Aus dem Anhang der Ergotherapeutin Sabine Schilling-Tschudi:
"Melanie ist jetzt total gelähmt, blind, die Verdauung funktioniert schlecht, sie braucht Einläufe. rund um die Uhr benötigt Melanie Aufsicht und Betreuung. Zwar helfen die Großeltern aufopfernd, wo sie nur können, die Mutter wäre aber doch froh um eine Haushaltshilfe für das Gröbste.
Die Invalidenversicherung sieht sich indessen außerstande, im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen eine Ausnahme zu machen und eine Haushaltshilfe zu bezahlen, das sei eben keine MEDIZINISCHE MAßNAHME, wie vergleichsweise der Arzt, Medikamente oder meine Ergotherapie. Frau Schweitzer will aber ihre Tochter keinesfalls hospitalisieren, wo die Pflege monatlich etwa 12.000,-- Franken kosten und anstandslos von der Invalidenversicherung (IV) bezahlt werden würde.
Die Familie wendet sich an Herrn Räz vom TV-KASSENSTURZ, wo am 7. November 1988 die Geschichte der krebskranken Melanie die Schweiz zu Tränen rührt, wie es am nächsten Tag auf der Titelseite der Tageszeitung BLICK heißt. Jetzt kommt wirklich etwas in Gang. Unzählige Fernsehzuschauer und BLICK-Leser bieten ihre Hilfe an, auch Heiler aller Art melden sich. Melanies Mutter aber will keine Spenden oder Almosen, sondern ihr Recht bei der IV erkämpfen - nicht nur für sich, sondern für alle ebenfalls betroffenen.
Sie wendet sich direkt an den Bundesrat Flavio Cotti, der das Dossier MELANIE persönlich prüft und sich bei den zuständigen Ämtern informiert. Es kommt zu einem 2., vielbeachteten Fernseh-Auftritt mit dem Bundesrat Cotti, der couragierten Marianne Schweitzer, Parteipräsidentin Eva Segmüller von der CVP und einem IV-Chefbeamten. In der Folge erhält die Familie tatsächlich die nötige finanzielle Unterstützung."