Ich frage mich, wer eigentlich der Adressat dieses Buches ist. Denn es handelt sich um ein Sammelsurium verschiedener Themenbereiche, von Lobbyismus in Brüssel (der beste Teil), über Zentralbankpolitik, Liberalisierungstendenzen in der EU, Agrarpoltik, Gen-Technik oder Türkeibetritt.
Anstatt differenzierte Analysen und Verbesserungsvorschläge herauszuarbeiten, bleibt es meiste bei bloßer Kritik und Präsentation von linken Positionen, die sich wie ein Querschnitt der Parteiprogramme von Linkspartei und Grünen liest, zumal fast ausschließlich (aus meiner Sicht - sorry! - feministische) Frauen schreiben (ein Vorschlag, nicht lachen!: Gender-spezifische Einkommensbesteuerung zur Gleichstellung der Frau).
Dem Buch fehlt etwas der theoretische und intellektuelle Tiefgang, der ürsprünglich bei der Gründung von Attac vorhanden war. Vielleicht war dies aber auch nicht die Intension des Buches - sofern man sich lediglich über die verschiedenen Mißstände, Baustellen und Wirkungsweise innerhalb der EU informieren will, ist das Buch nicht schlecht.
Der Erkenntnisgewinn ist leider sehr gering, deshalb gerade so 2 Sterne