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am 2. September 2009
Schon fast 15 Jahre ist es her, dass Majella Lenzen, ehemalige Schwester Maria Lauda, nach einem endgültigen Konflikt mit der Kirche von ihren Gelübden entbunden wurde.

Nun hat sie es gewagt und ihre Erinnerungen und Erlebnisse aufgeschrieben, von ihrem ersten Einsatz in Afrika an, nachdem sie 1959 ihr erstes Gelübde abgelegt hatte. Achtzehn Jahre hat sie als Missionarin das Turiani Hospital in Tansania geleitet, bevor sie 1982 die Leitung der Ordensprovinz in Simbabwe übernahm.

Schon in dieser Zeit, so berichtet sie in einem Buch, das die beiden ebenfalls von der Katholischen Kirche geschassten Theologen Eigen Drewermann und Heinz Küng unabhängig voneinander empfehlen, gerät sie in zum Teil heftige Konflikte mit der Amtskirche. Nachdem sie versucht hatte, die Ordensregel als Provinzoberin zu erneuern, platzt die Bombe und sie wird versetzt. In einer Region, die unverhältnismäßig stark von AIDS betroffen ist, soll sie die kirchliche Hilfsarbeit für die Kranken koordinieren. Schon da hat sie im Wesentlichen abgeschlossen mit einer Kirche, die sie als hart und starr empfindet, die sie nicht in der Lage sieht, den wahren Bedürfnissen der Menschen wirklich entgegenzukommen.

Als sie dann eine Kiste von Kondome in das Rotlichtviertel der Stadt Morogoro transportiert, ist der Rauswurf perfekt. Ein langer Weg ist zu Ende gegangen. Doch ähnlich wie die beiden oben schon erwähnten Theologen, wirft Majella Lenzen mit ihrer Trennung von der Kirche nicht ihren Glauben an Christus über Bord, sondern sie wird sich noch bewusster darüber, was die Gerechtigkeit bedeutet, von der in der Bibel die Rede ist. Das ganze Buch über, mit wahrhaftig abenteuerlichen Episoden eines Lebens als Missionarin, spricht sie immer wieder von ihrer großen Hoffnung, dass es eines Tages eine Kirche geben wird, die fähig geworden ist für den wahrhaftigen Dialog und die den Menschen, die in ihr arbeiten und ihrer Sache dienen, aufrichtig gegenübertreten kann.

Ein Glaube, den sie mit Tausenden anderen Menschen teilt, die manchmal an ihrer Kirche verzweifeln, sie aber um der Sache wegen nicht verlassen.
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am 22. Februar 2011
Tja, man weiss nicht ob man betroffen sein soll, oder sich nur über die Borniertheit
der kath. Kirche ärgern soll. Fr. Lenzen beschreibt hier -(vermutlich großteils)- in eigenen Worten ihre Erfahrungen über mobbing, vertuschen und einfach totschweigen, unter dem Deckmantel der "Nächstenliebe". Es ist schon erschütternd, was sich hier innerhalb der kath. Kirche für Abgründe auftun. Und trotz allem hat Fr. Lenzen ihren Glauben an Gott nie verloren und sich tapfer den Anfeindungen und
Verleumdungen ihrerer Vorgesetzten entgegen gestellt. Und beispiellose Nächstenliebe u. Einsatz im Namen Gottes gezeigt.
Ein absolut lesenswertes Buch, das auch zum Nachdenken anregt.
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am 6. September 2009
Ich habe Majella Lenzen (70) im Fernsehen gesehen und von ihren Erfahrungen als Missionsschwester in Afrika und ihren "Rausschmiss" aus ihrem Orden berichten hören. Danach war mir klar, das ich ihr Buch lesen muss. Was hat diese Frau unter schwersten Bedingungen alles geleistet! Ich war baff zu lesen, wie die Missionsschwestern früher "verheitzt" wurden und keinen Anspruch auf Entfaltung ihrer besonderen Fähigkeiten oder gar eigenen Persönlichkeit hatten.Selbst als Majella Lenzen als Sr. Maria Lauda schwer erkrankte, hat man ihr dies anfangs nicht geglaubt und gedacht sie wolle "sich drücken". Und als Dank für alles wird sie schlussendlich nach all den langen Jahren wegen ein paar Kondomen in Ihrer Aids-Kampagne hinausgeworfen (während viele Priester etc. nach weit schwereren Vergehen immer noch ihr Amt ausüben dürfen!). Ich hoffe, das sich in manchem Hinblick etwas ändert und es vielleicht doch noch die eine oder andere Reform in der katholischen Kirche gibt.
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am 9. September 2009
Was Majella Lenzen in ihrem Orden als Nonne und als Missionarin von 1959 -1992 in Afrika erlebte, hat sie aufgeschrieben und öffentlich gemacht, indem sie neben ihren menschlichen Erfahrungen über eine Kirchenordnung berichtet, die gravierende Realitätsnähe vermissen lässt.

Sie ist als junge Frau aus tief gläubigem katholischem Elternhaus in den Orden der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut eingetreten, überzeugt davon, dass Missionsarbeit ihrem inneren Bedürfnis entspricht.
Schon früh gerät sie mit den strengen Ordensregeln in Konflikt, die sie jedoch nicht von ihrem weiteren Weg abhalten.

Ausführlich und überzeugend beschreibt sie, wie sie nach dem Ende ihrer Ausbildung zur Krankenschwester ihre ersten Erfahrungen in Afrika sammelt. Ihre Einsatzorte sind Kenia, Tansania und Simbabwe. In Tansania baut sie ein Krankenhaus auf, erfährt größte Armut, begegnet Patienten mit schweren Krankheiten und lernt das Leben unter ärmlichsten Bedingungen kennen. Sie ist erfüllt von ihrer Aufgabe, zu helfen und treibt Raubbau mit ihren Kräften, so dass sie mehrfach erkrankt. Voller Enthusiasmus widmet sie sich ihren Patienten, verantwortungsbewusst und getrieben von einem bewunderungswürdigen Elan. Mit wachem Blick und kritischem Bewusstsein beobachtet sie, was aus den ehemaligen Kronkolonien wird. Sie sieht sich täglich mit dem sozialen Gefälle und mangelnder Gerechtigkeit konfrontiert.

Den Konflikt ihres Lebens aber erlebt sie in der ständigen Auseinandersetzung mit der Amtskirche in Rom, die fern aller Lebensnähe ihre Regeln verkündet und jene, die sich widersetzen, ausgrenzt.

Der energisch betriebenen Verbesserung der Gesundheitsvorsorge werden durch absurde Ordensregeln Grenzen gesetzt. Kondome bleiben von der Amtskirche an höchster Stelle verboten, doch bieten sie die einzige Möglichkeit, der weit verbreiteten Seuche Aids in Afrika Einhalt zu gebieten. Sie lösen den Konflikt aus, an dem Schwester Lauda, wie sie mit Ordensnamen heißt, bei der Bekämpfung der Krankheit, die tiefes Leid und Unglück verursacht, scheitert.
Nach abenteuerlichen und schweren Einsätzen an verschiedenen Orten in Afrika wird sie des Ordens verwiesen und kehrt enttäuscht aber nicht gebrochen in ihrem Glauben in ihre Heimat zurück.

Ein anrührendes Stück Menschlichkeit wird mit diesem Buch sichtbar. Die mutige, energische, aufopferungswillige und tatkräftige Frau hat mit ihrem Einsatz zahlreichen kranken Menschen in den afrikanischen Entwicklungsländern geholfen. Die Kirche würdigt nicht ihre Taten sondern besteht auf der Erfüllung eng gefasster Glaubensregeln. Sie verliert den Überblick über das, was machbar und was hilfreich ist. Eine Kirche der Verirrung?
Die Gläubigen werden selber um menschlichere Rechte und machbare Glaubensauslegungen streiten müssen!
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am 29. Dezember 2009
Das Buch von Majella Lenzen habe ich mit grossem Interesse gelesen. Zum einen ist es eine interessante Lebensbiographie der Verfasserin. Zum andern öffnet es den Leserinnen und Lesern die Augen für die grosse soziale Problematik in Afrika. Schlussendlich dokumentiert es auch die Verschlossenheit des Römisch Katholischen Klerus gegenüber grossen brennenden Problemen der modernen und globalisierten Welt.
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am 3. September 2009
3 Wochen nach Erscheinen in 3. Auflage und am 14. September auf Platz 5 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Dieses Buch wird die verlogenen Glaubenshüter der römisch-katholischen Amtskirche entlarven und herausfordern.
"Wenn alle schweigen, wird sich nie etwas ändern!", schreibt Majella Lenzen und ermutigt viele von der Kirche Verbannte zum Bekenntnis ihrer Lebensschicksale.
In den Führungsetagen diverser kirchlicher Einrichtungen geht es oft sprichwörtlich unchristlich zu. Die Wahrheit bedarf eines mutigen Menschen, der sie ausspricht!", schreibt Majella Lenzen in der Einleitung ihres erschütternden Buches. "40 Jahre lang war ich Mitglied in einer Gemeinschaft, in der mir die Schwestern nahe standen, die einen offeneren Umgang mit den Ordensregeln leben wollten. 33 Jahre war ich als Schwester Maria Lauda im Dienst der Kirche in Afrika tätig. 33 Jahre lang habe ich Menschen geholfen, insbesondere Kranken, damit sie ein Leben in Würde führen konnten. Die Menschen litten unter Cholera, Malaria, Typhus, HIV, Aids - ihr Unglück hat mich mutig werden lassen. Bis es zum finalen Skandal kam: Ich wurde als Kondom-Nonne stigmatisiert, weil ich mich - gegen die Gebote der Kirche - für Verhütungsmittel einsetzte, als eine Möglichkeit, der Immunschwäche Aids präventiv entgegenzuwirken... Im Jahr 1995 wurde ich von der Bindung an die Ordensregelung befreit worden. Freiwillig war mein Austritt aus dem Orden nicht - ich bin dazu gedrängt worden. Aber nichts kann mich von einer weiteren Suche nach Wahrheit entbinden, der Suche nach einer besseren, aufrichtigeren Kirche..."
Als Papst Benedikt XVI. im März 2009 im Rahmen seiner Afrika-Reise sagte: Man kann das Aids-Problem nicht durch die Verteilung von Kondomen regeln. Ihre Benutzung verschlimmert vielmehr das Problem", ist Majella Lenzen empört und schreibt in ihrem Buch: "Was für ein Hohn!"

Als Majella Lenzen 1995 endgültig nach Deutschland zurückkehrte, war sie plötzlich mittellos - zudem körperlich wie seelisch ausgebrannt.
Wegen des Armutsgelübdes hatte ich, die Ausgetretene, keine finanzielle Absicherung durch meine während der Ordenszugehörigkeit geleisteten Dienste. "Ich hatte ja immer freie Kost und Logis bekommen - unsere Arbeit war somit ehrenamtlich..."
Ein katholischer Prälat sagte dazu einmal in Köln sinngemäß: Wenn es jemand schon wagt auszutreten, dann soll er oder sie auch einen Tritt... bekommen und in der Gosse landen!"
Beim 50-jährigen Bestehen von UNICEF begegnet Majella Lenzen im Juni 2003 in Köln Sir Peter Ustinov, der sie voller Freude begrüßte, weil er schon viel von ihr gehört hatte.
Mögen Tausende von Menschen das aktuelle Buch einer Heiligen auf leisen Sohlen" lesen anstatt sich mit dem heuchlerischen Geschwätz von Papst Benedikt und seinen Anhängern zu identifizieren.

Roland R. Ropers
Religionsphilosoph & Publizist
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am 21. Mai 2016
Hier mein Leben öffentlich zu machen und vor anderen Menschen auszubreiten, das fiel mir wahrhaftig nicht leicht.
Das war mir nur möglich in dem Bemühen um einen Anstoß zu geben, der zu mehr Dialog, Wertschätzung und vertiefter Spiritualität - nicht Konformismus oder Funktionalismus - führt.
In den Orden wird Außerordentliches geleistet. Mein Beispiel zeigt es bei den Ärmsten in Ostafrika. Aber diese Leistung darf nicht zur Aufgabe des eigenen Ich führen. Deshalb schildere ich so viele Einzelheiten.
Der Kondom Skandal wirkte dann wie ein Highlight, das mir die Augen öffnete. Das aber nicht immer "zu bieten ist!"
Entwicklungshelfer wurden zu meiner Zeit statusrechtlich entlohnt. Wir arbeiteten praktisch unser Leben lang ehrenamtlich.
Und am Lebensabend liegt die Rente für Ausgetretene auf Sozialhilfeniveau (in Deutschland; in Österreich hat der Staat durch Gesetze vorgesorgt, damit statusrechtliche Renten eingefordert werden können).
Weil wir gewissermaßen "freiwillig" ausgetreten sind haben wir keine weiteren Rechte.
33 Jahre im Entwicklungsdienst in Afrika tätig zu sein, war mir eine Ehre. Dieser Dienst prägt mich bis heute und macht mich innerlich reich und dankbar. Dennoch nehme ich das finanzielle Fiasko nicht hin. Denn auch Ordensgemeinschaften die in der Vergangenheit finanziell nicht geschult waren bzw. sich nicht beraten ließen, haben am Lebensabend ein Problem
ihre alten Mitglieder zu versorgen. Dort sollte Kirche erst einmal solidarisch Einfluß nehmen und zeigen was ihnen der Dienst der gehorsamen, armen, ehelosen "Dienstmägde um des Himmelreiches willen" wirklich wert ist.
Vielleicht gäbe es dann auch wieder Ordensberufe - weil die Jugend sehen kann, das es ihrer Kirche ernst ist mit dem was sie predigt.
Majella Lenzen, Autorin
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am 11. Oktober 2009
Ein sehr schönes Buch, das auch der Autorin Respekt gebühren läßt. Wenn man die Dame auch noch privat kennt, so fragt man sich doch sehr, welche Schicksale hinter jedem Menschen stecken können... Aus dieser Sicht, so möchte ich erwähnen, schaffte ich es nicht, die ein oder andere Träne zu unterdrücken. Trotzdem Danke!
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am 28. April 2015
Majella Lenzen erzählt über ihr Leben, ihre Kindheit und dem frühen Wissen darum, dass sie ihr Leben Gott widmen wollte. Nach ihrer schulischen Ausbildung im Internat des Ordens der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut in Neubeken folgte die klosterinterne Ausbildung. Als Schwester Maria Lauda lebte sie 40 Jahre im Orden und davon 33 Jahre in Afrika als Missionsschwester. Zuerst Ausbildung zur Krankenschwester in Nairobi, dann Leitung des Krankenhauses in Tansania, gefolgt von Provinzoberin in Simbabwe, zuletzt Aids-Koordinatorin in Tansania.
Heute heisst sie wieder Majella Lenzen, da sie gegen zu viele Widrigkeiten (und kirchliche Strukturen) kämpfen musste und sodann aus dem Orden austrat. Was schlussendlich zum Verlassen des Ordens führte, war ihr Einsatz gegen Aids, respektive das Verteilen von Kondomen zum Schutz vor Aids!

Erschreckend war die Information, dass seit den 1980er Jahren in Afrika 25 Mio. Aids-Tote zu verzeichnen sind! Und dann verbietet die Kirche den Gebrauch von Kondomen! Unverständlich. Oder auch dies hier: Für den zweitägigen Papstbesuch am 04./05.09.1990 war Sr. Maria Lauda insgesamt 8 Monate für Vorbereitungsarbeiten tätig. Für diesen Blitzbesuch wurden z.B. eine Extra-Kapelle und ein zusätzliches Gebäude für den Papst gebaut sowie das Fussballstadion renoviert. Sehr viel Geld, sehr viel Aufwand.

Nach über 40 Jahren im Dienste der katholischen Kirche dann der unfreiwillige Austritt in eine unbekannte Zukunft mit finanziellen Schwierigkeiten – ein schmerzhafter Prozess! Disziplin, Gehorsam, dauernde Überlastung, Gallenkoliken, Otosklerose und andere Krankheiten, Gefühl des Alleingelassenseins, Misstrauen, Bespitzelung, fehlender Dialog – das sind nur einige der Stichworte, die lange in mir nachklingen.

Warum habe ich zu diesem Buch gegriffen? Ich interessiere mich sehr für Religion und Glaubensfragen und insbesondere dafür, welches die Beweggründe der Männer und Frauen sind, die in einem Orden tätig sind. Majella Lenzen hat ein sehr berührendes Buch geschrieben und es wurde sehr deutlich, dass sie die Menschen und Afrika liebt. Die vielen Fotos in der Mitte des Buches halfen, die Bilder im Kopf klarer werden zu lassen. Ihr Herz brannte und sie wollte denen helfen, deren Lebensumstände verbessert werden mussten. Ich bin von ihr und ihrem Einsatz für die Menschen beeindruckt!
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TOP 500 REZENSENTam 26. März 2013
"Wenn alle schweigen, wird sich nie etwas ändern" - Majella Lenzen

Der Titel lässt mehrere Deutungen zu und passt perfekt zum Inhalt des Buches.
Majella Lenzen erzählt aus ihrem bewegten Leben, als Nonne in Afrika. Schon im Alter von 15 Jahren kam sie zum Orden der „Missionsschwestern vom kostbaren Blut“. Inspiriert vom Vorbild ihrer Tante war es ihr großer Wunsch, ebenso in die Missionstätigkeit einzusteigen. Sechs Jahre später legt sie die heiligen Gelübde ab und beginnt kurz darauf in Nairobi eine Ausbildung zur Krankenschwester. (Ihr Herzenswunsch, Medizin zu studieren, wurde ihr nie gewährt.) 33 Jahre lang war sie, mit kürzeren Unterbrechungen, als Nonne in Afrika tätig. Obwohl sie häufig mit zweifelhaften Entscheidungen konfrontiert wurde, war sie der katholischen Kirche und ihrem Orden gegenüber immer loyal, denn ihr Glaube stand, als Wichtigstes in ihrem Leben, immer im Vordergrund. Aus diesem Grund hat sie sich wohl auch diversen Anordnungen gefügt, obwohl sie deren Sachlichkeit oft in Frage gestellt hat. Mit dem Gebot des Gehorsams hatte sie während ihrer Zeit als Nonne wohl die meisten Probleme, was ich sehr gut verstehen kann, denn in vielen Fällen hätte eine Fügung bedeutet, ihr Urteilsvermögen auszuschalten. Gerade bei der Aids-Hilfe, wo sie sich sehr engagierte, wurde ihr dann ihr gesunder Menschenverstand zum Verhängnis. Die Tatsache, dass Majella Lenzen, in ihrer Eigenschaft als Nonne Maria Lauda, in einem Prostituiertenviertel in Morogoro, einer Ärztin dabei half, Kondome auszuteilen, weil das die einzig sichere Möglichkeit darstellt, die rasende Ausbreitung von HIV-Infektionen zu vermindern, war für ihren Orden nicht tragbar, und sie musste die Gemeinschaft und somit auch ihre Arbeit verlassen. Hauptsache, der Schein wird gewahrt!

Nicht am fehlenden Glauben ist Majella Lenzens Mission gescheitert, sondern weil sie etwas zum Positiven ändern wollte, ohne Rücksicht auf Äußerlichkeiten und interne Machtstrukturen. In ihrem Buch spricht sie Klartext, und man erfährt viel über die Hintergründe der Missionsarbeit und auch über das Leben einer Nonne. Manches konnte ich mir nicht so richtig vorstellen, da es von der Autorin nur vage angedeutet wird, wohl aus Rücksicht auf ihren langjährigen Arbeitgeber und ihre Mitschwestern. Im umgekehrten Fall war diese Rücksicht nicht vorhanden, wenn man bedenkt, dass die ehemalige Nonne, nach 33 Jahren Missionsdienst in Afrika, vor dem Nichts stand, da sie weder kranken- noch rentenversichert war.
Die Ordensregeln und die Gesetze der Kirche sind von Menschen gemacht und sicher nicht immer von Gott gewollt. Um den Menschen in den Entwicklungsländern wirklich und langfristig zu helfen, reicht es nicht aus, die Sterbenden mit der Zwangstaufe zu versehen. Die Hilfe darf nicht von Doppelmoral und interner Hackordnung behindert werden.
Majella Lenzen hat das erkannt und damit ihre große Aufgabe im Dienst der Kirche verloren. Das gibt einem schon zu denken.
Ich frage mich, wo bleibt hier die Nächstenliebe?
Steht der Missionsgedanke der realen Hilfe oft im Weg?
Es ist gut und wichtig, dass es klar denkende Menschen wie Majella Lenzen gibt, die ihr Schweigen brechen, denn nur durch vernünftiges Umdenken wird die Kirche zeitgemäß und kann langfristig konkrete Unterstützung anbieten.
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