Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Das mechanische Klavier
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Das mechanische Klavier [Gebundene Ausgabe]

William Gaddis , Marcus Ingendaay
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

In einem einsamen Krankenzimmer eines Hospitals liegt ein alter Mann, ein kranker Schriftsteller, und wartet auf den Tod. Dass er sterben wird, weiß er, doch wann, das weiß er nicht. Um ihn herum stapeln sich zahllose Aktenordner voller Papiere, Dokumente, Aufzeichnungen, Entwürfe, und Notizen; das schier erdrückende Ergebnis Jahrzehnte langer Sammelwut und akribischer Recherche über den Aufstieg der Populärkultur und den Niedergang der hohen Kunst seit Ende des 19. Jahrhunderts. Ein unabgeschlossenes Lebenswerk, das der Künstler, den Tod vor Augen, in seinem, im wahrsten Sinne des Wortes atemlosem Monolog verzweifelt zu ordnen versucht: "Ordnung ist jetzt ganz entscheidend. Hilft außerdem Stress zu vermeiden, ich kriege schon kaum noch Luft, alles der Stress."

Im Mittelpunkt der bitteren und zugleich ironischen Abrechnung mit dem modernen Kulturbetrieb steht das mechanische Klavier: Jene Erfindung, mit der die Misere der Kunst anfing, weil es die Illusion vermittelte, jeder könne ein Künstler sein und zugleich, keiner bräuchte mehr einer zu sein, weil ja die mit Lochstreifen bespielten Maschinen viel genauer, schneller und zuverlässiger der breiten Masse Vergnügen bereiten konnten. Den Siegeszug der programmierten Kunst als Unterhaltung der breiten Masse setzt sich nach dem Untergang des mechanischen Klaviers mit Fernsehen und digitalen Medien fort. Am Ende steht eine Kultur der Kopie, die selbst im Menschen nur noch genetisches Material zum Klonen optimierter Körper sieht.

Das mechanische Klavier ist der letzte Roman des amerikanischen Schriftstellers William Gaddis, der noch vor der Veröffentlichung 1998 verstarb. Obwohl Gaddis zwischen 1955 und 1994 nur vier Romane publizierte, gelten Die Fälschung der Welt, JR, Die Erlöser und Letzte Instanz nicht nur in den USA als Schlüsselwerke der zeitgenössischen Literatur. Gaddis fand erst spät ein breiteres Publikum, was sicher auch an einem charakteristischen Stilelement seiner Erzählweise liegt, der minutiösen Darstellung gesprochener Sprache in endlos ineinander verschachtelten Dialogen und Monologen.

Das gilt auch für Das mechanische Klavier, das jedoch mit knapp 100 Seiten eher ein kurzes Werk darstellt, was den Zugang erheblich erleichtert. Und in der Tat bereitet diese zwischen Thomas Bernhard und Samuel Beckett angelegte Tirade auf den modernen Kunstbetrieb nicht nur erhebliches Vergnügen, sondern erweist sich am Ende trotz ihrer Kürze als eine beeindruckende Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit des Lebens und der Kunst. --Peter Schneck

Kurzbeschreibung

Die vier gewaltigen Romane von William Gaddis gehören zum Bedeutendsten, was die amerikanische Literatur des 20. Jahrhunderts hervorgebracht hat. Nun erscheint sein fünftes und letztes Buch - es ist sein literarisches Vermächtnis. Gekleidet in das Gewand des Romans veranschaulicht »Das mechanische Klavier« Gaddis' künstlerische Überzeugungen und seine lebenslange Auseinandersetzung mit jenen Aspekten der modernen Gesellschaft, die die Kunst in ihrer Existenz bedrohen. Über fünfzig Jahre hatte Gaddis Material zu einem Werk über die Mechanisierung der Kunst gesammelt, wie er sie in der Erfindung des mechanischen Klaviers im späten 19. Jahrhundert symbolisiert sah. In den Jahren vor seinem Tod komponierte er aus der Fülle seiner Aufzeichnungen den dramatischen Monolog eines sterbenden Schriftstellers, dessen Gedanken auf dem Krankenlager unablässig um das Buch kreisen, das er noch zu vollenden hoffte. In imaginierter Zwiesprache mit Dichtern und Denkern vergangener Epochen versucht er zu zeigen, wie beispielsweise eine »Kommerzmaschine« wie das mechanische Klavier den Niedergang der Künste ebenso symbolisiert wie selbst beschleunigt hat.

Klappentext

"Ein furioser Rundumschlag!"
Die Presse

"Ein knapper, schneller, radikaler Abgesang. Eine große Lesefreude."
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

"Mit diesem Buch kommt eine Art Hintertürchen ins spöttische Universum von Gaddis' Werk, eine Bilanz der Verluste, die Sehnsucht und der Schmerz in dem Blick auf den Lebensmoment, 'als alles möglich war'."
Basler Zeitung -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

William Gaddis (1922-1998) zählt mit Don DeLillo, Richard Ford und Thomas Pynchon zu den bedeutendsten amerikanischen Schriftstellern unserer Tage. Nach dem Studium in Harvard reiste er mehrere Jahre durch Europa, Zentralamerika und Nordafrika und arbeitete an seinem ersten Roman, »Die Fälschung der Welt«, der 1955 in Amerika erschien. Als der erhoffte finanzielle Erfolg ausblieb, arbeitete Gaddis u.a. als Produzent von Lehrfilmen in der Industrie und für das Militär. Erst zwanzig Jahre später, 1975, erschien sein zweiter Roman, »J R«, der mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde. Es folgten »Die Erlöser« (1985) und »Letzte Instanz« (1993), letzteres erhielt ebenfalls den National Book Award. Kurz vor seinem Tod vollendete Gaddis das Hörspiel »Torschlußpanik« sowie seinen letzten Roman, »Das mechanische Klavier«.
‹  Zurück zur Artikelübersicht