Hier handelt es sich um die umgestaltete Neuauflage eines Buches (Das große DerDieDas), welches Ende der 80iger Jahre für gewisses Aufsehen gesorgt hat. Unterdessen hat mit dem Thema Sexualität eine rasante Entmystifizierung stattgefunden; man könnte fast von Trivialisierung sprechen. Die Zuschaustellung von erotischen Handlungen ist heute zum medialen Massenkonsumgut geworden.
Inhalt (Auszug):
Einhergehend mit dem Bedeutungsverlust der traditionellen Ehe, hat die sequenzielle Monogamie zugenommen. Treue ist nicht mehr ein Wert an sich, sondern muss ausgehandelt werden. Dennoch findet statistisch der überaus meiste Sex weiterhin in "Beziehungen" statt, sobald zwei Personen beteiligt sind. Junge Menschen machen heute tendenziell früher ihre ersten Erfahrungen; der Zugänglichkeit zu "Informationsmaterial" ist durch die neuen Medien (v.a. Internet) explosionsartig gestiegen.
Zwischen den Polen 'Homosexualität' und 'Heterosexualität' findet zunehmend eine Auflösung der Dualität statt; neue Zwischenformen (Intersexualität) gelangen zumindest in Großstädten zu einer gewissen Öffentlichkeit (Der Autor stellt das Dualitätsmodell generell in Frage).
Das Buch ist aus Vorlesungen eines Semesters an der Uni Hamburg entstanden. Für "aufgeklärte" Bürger enthält es wenig neue Fakten zum Thema. Es ist in wissenschaftlichem Schreibstil gehalten (einschließlich vieler Fußnoten). Dass das Thema Sex an sich an Reiz verloren hat, kann man dem Buch nicht zum Vorwurf machen. Ich glaube nicht, dass es viele Leser finden wird.