Ein sehr fragwürdiges Buch, da es sich als Nachschlagewerk darstellt. Aufbau und Inhalt sollen ein Lexikon darstellen; wesentliche Begriffe wie "Dienstunfähigkeit" oder Abkürzungen wie der "AVHB" sind nicht enthalten.
Dafür findet der geneigte Leser beispielsweise unter dem Stichwort "Beratung" einige eher polemische Äußerungen und Ansichten, was eine gute Beratung sei....
So werden hier Äußerungen publik gemacht, ein Versicherungsvermittler, welcher bei einem Beratungsgespräch gleich einen Laptop mitbringt, der tauge nichts. Als Ausbildungsleiter für den Versicherungsaußendienst erwarte ich von einem Mitarbeiter, dass er sehr wohl in der Lage ist, dem Kunden dirket vor Ort ein fehlerfreies und passendes Angebot für einfach Produkte, wie eine Kraftfahrzeugversicherung oder eine Hausratversicherung zu entwickeln.
Schwerwiegender als "philosophische" Meinungsäußerungen sind fehlerhafte Pauschalisierungen; auch hier ein Beispiel aus dem Punkt "Beratung".
Der Leser wird aufgefordert, den Vermittler zu fragen, ob er eine Vermögensschadenhaftpflicht vorweisen könne (für den Fall der Falschberatung); ohne diese Absicherung solle man keinem Vermittler vertrauen.
Nun, wer sich im Bereich der Rechtsgrundlagen für Versicherungsvermittler ein wenig auskennt, wird feststellen, dass dies für den großen Kreis der angestellten Versicherungsvermittler schlicht falsch ist, denn hier haftet generell der Arbeitgeber!
Auch für einen Ausschließlichkeitsvermittler ist eine solche Absicherung sicherlich empfehlenswert, aber auch für jenen haftet gegenüber dem Kunden die Versicherungsgesellschaft.
Solche gravierenden und politisierenden Aussagen / Mängel haben in einer als Fachbuch getarnten Publikation nichts verloren.