Das letzte EInhorn erzählt die Geschichte von Amalthea, dem letzten EInhorn, dass sich aufmacht, die verschwundenen Einhörner zu suchen und aus den Klauen des roten Stiers zu befreien. Auf dieser Suche verändert es sich durch die Menschen die es trifft. Schmendrick der Zauberer und Molly Grue begleiten das EInhorn auf seiner Suche und in Prinz Lír findet Amalthea die Liebe. Viel muss man eigentlich nicht zu Handlung des Buches sagen, denn es ist ein Klassiker.
Das letzte Einhorn war einer der ersten Kinofilme, die ich als Kind gesehen habe und er hat mich damals schwer beeindruckt. Noch heute höre ich gerne den wunderbaren Soundtrack. Mittlerweile gehört der Film neben dem kleinen Lord zu den Weihnachtsklassikern, die jedes Mal um die Weihnachtsfeiertage über die Matscheibe flimmern.
Als Teenager stolperte ich das erste Mal darüber, dass es zu diesem Film eine Buchvorlage gibt und nun, mehr als 20 Jahre nachdem ich den Film das erste Mal gesehen habe, habe ich nun endlich das Buch gelesen. Ich kenne den Film mehr oder minder auswendig und dürfte ihn mittlerweile mehr als 10 Mal gesehen haben und war somit extrem erstaunt wie nahe er doch der Buchvorlage kommt. Man erkennt einige Dialoge wieder und die Geschichte ist voller Gedichte und Lieder so wie der Film. Natürlich wurde an einigen wenigen Stellen gekürzt, so dass man einige neue interessante Facetten der Geschichte in diesem Buch finden wird, die im Film nicht übernommen wurden. Besonders der Schluß wurde im Film stark gekürzt, denn nach dem Einstutz des Schlosses geht es noch weiter, sowohl mit dem ersten Teil "Das letzte Einhorn" alsauch mit "zwei Herzen".
Anders als der Film ist das Buch jedoch stellenweilse deutlich ironischer.
"Der Zauberer stand hochaufgerichtet da und bedrohte die Angreifer mit Dämonen, Metamorphosen, lähmenden Krankheiten und geheimen Judogriffen. Molly hob einen großen Stein auf."
"Ich bin ein Gefäß, ich bin ein Bote..." - "Du bist ein Idiot!" fauchte Molly (S. 125)
Als Held verstand er weinende Frauen und wusste, wie man sie tröstet - geöhnlich, indem man etwas umbrachte [...] (S. 176)
Schmendrick deutet immer wieder an, dass sie nur eine Geschichte erleben und alle nur Archetypen sind, die gemäß ihrer Bestimmung handeln und der Autor spielt eben mit diesen Archetypen. Auch erfährt man deutlich mehr über Schmendrick und seine Fähgkeiten, denn er ist wirklich ein großer Zauberer. "Mein Sohn, deine Unfähigkeit ist so ungeheuer, deine Talentlosigkeit so profund, dass die größere Mächte innewohnen müssen, als ich sie je gekannt habe." (S. 129) Daher machte sein Meister Schmendrick unsterblich, bis er es schafft seine Macht zukontrollieren. Er ist also wirklich schon ein alter Mann obwohl er noch so jung wirkt.
In "zwei Herzen", einer Kurzgeschichte, die in diesem Buch zum ersten Mal als deutsche Übersetzung erscheint, erzählt Peter S. Beagle, wie es mit den Gefährten weitergeht. Viele Jahre sind vergangen seit Amalthea wieder zum Einhorn wurde und in ihren Wald zurückgehert ist. Lír ist mittlerweile ein alter Mann, Schmendrick und Molly sind noch immer ein Paar und ein Greif bedroht ein Dorf. Der mittlerweile recht senile König Lír zieht ein letztes Mal aus, um seiner Aufgabe als König und Held gerecht zu werden und das Dorf von dieser Gefahr zu befreien und vielleicht ein letztes Mal Alamthea zu begegnen. Die Geschichte wird aus der Sicht eines kleines Mädchens erzählt, die auszieht, um den König um Hilfe zu bitten und auf ihrer Reise Molly und Schmendrick begegnet. Man sieht die Helden somit durch andere Augen als in "Das letzte Einhorn" und erkennt neue Wesenzügen an ihnen.
Das Buch ist witzig, toll geschrieben, voller Poesie und wirkt immer noch modern, obwohl die Geschichte bereits 1961 zu ersten Mal erschien. Ein Klassiker den jeder Fantasy Fan gelesen haben sollte und auch jeder der wissen will wie es mit Prinz Lír und dem letzten Einhorn weitergeht. Werden die beiden sich noch einmal begegnen? Hat Prinz Lír doch noch einen andere Liebe gefunden? Wurde Schmendrick ein großer Zauberer?
(www.literaturreport.com)