Der musikbegeisterte Lord Laningham gibt ein Konzert, trinkt aus einer Flasche Wein und verscheidet kurze Zeit darauf unter Krämpfen und Erbrechen. Nur das Fehlen der Flasche, aus der er getrunken hat, lässt den Verdacht aufkommen, es sei kein natürlicher Tod. Als kurze Zeit später seine Witwe mit den selben Symptomen verstirbt, wird die Sache merkwürdig, zumal Artur Paltrow, der Neffe und Erbe des Lords von einem merkwürdigen "Rächer" zu berichten weiß, der auf die Mitglieder seiner Familie mysteriöse Anschläge verübt. Kurze Zeit später überlebt, wie es scheint, auch Paltrow nur knapp einen Anschlag...
Gleichzeitig wird in der Themse der abgeschnittene Kopf eines Unbekannten gefunden. Jimmy B. glaubt, den Toten gekannt zu haben: aber wer hatte bei seinem Tod die Hand im Spiel?
"Das letzte Konzert" ist eine Art Bruch in der Serie: Erneut vermehrt sich das Personal: nachdem in Band 1 Jeremy zum Haushalt von Sir John und zum festen Serienpersonal kam, in Band 2 Jimmy Bunkins, Black Jack Bilbo sowie Katherine Durham als zweite Frau von Sir John eine stärkere Rolle bekammen, Band 3 die Ersetzung von Mrs. Gredge durch Annie Oxham brachte und Band 4 die Rückkehr von M. Donnelly, ist es in diesem Band Clarissa Roundtree (und am Rande Archibald Talley, von dem ich hoffe, daß er nicht bleibt).
Außerdem weiten sich die Fälle vom eigentlichen Kleine-Leute-Viertel Covent Garden in Richtung "große Welt" aus - eine Tendenz, die mir nicht ganz behagt.
Dazu kommt, daß in diesem Band zwei unabhängige Fälle parallel behandelt werden: Sir John widmet sich dem Fall Laningham (oder auch nicht); gleichzeitig bearbeiten Jeremy und Jimmy B. das Verschwinden des Pfandleihers Bradbury. Eine Verknüpfung beider Handlungsstränge erfolgt nicht: das Buch löst sich damit vom klassischen Krimi (Am Anfang war die Tat, am Ende der Täter) hin zu einer mehr epischen Erzählung.
Die Verlagspolitik, was die Serie um Sir John Fielding angeht, ist undurchschaubar. Ausnahmsweise gilt das sowohl für das amerikanische Original als auch für die deutsche Übersetzung. Vielleicht entspricht es amerikanischer Geschäftspolitik, eine inhaltlich fundierte und spannende Krimiserie nach nur wenigen Jahren vom Markt zu nehmen; daß von der Serie aber nur sechs von zehn Bänden ins Deutsche übersetzt wurden und von diesen schon jetzt keines mehr erhältlich ist, finde ich schwach. Die Serie hätte mehr Beachtung verdient!