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Das kulturelle Gedächtnis: Schrift, Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen
 
 
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Das kulturelle Gedächtnis: Schrift, Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen [Broschiert]

Jan Assmann
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Hinweise auf Bücher

Vom Fluss der Dinge

lx. Der Ägyptologe Jan Assmann setzt in seiner (1997 erstmals erschienenen und nun als Taschenbuch vorliegenden) Studie die Erinnerungsleistungen früher Hochkulturen in Verbindung mit der gegenwärtig feststellbaren Virulenz des Themas «Gedächtnis und Erinnerung». Es seien drei Faktoren, welche die Konjunktur des Gedächtnisthemas begründeten – erstens die enorme Speicherkapazität elektronischer Medien, zweitens das gegenwärtige Gefühl, in einer Phase der «Nachkultur» (George Steiner) zu leben, sowie etwas Drittes, was uns viel persönlicher und existentieller betreffe: «Eine Generation von Zeitzeugen der schwersten Verbrechen und Katastrophen in den Annalen der Menschheitsgeschichte beginnt nun auszusterben.» Auch wenn die Debatte um Geschichte und Gedächtnis teilweise höchst abstrakte Formen angenommen habe, sei doch feststellbar, dass der Begriff «Erinnerung» ein neues Paradigma der Kulturwissenschaften aufgebaut habe. – Auf diesem Hintergrund ist Jan Assmanns Rückgang zu den frühen Hochkulturen zu sehen: Als Versuch, über das Fixativ Kultur etwas vom unendlichen Fluss der Dinge festhalten zu können. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Welche Rolle spielt Erinnerung bei der Herausbildung kultureller Identitäten? Welche Formen kultureller Erinnerungen gibt es, wie werden sie organisiert, welchen Wandlungen sind sie unterworfen? Diesen Fragen geht Jan Assmann, Professor der Ägyptologie an der Universität Heidelberg, in einem Vergleich von drei Mittelmeerkulturen des Altertums - Ägypten, Israel und Griechenland - nach. Deutlich wird, welche Bedeutung gerade die Erfindung und der Gebrauch der Schrift für die Entstehung früher Staaten haben.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
55 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Jan Assmann, seines Zeichens Ägyptologe hat mit diesem Werk, sei es beabsichtigt oder nicht geschehen, einen Klassiker der modernen Forschung geschaffen, der in sämtlichen Bereichen dessen, was als Geisteswissenschaft bezeichnet werden kann durchschlagenden Erfolg gefunden hat. Der Grund hierfür muss wohl in der Konzeption der Untersuchungen liegen, die das Fundament aller Teilaspekte der menschlichen Kultur freilegen, und auf die Kernbegriffe "Erinnern", "Vergessen" und "Identifizieren" reduzieren. Aus diesen atomaren Bestandteilen wiederum vermag es Assmann, so verschiedenartig erscheinende Ausprägungen der Gesellschaft wie Religion, Politik und Wissenschaft in deren Entstehung zu rekonstruieren. Während im ersten Teil des Buches die theoretischen Grundlagen von Erinnerungskultur, Schriftkultur und kultureller Identität gemäß den o.g. Kernbegriffen verhandelt werden (u.a. durch eine Wiederbelebung des beinahe in Vergessenheit geratenen Soziologen Maurice Halbwachs, ein sehr interessantes Kapitel!), findet im zweiten Teil die Konkretisierung jener Konstruktionen am Beispiel dreier Fallstudien aus der Antike statt (Ägypten und der Staat, Israel und die Religion, Griechenland und die Wissenschaft). Bemerkenswert erscheint mir ferner, dass in diesem Werk entgegen aller bisheriger Leseerfahrung die theoretischen Ausführungen deutlich spannender und anregender sind als die althistorischen Exkurse, die teilweise sogar einige Längen aufweisen.
Aber nichtdestotrotz: An alle Althistoriker, Ägyptologen, Mediävisten, Semiologen, Kunsthistoriker, Theologen, Literaturwissenschaftler, Ethnologen, Soziologen, Kulturgeschichtler, Archäologen, Philosophen und natürlich alle unbefangenen Interssierten kann ich nur die Empfehlung richten: Lest dieses Buch, ihr werdet davon profitieren.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Harmbold
Format:Broschiert
Assmann entfaltet seine Hauptthese vom kulturellen Gedächtnis in Auseinandersetzung mit dem Alten Ägypten, Israel und dem klassischen Griechenland. Er begreift dabei die Entwicklungen der Achsenzeit nicht als rein mediengebundenes Phänomen wie Havelock noch als rein geistesgeschichtliche Evolution wie Jaspers, sondern als ein komplexes Zusammenspiel von Gesellschaft, Medien und Erinnerungstechnik.

Viele spätere Populärthesen Assmanns, darunter auch der Zusammenhang von Gewalt und Monotheismus, finden sich hier noch zaghaft angedeutet und eben das macht den besonderen Reiz dieses Buches aus: man befindet sich geradezu in der Werkstatt seines Denkens. Vorgängertheorien werden dargestellt, verworfen oder verändert, Schrifquellen neu gelesen und interpretiert, um dann schließlich fundiert kulturgeschichtliche Thesen zu formulieren.

Ein großes Stück Wissenschaft, das aber gerade deswegen auch ein gründlicheres Lektorat verdient hätte - teilweise wiederholen sich kurze Passagen wortwörtlich innerhalb eines Absatzes: deswegen ein Stern Abzug, aber alles in allem sehr empfehlenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kulturelles Gedächtnis 12. Februar 2011
Von J. Freund
Format:Broschiert
Nachdem ich von Jan Assmann "Die mosaische Unterscheidung" gelesen hatte, erwartete ich ein gut recherchiertes Buch mit interessanten Analysen. Diese Erwartung wurde nicht enttäuscht. Gerade am Beispiel der frühen Hochkulturen kann ein großer Bogen zur heutigen Zeit gespannt werden, wenn berücksichtigt wird, dass das heutige kulturelle Gedächtnis sich neuer und anderer Verfahren der Speicherung bedient. Das mag die Frage aufwerfen, ob diese modernen Verfahren das Potential haben, über so lange Zeiträume wie bei den geschilderten Beispielen ihre Wirksamkeit zu behalten.
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