Mutter nötigte. Mit zweifelhaftem Erfolg: Sein rasendes Naturell fand in der salafistischen Variante des Islam eine ideologische Rechtfertigung für die in ihm offensichtlich von Natur angelegte rücksichtslose Gewalt, der er fortan zur vermeintlichen Ehre des Propheten gegen alles "Ungläubige" mit gutem Gewissen freien Lauf lassen konnte. Sein unbändig blutrünstiger Furor ließ ihn schnell zu einer Leitfigur islamistischer Fanatiker aufsteigen.
Die kriminalistische Akribie Brisards biografischer Ermittlungen ist erstaunlich, auch wenn man in Rechnung stellen muss, dass er eine ganze Schar von Assistenten beschäftigt, die jeder erdenklichen Spur über den ganzen Erdball folgen. Anhand unzähliger, klug zusammengefügter Fakten belegt der Band schlüssig, dass Sarkawis Einfluss sich nicht nur auf die Terrorzellen im Irak beschränkt, von wo aus er mit Hinrichtungen vor laufender Kamera die Welt auf sich aufmerksam machte. Seine Kontakte und sein Einfluss reichen vielmehr auch nach Europa, namentlich nach Deutschland und Spanien. Vieles spricht dafür, dass er an den Anschlägen von Casablanca 2003 und Madrid 2004 maßgeblichen Anteil hatte. Das neue Gesicht der Al-Qaida ist bei alldem mehr als die Biografie eines besonders gefährlichen Terroristen. Brisards Bericht legt vielmehr die Unmöglichkeit offen, sich gegen die absolut rücksichtslose und kaum berechenbare Form des in losen Netzwerken organisierten Dschihadismus effektiv zu wappnen. -- Andreas Vierecke
Pressestimmen
»Kein Zweifel - dem französischen Terrorexperten ist mit seinem Buch ein großer Wurf gelungen. Aktuelleres zum Thema Al Qaida lässt sich kaum finden.« DER TAGESSPIEGEL »Dem Thema Al-Qaida hat sich seit Jahren der französische Top-Ermittler Jean-Charles Brisard angenommen, einer der besten Kenner der internationalen Terrorismus-Szene. Seine Spitznamen sprechen für sich: Sherlock Holmes, der Zweite oder auch der Schattenmann. Brisard befasst sich als Chef-Ermittler mit den Anschlägen auf das World Trade Center vom 11. September 2001.« ZDF.de/Daniel Matanovic/aspekte »Das Ergebnis detektivischer Kleinarbeit...Als Ergebnis dieser Recherchen ist nun das Portrait eines Mannes entstanden, der durch seine ungewöhnliche Brutalität zu einem Star der Terrorszene geworden ist: Abu Mussab al-Sarkawi. Seine traurige Berühmtheit verdankt er dem Umstand, daß er seinen Geiseln im Irak vor laufender Kamera eigenhändig die Kehle durchschneidet.« Andreas Baum, Deutschlandradio Kultur »Das Buch des französischen Terrorismus-Experten Brisard bietet eine fundierte, gründlich recherchierte Biografie des international gesuchten Terroristen. Es ist zugleich das aktuellste Buch über die Hintergründe von Al-Qaida.« Zugerbieter, Baar »Das Buch ist eindrücklich, ausserordentlich gut dokumentiert und, bei aller Brisanz, zurückhaltend und unsensationell geschrieben.« Solothurner Zeitung »Kein Zweifel - dem französischen Terrorexperten ist mit seinem Buch ein großer Wurf gelungen. Aktuelleres zum Thema El Kaida lässt sich kaum finden.« Kölner Stadt-Anzeiger »Diese Buch bietet eine ungewöhnlich detailreiche Innennansicht des globalen islamistischen Terrorismus, gleichzeitig versucht es, die ideologischen Beweggründe der Dschihadisten zu erklären.« Radiofeuilleton Sachbuch