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am 19. März 2014
Der höchst sprachgewandte Soziologe Ulrich Beck wendet sich, mit seinem Koautor Edgar Grande, wie schon seit Jahrzehnten, gegen einen „methodologischen Nationalismus“, also gegen ein Denken vom territorialen Nationalstaat der „Ersten Moderne“ her. Für ihn sind die Fragen kosmopolitisch-global und zugleich lokal (also „glokal“). Trotz aller Beteuerungen, dass das Nationale nicht nur negativ, sondern auch positiv „aufgehoben“ sei, trotz wortreichen Eintretens für eine Sowohl-als-auch-Logik seiner „Zweiten Moderne“, bezieht er allerdings den Großteil seiner Energie aus der negativen Abwehr des Nationalen – weil die wirklich konstruktive Vision seines „kosmopolitischen Europa“ offenbar zu wenig Substanz hat.

Dieses Buch ist vielleicht das raffinierteste, elaborierteste theoretische Werk zum Thema Europa überhaupt, jedenfalls in deutscher Sprache. „Kosmopolitisches Europa“ meint die Anerkennung von Differenzen bei globaler Offenheit und notwendig unbestimmt bleibender Grenzziehung. In dieser Allgemeinheit („Anerkennung von Differenzen“) zielt diese Definition jedoch haarscharf am Spezifikum von Europa vorbei, das Beck ebenso ausführlich wie fragwürdig als „kosmopolitisches Empire“ zu zeichnen versucht. Und doch können die hundert feinsinnigen Unterscheidungen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie über einen vermutlich von ihm selbst gefühlten Mangel an konkreter Systemtheorie und deren institutionelle Konsequenzen beredt hinweghelfen sollen. Auch deshalb wendet sich Beck gegen die Erwartung eines „am Reißbrett“ entworfenen Europas. Also Hunderte von Seiten soziologischer Unterscheidungen, um nicht von „Theorie“ zu sprechen, bloß als gedankliche Lockerungsübungen?

Ulrich Beck plädiert beispielsweise seit zwei Jahrzehnten für Weltbürgerparteien und europäische Parteien alten Stils, weil die Bedürfnisse der Menschen gesamteuropäisch und global seien, was nicht zu leugnen ist. Leider geht er dabei jedoch am Gedanken bereichsspezifischer europäischer Sachparteien neuen Stils vorbei – aufgrund der angeblichen, von ihm früher einmal beschlossenen Überholtheit von struktureller Systemtheorie vom Typ Parsons und der (vermutlich aktiven) Ignorierung der weiterführenden Reflexions-Systemtheorie mit ihrer logischen Mehrwertigkeit und institutionellen Mehrstufigkeit. Er ist seinen eigenen Intuitionen logisch und somit auch sozio-logisch nicht gewachsen. Ich halte seinen stets anregenden, oft amüsanten Einfallsreichtum an gefälligen Sprachfiguren daher eher für Modeschöpfung als für theoretische Problemlösung mit praktisch-institutionellem Potential. Was bei Beck ahnungsvoll spielerisch angedacht wird, muss und kann in systemtheoretischen Gedanken befestigt und dadurch teils korrigiert werden. Wie es im „Vorspiel auf dem Theater“ zum Faust heißt: „Und was in schwankender Erscheinung schwebt, befestigt mit dauernden Gedanken!“
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