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Produktinformation
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21. Juni Dreiviertelmond: Heute ist der längste Tag des Jahres aber das ist ja heutzutage jeder. Diesen Seufzer und eine halbe Ehehölle später liegt Peter nach missglücktem Selbstmordversuch im Koma. Misty durfte im Inselhotel schuften, tagsüber traktiert von nörgelnden Edelurlaubern, abends von ihrer halsstarrigen 12-jährigen Tochter Tabbi und Peters giftiger Mutter. Die geldgierige Alte drängt Misty, ihre alte Leidenschaft, das Malen, wieder aufzunehmen. Doch in Misty haben längst furchtbarere Bilder und der Alkohol das Sagen. Wütend und verzweifelt beginnt sie, ihr verkümmertes Dasein einem Tagebuch anzuvertrauen. Zum endgültigen Protokoll des Wahnsinns wird es, als in Waytanseas Häusern ganze Wände verschwinden und ungeheure Inschriften zum Vorschein kommen! Peters grauenvolles Vermächtnis!
Als hätten Franz Kafka und Stephen King zusammen über einem Drehbuch gebrütet, so liest sich Mistys in Buchstaben gegossener, nicht endenwollender Albtraum. Der drohende Untergang einer Frau, die schon früh in ihrem ärmlichen Dasein die Zukunft in rätselhafte Zeichnungen gefasst hatte, ist eine mehr als aufreibende Lektüre. Vom Leben und der Liebe versehrt, bildet die Zeichnerin Misty ihre Mitmenschen inzwischen nur noch als anatomisch präzise, muskelspielende und faltige Leerhüllen ab.
Giftigste Gesellschaftskritik, düsterste Menschenbilder. Durchtränkt wird dies von Körpersäften jeglicher Art, sowie Detailaufnahmen einer innersten Pein. Am Ende seines grausamen Psychotrips hält Chuck Palahniuk eine echte Überraschung bereit. Palahniuk ist kein Zauderer. Schon sein Fight Club war stärkster Tobak. Dieses jüngste Werk hingegen ist eine echte Zumutung. Aber eine, wie sie die Literatur seit Kafkas Strafkolonie immer wieder braucht. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Zur Geschichte: Düster ist's auf der Insel Waytansea. Auf Wänden stehen apokalyptische Prophezeiungen. Anderswo verschwinden ganze Räume. Horror auch für die Malerin Misty Wilmot. Dessen Ehemann Peter liegt nach missglückten Selbstmordversuch im Koma. Ihre Tochter Tabbi ertrinkt bei einem Unfall. Misty selbst liegt mit einer Vergiftung im Bett. Und malt auf Teufel kommt raus. Ein Prozess der Selbstzerstörung, der ihr das Leben kosten kann. Nur kurzzeitig erwacht sie aus ihren alptraumhaften Halluzinationen. Und erkennt den Wahnsinn, der sie bedrängt. Aus Freunden werden Feinde. Die eigene Familie übt Verrat. Der wirtschaftliche Fortschritt der verfluchten Insel liegt unfreiwillig in ihren Händen. Was kümmert dabei ein Menschenopfer? Am Ende züngelt ein Brand.
Vordergründig vermutet der Leser eine Horrorgeschichte. Und tatsächlich: man fühlt sich mitunter an „Shining" von Stephen King erinnert. Das Böse kommt auf leisen Sohlen. Der Wahnsinn auch. Beides nicht aufzuhalten und letztlich unerklärlich. Das traurige Personal scheint vorübergehend aus Franz Kafkas verstörender „Strafkolonie" entliehen. Das alles lässt den Leser frösteln. Und hätte genügt. Aber Palahniuk wollte mehr als Gänsehaut. Denn dieser Roman soll bitte auch als eine parabolische und boshafte Abrechnung mit modernem Konsumterror, raffgieriger Gesellschaft und böswilligen Egoismus gelesen werden. Des Autors Absicht ist löblich. Wirkt in Summe betrachtet aber mit Brechstange aufgesetzt und damit wenig glaubhaft. Ein ermäßigtes Maß an Sozialkritik hätte dem Roman gut getan. Denn gerade zum Ende des Buches hin verschachtelt sich Palahniuk zusehends. Man darf vermuten: er weiß nicht mehr genau wohin. Wie das giftige Weltuntergangsszenario jetzt enden lassen? Bei einer derart im Vorfeld aufgebauschten Gesellschaftskritik kein leichtes Unterfangen. Es glückt ihm nur leidlich. Die Lektüre des Romans lohnt freilich trotzdem. „Das letzte Protokoll" ist eine lesenswerte Schock-Therapie. Chuck Palahniuk ist ein großer Autor. Aber auch er sollte bitte beachten: Weniger ist manchmal mehr.
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