"Vor fast zweieinhalb Tausend Jahren prägten altgriechische Philosophen wie Platon, Aristoteles und Sokrates den Satz: Der Geist formt den Körper. Heute wissen wir, dass auch das Umgekehrte gültig ist."
Man darf zu Recht behaupten, dass in den letzten zehn Jahren die Hirnforschung rasante Fortschritte gemacht hat. Zahlreiche bildgebende Verfahren zur Darstellung des Gehirns, seiner Funktionen und Veränderungen lassen Schlüsse zu auf Entwicklungen, Fehlentwicklungen und auf diverse Krankheitsbilder mit ihren Ausprägungen. Zu den bekanntesten zählen Multiple Sklerose, Parkinson, Schlaganfall und die Menge der Demenzkrankheiten mit unterschiedlichen Ursachen, Formen und ihren Auswirkungen auf das Verhalten des Menschen.
Zuerst aber geht es einmal darum, zu verstehen, wie das Denken funktioniert und unter welchen Voraussetzungen "Bewusstsein" entsteht; was Lernen bedeutet und wie Informationsverarbeitung von unserem Hirn gehandhabt wird.
Der eine interessiert sich vielleicht mehr für das Denken, der nächste möchte etwas über Emotionen und ihre Lokalisation erfahren, und den dritten interessiert, wie das " Bewusstsein" funktioniert.
Der anerkannte Hirnforscher Michael Madeja hat mit seiner Zusammenstellung von neuen Erkenntnissen in "Das kleine Buch vom Gehirn" ein übersichtliches Nachschlagewerk geschaffen für alle jene,die sich für diesen Themenkreis interessieren. Wunderbar eingängig und leicht verständlich, differenziert und sachlich kann er Vorgänge, die unser Denken, Fühlen und Handeln bestimmen, an Beispielen aus dem Alltagsleben veranschaulichen. So werden durchaus schwierige Abläufe im Gehirn für den Laien begreifbar. In einfach aufgebauten und überschaubaren Kapiteln beschreibt er, wie unser Gehirn funktioniert und welche Aufgaben das Gehirn zu vollbringen hat. Aufbau, Nervenzellen, Zusammenspiel und Wahrnehmung von diversen Organen wie Augen, Ohren, Haut, Fühlen und Geruchssinn und die Zusammenführung im Gehirn werden vorbildlich erklärt. Was zu schwer verständlich erscheint, das kann man auslassen und bekommt dennoch einen angemessenen Eindruck von den Hirnstrukturen und deren Aufgaben.
Der Text enthält sich der Fachausdrücke, wer sie aber wissen möchte, kann im Anhang nachschlagen. Das Buch ist eine Bereicherung für den wissbegierigen Laien, der auch einzelne Kapitel lesen und zu gegebener Zeit sich je nach Interessenlage mit anderen befassen kann.
In einem Nachwort betont der Autor Michael Madeja, dass die Neurowissenschaft nur einen Baustein bildet neben der Philosophie, dem Glauben oder der praktischen Alltagserfahrung, mit der wir Menschen um das Verstehen unseres irdischen Daseins ringen.