Ja, ein Glück, diese Veröffentlichung in den Händen zu halten. Auch wenn die Reaktionen des Publikums nicht so laut und extrem sind, wie die des Moskauer Konzertes des selben Jahres, ist aber die Interpretation der Werke besser. Die Virtuosität, Transparenz und Dynamik unterscheidet sich nur unwesentlich, aber Horowitz macht einfach weniger Fehler, auch wenn er das durchaus dürfte, wie z. B. bei Moskauer Konzert.
Aber egal ob Moskau oder Berlin, es ist schon phänomenal überhaupt Tondokumente dieser Qualität von diesem begnadeten Pianisten in den Player schieben zu dürfen. Die Dynamik, die dieser Mann beherrscht, die Eigenwilligkeit mit welcher er z.B. Tempi wechselt ist einzigartig und extrem hörenswert. Horowitz spielt die selben Werke wie im Moskauer Konzert von Rachmaninow, Scriabin und Scarlatti sonst aber enthält diese Ausgabe andere Werke (z.B. Schumanns Kreisleriana oder Liszts "Valse caprice d'après Schubert").
Es gibt einige sehr gute Pianisten, aber Horowitz ist ein ganz besonderer. Schon allein die Tatsache, dass er nach einer zehnjährigen Depression wieder hat Konzerte geben können ist schwer beeindruckend.
Diese Erstauflage ist leibevoll gemacht, dass Booklet ist voll mit Informationen und Fotos (72 Seiten), man hat also durchaus das Gefühl, keine Doppel-CD, sondern ein kleines Buch in den Händen zu halten. Die Aufnahmequalität kann man sehr gut hören, sie ist zumindest besser, als bei Horowitz früheren Aufnahmen. Und zu guter Letzt ist auch noch ein kleines Poster enthalten.
Und dann diese Musik...da kann ich nur fünf Punkte geben!