Dieses Buch kritisiert den Staat auf mehreren Ebenen und bietet dafür Alternativen an:
- libertäre Politologie
- libertäre Soziologie
- libertäre ("österreichische") Ökonomie
Der Autor zeigt zunächst, dass die Biologie des Menschen keinen Staat bedingt. Menschen benötigen Gemeinschaft und möglicher Weise auch Eigentum; das lässt sich aber alles privat regeln.
Staaten entstanden demnach durch Kriege oder zu deren Abwehr. Die Krieger etablierten sich als "Enteignerklasse“ und besteuerten die Menschen (die produktive "Kapitalistenklasse"). Deshalb kann man sagen, dass die Klassen erst durch den Staat entstehen; es gibt auch noch die "Vollstreckerklasse" (Finanzämter), "Staatskapitalistenklasse" (bekommen Subventionen oder sonstige Privilegien, z. B. Banken) und vor allem die "behinderte Klasse" (diejenigen, die der Staat von sich abhängig macht und durch Vorschriften oder Mindestlöhne von der Arbeit abhält).
Zwecks Legitimation muss der Staat den Menschen auch einen Nutzen bieten. Deshalb übernahm der Staat u. a. Justiz, Soziales und Bankwesen. Dadurch hat der Staat die Grundlagen der Gesellschaft zerstört: Vorsorge und Verantwortlichkeit sind nicht mehr notwendig, weil der Staat alles regelt. Das staatliche Recht zerstörte das Rechtsempfinden. Eingriffe in die Marktwirtschaft beeinträchtigen diese und führen zu ständigen Krisen (Konjunkturzyklen werden von der staatlichen Zentralbank erzeugt). Leider werden heute alle Probleme dem Kapitalismus zugeschrieben, obwohl sie vom Staat verursacht werden.
Weitere Kapitel des Buches erörtern die Zusammenhänge zwischen der Staatstätigkeit und den Themen Rassismus, Gewalt, Medien und Ideologien. Auch die historischen Beispiele sind aufschlussreich. Neben einer objektiven Darstellung der Industriellen Revolution erfährt man, dass die Arbeitslosigkeit der Schwarzen in den Südstaaten sowie die Politik der Apartheid in Südafrika durch eine Zusammenarbeit von Staat und Gewerkschaften bewirkt wurden, um Konkurrenz zu verhindern.
Das Buch schließt mit einer Möglichkeit, den Libertarianismus einzuführen: Man muss den staatlichen Zwang abschaffen. Dann können sich neben den staatlichen auch private Währungen, Gerichte, Schulen und Sozialversicherungen etablieren (all das ist aus der Geschichte bereits bekannt und hat funktioniert). Die Prinzipien müssen Freiwilligkeit und Privateigentum lauten.
Mir hat das Buch gut gefallen, weil im Gegensatz zu anderen Büchern nicht nur über rechtliche Grundsätze argumentiert wird. Hier wird besonderen Wert auf die Soziologie gelegt. Die negativen Folgen des Staates und dessen zweifelhafte Ursprünge werden schonungslos aufgedeckt. Mehr zu den rechtlichen Grundsätzen bietet Rothbard: "Die Ethik der Freiheit"; die ökonomischen Grundlagen erörtert Huerta de Soto: "Die österreichische Schule der Nationalökonomie". Ich kann das Buch jedem empfehlen, der die Ursache für die Missstände in unserer Gesellschaft sucht.