Obwohl der Oberbürgermeister ein Grußwort beigesteuert hat, ist das keins der gängigen Heimatbücher. Birgit Schultz gehört nicht in den überschaubaren Kreis Oberhausener Lokalhistoriker(innen), ja sie wohnt nicht einmal in der Stadt, hat lediglich früher dort gearbeitet. Sie hat weder eine seriöse Fachveröffentlichung noch eine reine Werbeschrift verfasst, sondern vielleicht eine recht subjektive Hommage an die Ruhrgebietsstadt.
Den größten Teil des Textes hat sie selbst recherchiert, geschrieben und illustriert, einiges stammt aber auch aus fremder Feder. Das meiste davon sind ganz- oder halbseitige Selbstdarstellungen ansässiger Firmen oder Einrichtungen, die zum Glück durch grafische Gestaltung als solche kenntlich sind.
Der von der Autorin selbst zu verantwortende Teil ist ein bunter Mix von Fakten, Impressionen und Bildern, der für mich keine schlüssige Ordnung hat. Es gibt eine kurze Chronik der Stadt und Impressionen aus der Vergangenheit; die drei Stadtbezirke werden vorgestellt, bestimmte Vereine, Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten porträtiert. Interessant ist dabei, dass der Parkstadt mehr Raum zugestanden wird als dem CentrO. Einen Blick über die Stadtgrenzen hinaus bringen die Kapitel über die Partnerstädte von Oberhausen und einige Ausflugsziele in der Umgebung.
Die obligatorischen Highlights für Besucher sind wohl alle berücksichtigt, aber in manchen Bereichen erscheint die Auswahl recht subjektiv oder zufällig und nicht immer ausgewogen. Als Beispiel drei Dinge, die mir auffielen: der Abschnitt über die Kirchen enthält nur Bilder aus katholischen Gebäuden, in dem Parkstadt-Kapitel fehlt der Sterkrader Volkspark und die Sterkrader Fronleichnamskirmes würde ich für erwähnenswerter halten als das Königshardter Backhausfest. Ich würde als Außenstehender auch ein paar handfeste statistische Daten über die Stadt vermissen, einen Stadtplan vielleicht oder andere Orientierungshilfen. Also leicht chaotisch das Ganze, eine Art Kaleidoskop, was aber auch Überraschungen beinhalten kann und sogar für mich als Alteingesessenen noch ein paar Bilder oder Namen, die ich noch nicht kannte.