In Bagdad ' also ganz im Stil von 1001 Nacht ' beginnt mein heutiges Buch. Wir schreiben das Jahr 2003 und lesen den Prolog. Das 1. Kapitel spielt dann einige Jahre später, und wir befinden uns in Tel Aviv.
Inhalt:
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Es geht darum, dass ein Junge ein Keilschrifttäfelchen aus dem Museum in Bagdad entwendet. In Israel geht nicht lange danach ein Mörder um, der brutal zuschlägt. Immer sind es Geschichtswissenschaftler oder Archäologen, die zu Tode kommen. Es muss ein Geheimniss aus der Vergangenheit gehen' Man meint, zu glauben, dass es um den Nahen Osten und ein geheimes Komplott gehen könne '. Maggie Costello aus Washington soll zu Verhandlungen nach Jerusalem reisen. Es soll ihr nicht einfach gemacht werden. Sie gerät mehr und mehr in Verstrickungen, die für sie gefährlich werden.
Zur Spannung trägt bei, dass es bald darum geht, den letzten Willen Abrahams und die uralten Schrifttafeln einzubeziehen. Es geht um Krieg oder Frieden !!!!
Meine Meinung:
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Ich muss sagen, dass ich gezweifelt habe, als ich auf der Coverseite las: 'Besser als Dan Brown.' (Brigitte) ' aber das steht wirklich nicht zu unrecht dort. Ich habe es sehr genossen, dieses Buch zu lesen, es ist von Anfang bis Ende komplett spannend, sehr reich an Inhalt und Geschehnissen, die spannender auf nervenaufreibender nicht geschrieben sein könnten.
Das Tempo, welches im Roman vorgegeben wird, ist immens. Es ist eine Jagd nach Zeit, eine Jagd ' die kein Entkommen findet, die halt , wie schon im Inhalt beschrieben um Krieg oder Frieden geht, und daher keinen Aufschub duldet. Das spürt man auch immer wieder an der inhaltsvollen Schreibweise und dem Stil sowie der Wortwahl, die den Leser am Buch fesselt.
Die inhaltlich auch zum Nachdenken anregenden Details und Szenen und die Charaktere und ihre Vorgehensweisen, ihr Denken und Handeln, sind meiner Ansicht nach sehr durchdacht und zur Handlung absolut passend gewählt.
Ich finde, dass Sam Bourne es hier meisterhaft geschafft hat, einen Thriller zu erschaffen, der seinesgleichen sucht. Sehr markant und qualitativ hochwertig sind die detailliert geschilderten Passagen bildhaft gestaltet. Die Schreibweise ist sehr flüssig zu lesen und auf Grund dieser wunderbar lesbaren Art ist man als Leser förmlich gezwungen, am Buch dranzubleiben ' weil man einerseits wissen möchte, wie alles zusammen hängt, andererseits aber auch einfach nicht aufhören kann zu lesen, weil alles so perfekt ineinander überläuft und aufeinander abgestimmt ist.
Ich finde weiterhin, dass der Konflikt zwischen Israel und Palästina super eingearbeitet wurde und ' soweit ich das beurteilen kann ' perfekt recherchiert wurde, sodass man in dieser Richtung auch noch etwas dazu lernen kann. Der Autor hat es aber auch geschafft, hier dem Leser Freiraum zu lassen, sich seine eigene Meinung zum Thema zu bilden und den historischen und realistischen Hintergrund super in die fiktive Handlung einzubauen.
Die Keilschriftstäfelchen interessieren über das ganze Buch hinweg und erst ziemlich zum Schluss wird gelüftet, welcher Text darauf zu lesen ist. Auch wird beziehungstechnisch einiges zwischen den Charakteren eingebaut, was die Handlung ein wenig auflockert, für meine Begriffe aber nicht kitschig wirken lässt.
Ich finde, dass es ein Thriller ist, der nicht brutal, aber geschichtlich interessant ist und die Protagonisten, die während des Romans zum Tragen kommen, bildhaft charakterisiert. Im gesamten Zusammenspiel für mich ein gelungener Roman, den es lohnt zu lesen.
Kurze Info zum Autor:
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Sam Bourne ist ein Pseudonym. Der eigentliche Name des Autors lautet: Jonathan Freeland. Er wurde 1967 geboren und ist seines Zeichens Journalist und Kolumnist beim 'Guardian' (London). Er war als Korrespondent in Washington tätig. Nahostthemen sind sein Spezialgebiet.
Ein weiteres Buch aus seiner Feder:
- Die Gerechten
- Tag der Abrechnung (Nachfolger von meinem hier vorgestellten Buch)
Der Autor lebt mit seiner Familie in London.
Kurze Leseprobe:
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Kapitel 44
Jerusalem, eine Stunde vorher
Als Erstes hörte er das doppelte Klicken, das Zeichen dafür, dass sie über eine abhörsichere Leitung miteinander sprachen. Wie immer kam der Boss sofort zur Sache.
'Ich befürchte, dass die Sache zunehmend außer Kontrolle gerät.'
'Ich verstehe.'
'Es ist klar, dass wir diese Tafel brauchen.'
'Ja.'
'Ich meine, wir brauchen sie sofort. Die Situation wird immer verrückter. Allmählich sieht die Therapie schlimmer aus als die Krankheit.'
'Ich weiß, wie es aussieht.' Er hörte einen tiefen Seufzer am anderen Ende der Leitung.
'Wie lange, meinen Sie, sollten wir der Sache noch geben?'
Das war der Nachteil, wenn man für den großen Entscheidungsträger arbeitete. '