Wer Capra kennt, weiß es: er hat ein Händchen dafür, die besten und originellsten Menschen ihres Feldes zu finden, sie zu befragen, die Ergebnisse fachübergreifend zu verknüpfen und fachlich fundiert für den Laien verständlich darzulegen. Seine ganzheitlich-ökologische Betrachtung von Wissenschaft und Gesellschaft, der immernoch im Vollzug befindliche Übergang von mechanistischem zu systemischem Denken und dessen Auswirkungen in verschiedenen Disziplinen ist zu großen Teilen weiter aktuell: man merkt, dass die 80er und 90er Jahre (was den Mainstream betrifft) fast etwas wie ein Winterschlaf für progressive Bewegungen waren und eine Reaktion des kurzfristigen, kurzsichtig-egoistischen Denkens brachten. "Dank" der jüngeren Großereignisse wie 9/11, der BP-Katastrophe und dem SuperGAU in Japan wird das ökologische Bewusstsein breiterer gesellschaftlicher Schichten nun in immer schnellerer Folge wieder und wieder wachgerüttelt und wir können da weitermachen, wo Capra&Co mit Büchern wie diesem schon vor 25 Jahren angekommen waren. Streckenweise ist es inzwischen für interessierte Menschen Allgemeingut, was drinsteht, aber für jede/n, der noch keine fächerübergreifenden Analysen von Wissenschaft und Gesellschaft der Gegenwart gelesen hat (oder glaubt, "Ganzheitlichkeit" sei nur etwas für romantische Esoteriker), ist das Buch unbedingt empfehlenswert.