Erika Manns letzte Lebensphase war ganz dem Werk des Vaters gewidmet und hier legt sie ein Zeugnis der ganz besonderen Liebe und Bewunderung für den "Zauberer" vor.
Wie gut, dass es dieses anrührende Stück Literatur nun wieder in einer reich bebilderten Taschenbuchausgabe bei Fischer gibt!
Die Zeit zwischen Sommer 1954 und August 1955 waren noch einmal voller Höhepunkte im Leben des Nobelpreisträgers.
Er feierte seine goldene Hochzeit und seinen achtzigsten Geburtstag, er schrieb seine auch in diesen Tagen wieder hochaktuelle Schillerrede und seinen "Versuch über Tschechow", in Lübeck wurde ihm die Ehrenbürgerwürde verliehen. Gleichzeitig nimmt er Abschied vom Leben, ist müde am Ende eines langen, erfolgreichen Weges! All das schildert Erika Mann auf sehr persönliche, liebevolle Weise, dabei durchaus auch ironisch und manchmal doppeldeutig. Aus jeder Zeile spricht Bewunderung für den Vater und für den Künstler - ohne jemals erstarrt zu wirken.
Leider war Erika Mann nach sehr erfolgversprechenden Anfangsjahren als Schauspielerin und Kabarettistin, Redenschreiberin und Journalistin nach dem Ende der Emigration keine eigene Karriere mehr beschieden, trotz ihrer vielseitigen Talente. Sie war unversöhnlich und in ihren Urteilen oft ungerecht -- aber ihre Loyalität und Wärme, mit der sie ihren Vater auch über dessen Tod unterstützte ist beispiellos.
Und da das Buch auch zwischen den Zeilen viel verrät über eine besondere Vater-Tochter Beziehung hat dieses kleine Büchlein in keinster Weise an Aktualität verloren!