Als ich gehört habe, dass "Das letzte Einhorn" erstmalig als Graphic Novel erscheinen sollte, habe ich nicht gezögert und sofort zugeschlagen. Ich muss allerdings gestehen, dass ich den Roman von Beagle nie gelesen habe sondern nur die Trickfilmversion aus den 80ern kannte.
Die Freude über die Veröffentlichung bekam je einen Dämpfer als ich hörte, dass die Originalversion bei IDW erschienen war. Von den Star Trek Comics war ich aus diesem Verlag extrem enttäuscht, da die Zeichner es nie geschafft haben, die Charaktere orginalgetreu hinzubekommen. Einen zeiten Dämpfer bekam ich als ich gesehen hatte, dass das Stammhaltercover, was auf der Rückseite des Bandes mittlerweile prangert nicht als Cover für die Graphic Novel genutzt wurde sondern stattdessen ein relativ schlichtes unscheinbares Cover erhalten hat. Die schlechte Zeichnung hier hat weder etwas mit mittelalterlicher Darstellung zu tun aber zum Glück auch nichts mit dem Inhalt.
Die Zeichner haben es geschafft, magische Momente zu schaffen, schöne Zeichnungen, ein wunderschönes Einhorn mit riesigen blauen Augen, entsprungen aus einem Manga... die Charaktere sind teils ordentlich gezeichnet, andere bleiben hingegen etwas blass.
Zum Glück handelt es sich nicht um die reine Trickfilmadaption, sondern der ehemalige Sechsteiler von IDW hat mit dem originalen Autor eine Adaption des Ursprungromanes auf Papier gebracht. Man erkennt dies an zusätzlichen oder teils abgewandelten bzw. verlängertem Ende. Vielleicht geht es nur mir so, aber der fünfte Teil bzw. in diesem Sammelband das fünfte Kapitel, scheint nicht ganz zu den anderen von der Erzählstruktur her zu passen. Die einzelnen Charaktere werden hier benannt wie: "Schmendrick", "Katze" oder was weiß ich wer noch und es gibt ganz kurze, abgehackte, Szenen. Dies war bislang in den anderen Kapiteln nicht so. Dass die Graphic Novel jedoch nicht wie der Trickfilm im Mittelalter "spielt" sondern in einer undefinierbaren Zeit, kann man bereits daran erkennen, dass Schmendrick und Molly Grue nicht nur mit Schwertern sondern sogar mit größeren Revolvern bedroht werden, die erst in dieser Form im späten 19. Jahrhundert entwickelt wurden.
Oft kann man sogar schmunzeln, sodass das Thema nicht allzu ernst wirkt.
Zur Handlung, die jedem, der den Band kaufen wird bekannt sein dürfte: Zwei Jäger sehen von ihrer Jagd im Wald ab als einer von ihnen bemerkt, dass dieser Wald von einem Einhorn beschützt wird, da es dort immer grün ist. Das Einhorn belauscht die Konversation und schnappt auf, dass es das letzte seiner Art sein soll. Durch einen etwas behämmerten Schmetterling wird diese Befürchtung bestätigt. Es begibt sich auf eine gefährliche und weite Reise auf der Suche nach seinen Artgenossen...
Ich kann jedem Beagle-Fan nur zum Kauf raten, ob er nun das Buch gelesen oder nur den Film gesehen hat. Ich wurde nicht enttäuscht und würde den Band jederzeit wieder erwerben.