1951 bis 2009: 58 Jahre Rockgeschichte, chronologisch aufbereitet als Collage von handzeichnerisch reproduzierten Plattencovers, im kollektiven Gedächtnis hängen gebliebenen Bandfotos, Szenen aus Videoclips, angereichert mit persönlichen Erinnerungen, Trivia, Anekdoten und Facts. In etwa so kann «Das kleine Rockbuch» von Hervé Bouthis beschrieben werden.
Das kleinformatige, quadratische, dicke Buch - nur bedingt der Sparte Comic zuzuordnen, auch wenn sich aufgrund des Aufbaus eine gewisse Sequenzialität natürlich nicht leugnen lässt - stellt zum einen ein öffentlich gemachtes Stück intimer Rezeptionsgeschichte eines Liebhabers und Kenners (vor allem) alternativer Rockmusik dar. Zum anderen liefert der zum Schmökern wie geschaffene und vor Charme sprühende Band selbstredend eine Unmenge an Anknüpfungspunkten, um sich an seinen ersten Konzertbesuch, sein erstes Mixtape, den ersten mit dem eigenen Geld gekauften Tonträger und generell an die eigene Hörhistorie und eventuell seinen ersten Joint zu erinnern (und macht Lust, wieder einmal in seinen alten Schallplatten, Kassetten und CDs zu kramen). Gerade bei den doppelseitigen Einschüben (bspw. «Nirvana vs. Pixies») kommt Freude auf. Das in seiner Albenauswahl hochselektiv angelegte «Kleine Rockbuch», welches das Gros der avisierten Leserschaft vor allem ab den Seiten, wo es auf die 1970er-Jahre zugeht, am meisten interessieren dürfte, zeigt auf, dass Musik bedeutend mehr als blosser Klang ist - vielmehr Lebenskultur und Groove ganzer Generationen. Eine perfekte Ergänzung zum Buch/CD-Kombi «Diskothek» der «Süddeutschen Zeitung» sowie der weltweit wohl umfassendsten Musikrezensions-Plattform Allmusic und der nun aktualisiert neu aufgelegten Publikation «1001 Alben. Musik, die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist». (Comic-Check)