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Das letzte Territorium: Essays (edition suhrkamp)
 
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Das letzte Territorium: Essays (edition suhrkamp) [Taschenbuch]

Juri Andruchowytsch , Sofia Onufriv , Alois Woldan
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 5 (30. Juni 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518124463
  • ISBN-13: 978-3518124468
  • Originaltitel: Desorijentazija na miszewosti
  • Größe und/oder Gewicht: 17,2 x 10,8 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 30.06.2003
Die Karpatologie ist "eine besondere Metawissenschaft von der Zukunft", erklärt uns Lothar Müller. Vieles in Juri Andruchowytsch's Essayband werde den hiesigen Lesern erst einmal reichlich fremd vorkommen, meint Müller, doch nach der Lektüre der Essays betrachte man diesen Teil Osteuropas mit neugierigeren Augen. Und da erscheine die Frage gar nicht mehr so abwegig, ob sich entlang der Karpaten tatsächlich die neue Ostgrenze bilden wird, wo ja die Karpaten schon einmal die Grenzlinie zwischen der römisch-westlichen und östlich-byzantinischen Welt dargestellt haben. Juri Andruchowytsch stammt aus Galizien, wo auch Joseph Roth und Paul Celan herkamen, in seiner Jugend war das Gebiet sowjetisch, heute gehört es zur Ukraine. Bei diesem Autor, Jahrgang 1969, nehmen die Landschaften, die Städte dieser Region, die Andruchowytsch wie ein Archäologe der eigenen Jugend absuche, regelrecht wieder physisch Gestalt an, hält Müller fest. Daneben erkunde der Autor eifrig die neuen Grenzen und Grenzziehungen, die Grenzüberschreitungen von Ost nach West, die Abgrenzungen von Ost gegen West, auch da erweist er sich eben als ein echter Karpatologe, schreibt Müller, ein Grenzwissenschaftler und -tüftler der alten und neuen Verhältnisse.

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.09.2003
Geradezu berauscht fällt das Lob Michael Jeismanns für diesen Essay-Band des ukrainischen Lyrikers und Romanautors Juri Andruchowytsch aus: Dessen Stil nämlich, befindet der Rezensent, müsste eigentlich unter die "Bestimmungen der bewußtseinserweiternden Drogen" gerechnet werden, so "halluzinogen genau" ist er. Die Methode des Juri Andruchowytsch sei "der Schwindelanfall, ein phantasmagorischer Stil", in dessen Medium Gegenwart und Vergangenheit verschmolzen werden bis zum "glühend heißen Moment einer wahren Anschauung". Dabei könne es, erklärt Jeismann weiter, zwar "durchaus bedächtig und rational zugehen", immer wieder aber würden Andruchowytsch "Durchbrüche" gelingen, also "eine schnelle Wendung hier, eine angetäuschte Richtung dort", und erst nach und nach begreife der Leser, dass hier die Situation des heutigen Europa verhandelt werde. Wenn der Autor etwa "voller Sarkasmus" bemerke dass er zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts kein Visum benötigt hätte, um sich mit Rilke zu treffen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Juri Andruchowytsch nimmt die begrenzten Kenntnisse seines Publikums in Westeuropa und in den USA ernst und bringt ihm in einer Reihe brillanter Essays diese unbekannte Region nahe. Jeder, der einmal die westliche Staatsgrenze der Ukraine überquert hat, erfährt, daß hier auch zehn Jahre nach der Unabhängigkeit noch immer eine Trennlinie verläuft: »zwischen Europa und etwas Anderem«. Erfrischend im Ton, farbig im Detail und voller Ironie beschreibt er die postsowjetische Realität seines Landes: Lemberg und Kiew, Spuren des untergegangenen Galiziens und die Katastrophe von Tschernobyl, aber auch die sonderbare Existenz von Künstlern, Schriftstellern und Intellektuellen in einem Land, »aus dem man weggeht«.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
Das letzte Territorium 23. April 2012
Von Leseratte
Format:Taschenbuch
Juri Andruchowytschs 'Das letzte Territorium' ist eine sehr empfehlenswerte Sammlung von Essays, die gerade diejenigen über die Ukraine informiert, die diese nicht oder wenig kennen. Ein Einstieg in eine unbekannte Region Europas, die zum Zeitpunkt des Erscheinens, 2003, noch lange nicht wirklich in das Bewusstsein Europas gekommen ist. Diese Trennlinie ist daher das Hauptleitmotiv Andruchowytschs, die sich durch brilliant ausgewählte Essays von der ersten bis zur letzten Seite der Sammlung hindurch zieht. Es geht immer um Europa und das 'etwas Andere', eine Lebenswelt die geprägt ist von Postsowjetzeiten, untergegangenen Welten- wie die Galiziens- oder auch der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Der Autor beschreibt die 'Zustände' seines Landes mit Ironie und Biss, er beschreibt sonderbare Menschen und deren Art und Weise, mit diesem Land umzugehen, aber er schreibt auch mit einer gewissen Liebe und Verbundenheit zu seinem Land, stets im Bestreben, es anderen Menschen nahezubringen und diese Neugier weckt dieser Band ganz bestimmt. Was weiß man schon bei uns über die Welt jenseits der Karpaten? Gerade darauf geht er ein und erklärt sehr vieles über ein Land, 'aus dem man weggeht'. Dabei schafft er es, Neugier zu wecken, er beschreibt mitunter skurrile Situationen und Geschehnisse, die einen ganz neuen Blick öffnen und erklärt durch das Setting seiner Essays aber auch Hintergründe, so dass 'Das letzte Territorium' auch eine Art anspruchsvoller Landeskundelektüre ist. Einen Schwerpunkt inhaltlicher Art legt er zweifelsohne auf den Westteil des Landes, dessen literarische Tradition ohnehin stark ausgeprägt und auch stark europäisch ist. In dieser Tradition führt Andruchowytsch die literarische Linie weiter und weist auf neue Grenzen und Linien hin, etwas, was vor allen den Westteil der Ukraine schon immer abwechselnd von einem oder dem anderen Teil Europas getrennt hat. Dies macht diese Essay-Sammlung auch so interessant, steht sie dadurch in einer Reihe mit Autoren wie Celan, Roth oder Ausländer, nur dass er auch den Ausblick (und Rückblick) auf die neuere Geschichte des Landes und der Region wagt, alte und neue Grenzen von West nach Ost und Ost nach West aufzeigt und uns alle 'eigentlich schmerzlich- daran erinnert, dass dieses Territorium einstmals das wahre Zentrum Europas war und heute ein Territorium zwischen zwei Welten ist, die sich trotz Ende des kalten Krieges nicht wirklich angenähert haben. Schockierend, eigentlich, dass dieser Band gut zehn Jahre nach seinem Erscheinen und zwanzig Jahren nach Unabhängigkeit des Landes immer noch so brandaktuell ist, es immer noch diese skurrilen Situationen gibt und diese neuen Grenzziehungen innerhalb Europas nie wirklich aufgelöst wurden. Noch immer trennt uns sehr viel von diesem letzten Territorium und deshalb behandelt dieses Buch auch noch heute eine Situation, die unseren Kontinent nachhaltig prägt.
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