oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 1,90 eintauschen?
Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus [Gebundene Ausgabe]

Joachim Bauer
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (61 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 19,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 1 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Donnerstag, 16. Februar: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.
Gutschein erhalten
Tauschen Sie jetzt Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus gegen einen Amazon-Gutschein in Höhe von EUR 1,90 ein - einlösbar für Tausende von Artikeln bei Amazon.de. Entdecken Sie mehr eintauschbare Bücher im Bücher Trade-In Shop. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.

Wird oft zusammen gekauft

Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus + Das Gedächtnis des Körpers: Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern + Warum ich fühle, was du fühlst: Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone
Preis für alle drei: EUR 37,85

Verfügbarkeit und Versanddetails anzeigen

Die ausgewählten Artikel zusammen kaufen


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe (5. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455500854
  • ISBN-13: 978-3455500851
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (61 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 224.295 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Joachim Bauer
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Joachim Bauer auf Amazon

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Vor über 3,5 Milliarden Jahren entstand auf unserem Planeten Leben. Vor 600 Millionen Jahren begann ein Prozess, der aus einzelligen Organismen schließlich den Menschen hervorgehen ließ. Was hat sich entlang dieser ungeheuren Zeitachse in den Genen, den Hauptakteuren des Geschehens, abgespielt? Wie wurden wir, was wir sind?
Nachdem das Erbgut des Menschen und vieler weiterer Spezies vollständig entschlüsselt werden konnte, vollzieht sich in der Biologie eine Revolution des Denkens. Erstmals lässt sich vergleichen, wie sich Gene im Verlauf der Evolution entwickelt haben. Erkenntnisse, die sich aus diesem Vergleich ergeben, stellen bislang gültige zentrale Dogmen des großen Biologen Charles Darwin und seiner neodarwinistischen Nachfolger infrage. Es wird Zeit, Phantasieprodukten wie dem egoistischen Gen und der Vorstellung, die Evolution sei ein blinder Uhrmacher , den Platz zuzuweisen, der ihnen gebührt: die Versenkung.
Joachim Bauer, Mediziner und selbst jahrelang in der Genforschung tätig, zeigt: Das System der Gene eines jeden Organismus, das Genom, verfügt über Werkzeuge, mit denen es sich selbst in Richtung zunehmender Komplexität verändern kann. Anders, als von Darwin postuliert, entstanden neue Arten nicht im Zuge eines langsam-kontinuierlichen, zufallsgesteuerten Werdens, sondern als Folge von genomischen Umbauschüben. Diese wiederum waren Reaktionen auf globale Bedrohungen, mit denen das Projekt Leben mehrfach konfrontiert wurde.
Dieses Buch stellt Ergebnisse der modernen Genforschung in einer auch für Nichtfachleute verständlichen Weise dar. Die Botschaft lautet: Lebewesen mitsamt ihren Genen sind keine steuerlos auf dem Fluss der Erdgeschichte treibenden Objekte, sondern Akteure der Evolution. Als deren Grundprinzipien erweisen sich Kooperation, Kommunikation und Kreativität.

Über den Autor

Joachim Bauer, Jahrgang 1951, war nach seinem Medizinstudium viele Jahre in der molekular- und neurobiologischen Forschung tätig. Er wirkte als Projektleiter in drei Sonderforschungsbereichen der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit und beschäftigte sich mit Genen des Immunsystems, später mit der Regulation von Genen im Zentralnervensystem. Bauer forschte in den USA am Mount Sinai Medical Center in New York. 1996 erhielt er den renommierten Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie. Bauer ist zweifach habilitiert (Innere Medizin und Psychiatrie) und arbeitet heute als Universitätsprofessor in der Abteilung für Psychosomatische Medizin des Uniklinikums in Freiburg. Buchveröffentlichungen zu wissenschaftlichen Themen: Das Gedächtnis des Körpers. Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern (2002), Warum ich fühle, was du fühlst. Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone (2005), Prinzip Menschlichkeit. Warum wir von Natur aus kooperieren (2006).

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden

 (Was ist das?)
Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
 
(2)

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

 

Kundenrezensionen

61 Rezensionen
5 Sterne:
 (40)
4 Sterne:
 (2)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:
 (4)
1 Sterne:
 (15)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
3.8 von 5 Sternen (61 Kundenrezensionen)
 
 
 
 
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
Die hilfreichsten Kundenrezensionen

139 von 167 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Den Leser für dumm verkauft, 22. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus (Gebundene Ausgabe)
Kurzversion der Kritik:

Darwin's Evolutionstheorie besagt, dass Selektion auf die Variation erblicher Merkmale wirkt, und dadurch die besser angepassten Individuen in der nächsten Generation häufiger vertreten sein werden. Mit andern Worten, dass über Variation und Selektion Adaptation zustande kommt.

Um von Darwin's Evolutionstheorie Abschied nehmen zu können, müsste man also auf das Element der Selektion verzichten können, das heisst irgendwelche Veränderungen im Genom müssten direkt in Richtung der unter den neuen Umweltbedingung gewünschten Eigenschaften erfolgen.

Bauer's Buch macht nun nichts anderes, als die neueren molekularbiologischen Erkenntnisse interessant zusammenzufassen, die zu besagter Variation als Ausgangsmaterial für die Selektion führen, und sagt dann selbst (S.188), dass die Selektion, die die am Besten angepassten Varianten bevorzugt, eine unabdingbare Notwendigkeit sei, um Anpassung zu erzeugen.

Bauer sagt somit betreffend Variation, Selektion und Adaptation genau dasselbe, was auch die Evolutionstheorie besagt. Deshalb ist die Aussage, dass man nun vom Darwinismus Abschied nehmen könne, unlogisch, widersprüchlich und nicht sehr wissenschaftlich.

Das alles ist relativ einfach einzusehen, auch für Bauer, und es ist deshalb unverständlich, dass er versucht dem Leser trotzden an unzähligen Stellen zu suggerieren, dass genomische Veränderungen direkt in gewünschter Richtung entstehen.

Die etwas ausführlichere Version der Kritik:

Darwins Evolutionstheorie beruht im Wesentlichen auf der verblüffenden Einfachheit, dass Individuen einer Tier- oder Pflanzenart betreffend Merkmalen, die auch an ihre Nachkommen weitergegeben werden, varieren, und dass diese Merkmale Selektionsprozessen unterliegen, die in ihrer Intesität zeitlich variieren können. Dadurch ändern sich die Träger dieser Merkmale über gewisse Zeiträume und es können wie oft belegt, auch neue Arten entstehen. Erst später publizierte Mendel die Regeln der Genetik, und wiederum viel später entdeckten Watson, Crick und Rosalind Franklin die DNA als die Grundlage dieser erblichen Variation. In den letzten Jahrzenten wurden viele Gene entziffert, Mutationsgrundlagen und wesentliche Prozesse der Genregulation verstanden, epigenetische Prozesse und die Entstehung und Bedeutung mobiler Elemente im Genom entdeckt. Es wurde auch entdeckt, dass auf die Zelle oder den Organismus wirkende Stressfaktoren Auftreten und Häufigkeit dieser mobilen genetischen Elemente beeinflussen kann. Damit baut Bauer eine Luftblase auf und versucht dem Leser klar zumachen, dass es Dank dieser stressinduzierten "Umbauschübe" des Genoms zu adaptiven Veränderungen komme, und wir deshalb Darwin's Selektionshypothese zu einem grossen Teil vergessen könnten. Das ist natürlich Unsinn, da vorausgesetzt werden müsste, dass der Umbau des Genoms selbstinduziert in adaptiver Richtung geschieht. Tatsache ist, dass durch diese Prozesse lediglich Variation entsteht, auf die klassische Selektion wirken kann und dadurch über Generationen Adaptationen zustande kommen. Genauso ist auch die Evolution epigenetischer Regulation das Resultat von klassischen Selektionprozessen.

Im letzten Kapitel verkauft uns dann Bauer seine "Umrisse einer neuen Theorie", die über Gentransfer, Genkontrolle, HOX-Gene, mobile genetische Elemente, und genomische Entwicklungsschübe nicht viel enthält, was man nicht schon wüsste. Dann lässt er die Blase platzen, indem er die essentielle Bedeutung der natürlichen Selektion eingesteht, dass "nicht alles, was durch genomische Entwicklungsschübe neu entstand oder entsteht, ist lebens- oder vermehrungsfähig. Insoweit bleibt die Selektion eine biologische Tatsache, allerdings in einem wesentlich andern Sinne als im darwinistischen Dogma". Alles was Bauer dann hinsichtlich dieses wesentlich andern SInnes anzufügen hat, ist Semantik: "Zum Untergang von Spezies kam es im Wesentlichen nicht aufgrund kontinuierlicher Selektion, sondern im Rahmen von umweltbedingten Massenauslöschungen". Sowohl Darwin als auch die Neue Synthese gingen nicht davon aus, dass Selektionsdrucke zeitlich und geographisch nicht varieren können.

Bauer bedient sich in seiner Argumentation auch der Methodik, Leuten Worte und Sinn in den Mund zu legen, die gar nicht so gesagt und gemeint waren. Beispielsweise zitiert er (p.89) Barbara McClintock's Aussage "The genome is a highly sensitive organ" und uebersetzt sie als "Das Genom ist ein hochgradig wahrnemungsbegabtes Organ. Mit "sensitive organ" war hier ein "empfindliches Organ" gemeint, was niemand abstreitet, Bauer's fälschliche oder absichtliche Uebersetzung als "wahrnemungsbegabtes Organ" legt vollständig andere Konzepte aus dem menschlichen kognitiven Bereich in McClintocks Mund.

Es ist allzu offensichtlich, dass Bauer mit den Ideen von Dawkins wie sie in dessen brillianten Büchern " The selfish gene" und " The extended phenotype" ausgedrückt sind, nicht auf vernünftige Art umgehen kann. Unterdessen gibt es eine Unzahl von Studien, die genetische und genomische Konflikte und deren Bedeutung in der Evolution von Organismen, aber auch hinsichtlich medizinischer Bedeutung für Krankheiten bis hin zum Krebs in feinstem Detail aufzeigen, die aber von Bauer, zum Leidwesen medizinischen Fortschrittes, allesamt ignoriert werden.

Die Aussage Bauer's, dass Darwin's Evolutionstheorie inklusive der neuen Synthese ein "nicht mehr lebensfähiges weil unbrauchbares Konzept" darstelle, ist deshalb nicht viel mehr als ein unglücklicher und überrissener Versuch, sich für das Darwin-Jubiläumsjahr 2009 auch etwas ins Rampenlicht zu stellen. Insgesamt finde ich es sehr schade, dass der Autor sich damit die echte Chance vergeben hat, eine wirkliche Synthese zwischen Darwin's Evolutionstheorie und den Erkenntnisen der modernen Molekularbiologie zu schaffen, und damit aus gutem Grunde viel vom Rampenlicht hätte abbekommen können. Neben den molekularbiologischen Kenntnissen hat er zweifellos auch das schreiberische Talent dazu.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


102 von 124 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Titel genial - und ebenso irreführend wie der Titel "Das egoistischen Gen"., 15. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus (Gebundene Ausgabe)
Peng - der Buchtitel sitzt. Er (das heißt, wahlweise der Titel oder sein Autor) misst sich an Richard Dawkins Aufsehen erregendem Bestseller "Das egoistische Gen" aus dem Jahre 1976 und deutet zum aufgehenden Darwin-Jahr an, dem Spuk "Darwinismus" endgültig ein Ende zu bereiten. Leute, zieht Euch warm an!

Joachim Bauers Credo beschreibt der Satz "Gene, bzw. Genome, folgen drei biologischen Grundprinzipien (...): Kooperativität, Kommunikation und Kreativität". Nicht Zufall und Selektion führten zur Bildung neuer Arten, sondern die Genome der Lebewesen ändern sich selbst auf Grund der in ihnen angelegten Gesetze, und zwar als Reaktion auf Stressoren aus der Umwelt. Genetische mobile Elemente und RNA-Interferenz spielen dabei eine wesentliche Rolle. Bildung und Aussterben von Arten geschahen nicht langsam und kontinuierlich, sondern plötzlich. Die Auslöser waren dramatische Umweltveränderungen. Im letzten Kapitel beschreibt er seine auf zehn "Säulen" beruhende "Neue Theorie".

*Warum veröffentlicht der Autor seine "Neue Theorie" nicht Fachzeitschriften?*

Aus Joachim Bauers letztem Buch, das sich mit ähnlicher Thematik befasste, habe ich gelernt, dass man gut daran tut, gelegentlich die von ihm zitierte Originalliteratur nachzulesen (siehe auch meine Rezension zu "Prinzip Menschlichkeit - Warum wir von Natur aus kooperieren."). Und siehe da, mir passierte etwas sehr Merkwürdiges. Als ich bestimmte Sachverhalte erst von Bauer interpretiert las, sträubten sich bei mir die letzten wenigen Haare. Die Erläuterungen derselben Sachverhalte in der Originalliteratur, beispielsweise von den von Bauer gerne zitierten Autoren wie der Biologin Lynn Margulis, dem Biochemiker und Nobelpreisträger Craig C. Mello oder dem Molekularbiologen James A. Shapiro begeisterten mich. Warum ist das so? Ganz einfach. Die genannten Autoren unterscheiden klar zwischen Fakten und eigenen Spekulationen oder Visionen. Man muss den Gedankengängen nicht überall folgen, aber neue Gesichtspunkte sind allemal stimulierend und können einen Denkstil verändern. Joachim Bauer dagegen rührt Fakten und Spekulationen zusammen, zitiert Artikel mal richtig, mal sinnentstellt, wirft Gutachtern von Fachzeitschriften eine Art Zensur vor und verkauft Altbekanntes als neue Erkenntnis. Dabei bedient er sich einer bewährten Methode: Erst eine antiquierte, naive und entstellende Darstellung der Anschauung des Gegners (dem gegenwärtigen Stand der Evolutionstheorien) abgeben, um diese dann leicht widerlegen zu können. Das Buch richtet sich an ' ja an wen? Jedenfalls nicht an solche, die die Forschungen an den komplexen Evolutionstheorien begleiten oder eine gewisse Sachkenntnis haben. Also an 99,9 Prozent der Bevölkerung. Sonst würde er seine "Neue Theorie" in begutachteten Fachzeitschriften veröffentlicht haben.

*Beispiele*

Als meine Notizen über Merkwürdiges, Falsches oder Entstellendes, die ich beim Lesen gemacht habe drohten, den Umfang eines Buches zu erreichen, habe ich damit aufgehört. Weitergelesen habe ich letztlich nur, weil ich an Hand der Zitierungen immer wieder auf interessante Aspekte gestoßen bin. Diese habe ich dann im Original nachgelesen.

Joachim Bauer beschreibt biologische Konzepte, die zum Teil schon seit Jahrzehnten nicht mehr vertreten werden (wie die Bedeutung von Punktmutationen für die Artenbildung) und unterlässt Hinweise auf Konzepte, die schon seit Jahrzehnten bekannt sind. Er lässt beispielsweise die Tatsache des periodischen Aussterbens von Arten im Buch hervorgehoben drucken, als ob dies unbekannt wäre und behauptet, dass dies im Widerspruch mit den gängigen Evolutionstheorien stünde. Ernst Mayr, einer der Gestalter der modernen Evolutionstheorien, hat auf dieses periodische Aussterben schon vor 45 Jahren hingewiesen. Das zitiert Professor Bauer natürlich nicht. Den Begriff "Mutation" benützt er meist im Sinne von Punktmutation, um deren Bedeutung für die Artenbildung widerlegen zu können. Kommt so in den modernen Evolutionstheorien aber gar nicht mehr vor. Mutationen kommen aber schon vor. Nur versteht man unter Mutationen allgemein eine spontane und zufällige Veränderung der genetischen Eigenschaften einer Zelle; Genduplikationen, Ortswechsel von mobilen genetischen Elementen u.s.w. inbegriffen.

Joachim Bauer tut so, als ob behauptet würde, Arten würden durch "reinen Zufall" entstehen. Er ist sich nicht zu schade, einen Vorwurf zu erheben, der sonst nur von Kreationisten vorgebracht wird: Er vergleicht die Wirkung des Zufalls in der Evolution mit dem Entstehen eines Wolkenkratzers, wie "wenn man die dazu notwendigen Komponenten nur oft genug auf einen Haufen schütte". Beim kreationistischen Original heißt es, wenn ich mich richtig erinnere: wie ein Jumbojet, der allein dadurch entstehen könne, dass ein Tornado durch ein Ersatzteillager von Flugzeugteilen durchfege; so unwahrscheinlich). Ein solcher Schwachsinn war zwar nie Bestandteil von Evolutionstheorien, aber widerlegen lässt er sich treffend. Und vom angeblichen "reinen Zufall" in der Evolution kann schon deshalb nicht die Rede sein, weil auf Grund des Körperbaus, der Biochemie der Zelle u.s.w. nicht "alles" rein zufällig möglich ist. Die Entwicklung läuft "gebahnt". Sagt auch Professor Bauer. Vielleicht hat er dies bei seinem Lieblingsgegner Professor Dawkins gelesen, denn der sagt dasselbe. Hoimar von Ditfurth hat es so ausgedrückt: "... eine Beimengung von Zufall ist - wie das Salz in der Suppe - notwendig, damit überhaupt Freiheitsräume entstehen können, damit sich etwas verändern kann. Verantwortung, liebende Zuwendung, Wahrnehmung des Ganzen - das alles wäre ohne diesen Freiheitsraum, in einer durchdeterminierten Welt, überhaupt nicht denkbar." Schöner kann man's nicht sagen.

Für Joachim Bauer "veranlasst" eine Zelle die Veränderungen selbst, die zur Bildung einer neuen Art führen. Er suggeriert damit, eine Zelle würde zielgerichtet handeln. In kooperativer Weise (mit Hilfe von mobilen genetischen Elementen) würde die Evolution durch gezielte Mutationen vorangetrieben; beispielsweise vervielfältigen sich Gene dadurch und ermöglichen der Zelle neue Fähigkeiten. Die (grausame) Selektion ist nicht nötig. Da ist was Wahres dran. Bauer verschweigt allerdings, dass solche Vervielfältigungen auch zu mutierten Pseudogenen führen können, die dann erst mal inaktiviert werden müssen (oder die Zelle wird als funktionsuntüchtig ausselektiert), oder beispielsweise zu einer Trisomie von Chromosomen, wie beim Down-Syndrom. Zielgerichtet in die geistige Behinderung?

Ich könnte noch seitenweise weiterschreiben, aber kommen wir zum Schluss auf das "kooperative" Gen zurück, jenem Begriff im Titel, der den fulminanten Kontrapunkt zum "egoistischen" Gen Richard Dawkins setzt. Dawkins hat selber eingestanden, dass der Titel seines Buchs "Das egoistische Gen" eine "unangemessene Vorstellung von dessen Inhalt vermittelt". Der Leser könnte denken, das Buch handele von Egoismus, dabei, so sagt er, "widmet es sich eigentlich eher dem Altruismus" und äußert sich enttäuscht, dass anscheinend manche nur den Titel lesen. Mein Mitleid mit Dawkins hält sich hier in Grenzen; selber schuld, wenn man einen so bescheuerten Titel wählt oder sich vom Marketing aufschwatzen lässt. Gene sind Moleküle und nicht "egoistisch" oder "kooperativ". Auch Joachim Bauer hat sich beim Buchtitel anscheinend vom Marketing leiten lassen; so konnte wenigstens in dieser Hinsicht sein Buch an das *Niveau* von Dawkins Buch heranreichen (über dessen Aussagen man trotzdem verschiedener Meinung sein kann).

Ist es Ironie des Schicksals, dass Joachim Bauer hier seinen eigenen "Kampf" ums Überleben seiner Vorstellungen führt, ganz unkooperativ, dafür umso rechthaberischer? Ist es nicht das Wesen wissenschaftlicher Theorien, dass sie sich immer wieder verändern, entsprechend dem akkumulierten Wissen und dem vorherrschenden Denkstil? Es war eine großartige Leistung von Darwin, einen Denkanstoß zu geben, dem Denken über die Herkunft der Lebewesen eine neue Richtung zu weisen und dabei zu wissen, dass auch er eine endgültige Erklärung nicht geben konnte. Ein Absolutheitsanspruch à la Bauer wird sich mit der Zeit von allein in Luft auflösen.

*Bewertung*

Schwer zu bewerten. An sich ist das Vorhaben sehr begrüßenswert, Aspekte zum Mechanismus der Evolution zu beleuchten, die einer breiteren Öffentlichkeit (und selbst Biologen) noch wenig bekannt sind. Ich bin auf Blickwinkel gestoßen, die ich so noch nicht recht wahrgenommen hatte. Dafür müsste es fünf Sterne geben. Für die Art und Weise der Ausführung allerdings - fünf abstürzende Kometen, schon alleine weil ich mich so aufgeregt habe. Die Lektüre schlug mir geradezu auf den Magen. Ich werde mal einen Psychosomatiker konsultieren. Kennen Sie einen guten? Ach ja, ich könnte ja bei Prof. Bauers psychosomatischer Ambulanz in Freiburg vorbeischauen. Der wird sich freuen :-)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


84 von 103 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Des Kaisers neue Kleider, 4. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus (Gebundene Ausgabe)
Es ist die übliche Masche: Man nehme eine Theorie, stelle sie falsch dar, um dann vollmundig auf sie einprügeln zu können. Nach diesem Prinzip verfährt Bauer, dabei darauf zählend, dass die meisten seiner Leser die Details wohl nicht so genau kennen. Beispiel: Er stellt in den Mittelpunkt seiner Argumentation die angebliche Aussage der Darwin'schen Selektionstheorie, '"dass Veränderungen, denen Arten unterworfen sind, ausschließlich langsam-kontinuierlich bzw. linear auftreten"' (zitiert nach Bauer, S. 15). Er stellt dieser als "darwinistisches Dogma" bezeichneten Aussage dann die Aussage entgegen (S. 16), "die Entwicklung der Arten [sei] kein kontinuierlicher linearer Prozess, sondern erfolgte überwiegend in Schüben, die ... im Zusammenhang mit massiven Veränderungen der jeweiligen geophysikalischen bzw. klimatischen Umwelt standen'." Auf diese Aussage gründet Bauer dann im Wesentlichen seine weitere Argumentation. Hier wird jedoch ein Popanz aufgebaut (der 30 Jahre zuvor auch schon von Stephen J. Gould benutzt wurde)! In Wirklichkeit behauptet kein ernst zu nehmender Evolutionsbiologe, dass Artbildung kontinuierlich = linear vor sich geht. Das Auftreten langer Zeiten evolutionärer Stase von Arten, die unterbrochen werden von Phasen relativ schneller Veränderung - beispielsweise durch adaptive Radiation nach Freiwerden oder Neubesiedelung ökologischer Nischen (z. B. Galapagos) -, ist in der Evolutionsforschung seit langem bekannt und problemlos durch die Selektionstheorie erklärbar. Im Detail wird der Sachverhalt sehr anschaulich von Richard Dawkins in seinem Buch "Der blinde Uhrmacher"' (Kapitel 9) diskutiert. Sollte Bauer diese Ausführungen etwa nicht kennen? Kaum glaubhaft, angesichts seiner ausgesprochenen Dawkins-Gegnerschaft. Umso überraschender, dass Bauer dieses Buch - geschweige denn das betreffende Kapitel - in seinem Buch nicht einmal zitiert. Allein dies disqualifiziert Bauers Buch bereits als seriöses wissenschaftliches Werk.

Ähnliches findet sich noch häufiger. So soll der Titel - als Gegensatz zum "egoistischen Gen" - provozierend wirken. Er beweist jedoch nur, dass Bauer den Sachverhalt überhaupt nicht verstanden hat. Die von Dawkins in "Das egoistische Gen" hergeleitete Gen-Konkurrenz bezieht sich auf die Konkurrenz zwischen verschiedenen Allelen, d.h. zwischen Genen oder Chromosomenabschnitten mit ähnlicher Funktion. Diese müssen jedoch, um erfolgreich in die nächste Generation zu gelangen, selbstverständlich mit allen anderen Genen der Zelle bzw. des Körpers kooperieren. Nimmt man dies zur Kenntnis (was Bauer eben nicht tut), dann bleibt von der Originalität des "'kooperativen Gens"' nicht mehr viel übrig. Bauers Betonung der Kooperativität steht jedenfalls mitnichten im Widerspruch zu Dawkins. Von den (vielen) weiteren aufgebauten Popanzen sei auch noch genannt: die angeblich mit der Selektionstheorie unvereinbare 'Endosymbiontentheorie' (S.53). Die Begründung, warum denn diese Theorie nicht durch die Selektionstheorie erklärt werden könne, bleibt Bauer schuldig und beruft sich hier wieder einmal auf sein angebliches darwinistisches Dogma der langsamen, kontinuierlichen Veränderung. In Wirklichkeit gibt es jedoch - vom Standpunkt der Selektionstheorie betrachtet - keinerlei Grund, warum Organismen nicht über Symbiose einen Selektionsvorteil erreichen sollten (denn die Fähigkeit zur Symbiose ist ja auch genetisch determiniert).

Auch bei der Vorstellung seiner Zentralthese - einer kreativen Einflussnahme der Umwelt auf das Genom mittels Transpositionselementen, verfährt der Autor nach dem obigen Muster, d. h. er stellt zuerst die Aussagen der Selektionstheorie verfälschend dar, indem er die Erzeugung von genetischen Varianten durch Punktmutationen zu einem weiteren darwinistischen Dogma erklärt (S. 69ff.) -' gerade als ob Gen- oder Chromosomenduplikationen (z. B. als Folge von Fehlern bei der sexuellen Rekombination in den Keimzellen) nicht schon lange von der Evolutionsforschung als ganz wesentliche Mechanismen zur Erzeugung genetischer Variabilität erkannt worden wären, ohne deswegen mit den Aussagen der Selektionstheorie in irgendeiner Weise zu kollidieren. Transpositionselemente stellen hier einen weiteren Mechanismus dar, dessen Bedeutung bislang möglicherweise tatsächlich unterschätzt wurde. Für eine gerichtete Beeinflussung dieses Mechanismus durch Umweltstress (und das in den Keimzellen, wohlgemerkt; wobei hier auch noch berücksichtigt werden muss, dass eine über Millionen Jahre sich hinziehende, und daher für den einzelnen Organismus kaum wahrnehmbare Umweltveränderung etwas anderes ist, als wenn man Zellen, beispielsweise mit Säure, in einer Petrischale akut stresst), bietet Bauer jedoch nicht den geringsten Beleg. Und das wäre doch das Mindeste, was man von jemandem, der zum "Abschied vom Darwinismus" aufruft, erwarten dürfte. Darwin war da doch um Einiges sorgfältiger und vorsichtiger, bevor er Behauptungen von derartiger Tragweite aufstellte. Deswegen hat seine Theorie ja auch heute noch Bestand.

Am Thema Interessierten empfehle ich, Bücher, die den wirklichen Stand der Evolutionsforschung wieder geben - beispielsweise Richard Dawkins' ausgezeichnetes Buch "Der blinde Uhrmacher" - einmal im Vergleich mit Bauers Buch zu lesen. Der Darwinismus braucht diesen Vergleich wahrlich nicht zu fürchten.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
 
 
Die neuesten Kundenrezensionen











Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen



Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 

Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de