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Das ist Evolution [Gebundene Ausgabe]

Ernst Mayr , Jared Diamond , Sebastian Vogel
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

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Der nicht nur in der Fachwelt der Biologen berühmte Harvard Professor Ernst Mayr hat mit seinem Werk Das ist Evolution, das nunmehr in einer sprachlich stimmigen deutschen Übersetzung vorliegt, mit großer Wahrscheinlichkeit das geschrieben, was man später ein Standardwerk nennen wird. Auf fast 380 Seiten spannt der Autor einen Bogen von der theoretischen Herleitung der Evolution über den Ursprung der biologischen Vielfalt bis hin zur Evolution des Menschen. Dabei gelingt es Ernst Mayr nicht nur, sein scheinbar unerschöpfliches Wissen auszubreiten, sondern es auch überaus interessant zu formulieren, so dass der Leser ihn gerne auf seiner Entdeckungsreise begleitet -- und gerade auch der wissenschaftlich nicht einschlägig vorgebildete Leser.

Seine besondere Überzeugungskraft gewinnt das Werk Mayrs dadurch, dass es eben nicht eine simple Aufreihung altbekannter Zusammenhänge liefert, sondern Ergebnisse der aktuellen Forschung aus den Bereichen von Genetik und Paläontologie miteinbezieht. Das Buch ist stimmig aufgebaut, sinnhafte Leitfragen geben dem Leser Orientierung. Fachtermini sind präzise und nachvollziehbar erklärt, ebenso glänzt das Werk durch eine Fülle klarer Schaubilder und ergänzender Beispieltexte. Ein ausführliches Glossar, eine wirklich aktuelle und umfangreiche Literaturliste sowie kurze Erläuterungen zu häufig gestellten Fragen zum Thema Evolution runden dieses bemerkenswerte Buch des überzeugten Darwinisten Ernst Mayr ab.

Wer sich mit der Evolution auf unserem Planeten, den Fragen nach dem Ursprung des Lebens und den Ursachen für die Entwicklung und Veränderung der vielfältigen biologischen Formen bis hin zur Evolution des Menschen beschäftigen will, kommt an diesem Werk kaum vorbei. --Britta Petersen

Pressestimmen

"...Sich Evolution von Mayr erklären zu lassen heißt, sich dem Schachmeister anzuvertrauen. Seine bahnbrechenden Arbeiten seit den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bestimmen bis heute die biologische Forschung, in der ihm nach dem Tod von Stephen Jay Gould, tatsächlich niemand den Rang streitig machen kann. ...Mayr erklärt schnörkellos und verständlich..." (FAZ-Literaturbeilage, 03.12.2003)
"Einer der bedeutendsten und doch schon 100 Jahre alten Biologen fesselt uns mit der Summe seiner Erkenntnis. Ein Buch, das der Laie in der U-Bahn geniessen kann." (Die ZEIT)
"Kaum ein anderer Wissenschaftler hat sich derart intensiv und über fast 80 Jahre mit dem Wesen und den Vorgägngen der Evolutionsbiologie beschäftigt. (...) Ein mutiges Bekenntnis für aufgeklärte Wissenschaft." (Natur & Kosmos)

Klappentext

"Dieses Buch ist nicht nur ein naturwissenschaftliches Vermächtnis eines der renommiertesten Biologen der Gegenwart, sondern zugleich auch ein zeitgeschichtliches Dokument."
Natur & Kosmos

"Jeder, der sich auch nur im Geringsten für Evolution interessiert, sollte dieses Buch besitzen und lesen. Er wird reich belohnt werden."
Jared Diamond

"Einer der bedeutendsten Biologen fesselt uns mit der Summe seiner Erkenntnis. Ein Buch, das der Laie in der U-Bahn lesen kann."
Die ZEIT -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Ernst Mayr, Ornithologe, Zoologe und Taxonom, geboren am 5. Juli 1904 in Kempten, war einer der herausragenden Wissenschaftler seines Jahrhunderts. Er gilt als einer der vorrangigen Begründer der modernen Synthese aus Genetik und Evolutionstheorie. Der "Darwin des 20. Jahrhunderts" (New York Times) war bis zu seiner Emeritierung Professor des Museum of Comparative Zoology an der Harvard-Universität. Seine Karriere begann er in den Zwanziger Jahren mit der Erforschung der Vogelwelt auf den Pazifik-Inseln, bevor er zum Kurator der berühmten Whitney-Rothschild Collection am American Museum of Natural History berufen wurde. Er veröffentlichte mehr als ein Dutzend Bücher, darunter "Das ist Biologie" (1998), "Die Entwicklung der biologischen Gedankenwelt" (1984) sowie die Standardwerke "Systematics and the Origin of Species" (1942) und "Artbegriff und Evolution" (1967). Ernst Mayr starb am 3. Februar 2005. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

In was für einer Welt leben wir?

Die Menschen hatten wohl seit jeher das Bedürfnis, Unbekanntes oder Rätselhaftes zu erklären. Schon die Überlieferungen der einfachsten Kulturen lassen erkennen, dass man sich Gedanken über Ursprung und Vergangenheit der Welt gemacht hat. So fragte man zum Beispiel: Wer oder was hat die Welt hervorgebracht? Was wird die Zukunft bringen? Wie sind wir Menschen entstanden? Stammesmythen geben auf solche Fragen vielfältige Antworten. Dass die Welt existiert, wurde meist einfach als gegeben hingenommen, und ebenso glaubte man, sie sei immer so gewesen wie gegenwärtig; über den Ursprung oder die Erschaffung des Menschen gibt es aber unzählige Geschichten.
Später versuchten auch Religionsstifter und Philosophen, Antworten auf die gleichen Fragen zu finden. Befasst man sich näher mit ihren Erklärungsversuchen, kann man drei Kategorien unterscheiden: erstens jene, die eine Welt von unendlicher Dauer annehmen, zweitens solche, in denen die Welt unveränderlich und von kurzer Dauer ist, und drittens diejenigen, die von einer sich wandelnden Welt ausgehen.

1. Eine Welt von unendlicher Dauer.
Der griechische Philosoph Aristoteles glaubte, die Welt habe immer existiert. Manche Gelehrten waren überzeugt, diese ewige Welt habe sich niemals verändert und bliebe immer gleich; andere behaupteten, sie mache verschiedene Stadien (»Zyklen«) durch, kehre letztlich aber immer zu einem früheren Zustand zurück. Der Glaube an ein unendliches Alter der Welt war jedoch nie sonderlich beliebt: Offensichtlich bestand immer das Bedürfnis, ihren Ursprung zu erklären.

2. Eine unveränderliche Welt von kurzer Dauer.
Dies war natürlich die christliche Sicht, wie sie in der Bibel dargestellt wird. Sie beherrschte das Abendland im Mittelalter und bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Ihre Grundlage war der Glaube an ein höheres Wesen, einen allmächtigen Gott, der die ganze Welt einschließlich der Menschen geschaffen hat, wie es in den beiden biblischen Schöpfungsgeschichten (der Genesis) beschrieben ist.
Die Lehre, nach der die Welt von einem allmächtigen Gott erschaffen wurde, bezeichnet man als Kreationismus. Ihre Anhänger glauben meist auch, Gott habe seine Schöpfung so weise gestaltet, dass Tiere und Pflanzen aneinander und an ihre Umwelt mit höchster Vollkommenheit angepasst sind. Danach ist in der heutigen Welt noch alles so wie bei ihrer Schöpfung. Zu der Zeit, als die Bibel geschrieben wurde, war das auf Grund der damals bekannten Tatsachen eine völlig logische Schlussfolgerung. Manche Theologen rechneten mithilfe der biblischen Stammbäume aus, dass die Welt recht jung sein müsse - sie wurde demnach im Jahr 4004 v. Chr. erschaffen, das heißt vor rund 6000 Jahren.
Die Lehren des Kreationismus stehen im Widerspruch zu den Erkenntnissen der Naturwissenschaft, und das führte zu Auseinandersetzungen zwischen Kreationisten und Evolutionsforschern. Dieses Buch ist nicht der Ort, ihre Argumente abzuwägen.
Mehr oder weniger ähnliche Schöpfungsberichte begegnen wir in den volkstümlichen Überlieferungen auf der ganzen Welt. Sie kamen dem Bedürfnis entgegen, jene tief greifenden Fragen nach der Welt zu beantworten, die wir Menschen stellen, seit es überhaupt eine Kultur gibt. Noch heute schätzen und bewahren wir diese Geschichten als Teil unseres kulturellen Erbes, aber wenn wir die Wahrheit über die Geschichte der Welt erfahren wollen, halten wir uns an die Naturwissenschaft.

Der Aufstieg der Evolutionslehre

Seit im 17. Jahrhundert die naturwissenschaftliche Revolution begann, fand man immer mehr Widersprüche zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und biblischen Berichten. Deren Glaubwürdigkeit geriet durch eine ganze Reihe von Entdeckungen stärker und stärker ins Wanken. Den ersten Nachweis, dass man nicht alle Behauptungen der Bibel wörtlich nehmen kann, lieferte die kopernikanische Revolution. Anfangs handelte es sich bei der neu entstehenden Naturwissenschaft vorwiegend um Astronomie: Man befasste sich mit der Sonne, den Sternen, Planeten und anderen physikalischen Erscheinungen. Im Lauf der Zeit entstand bei den ersten Naturwissenschaftlern zwangsläufig auch der Wunsch, Erklärungen für viele andere Phänomene in der Welt zu finden.
Nun warfen auch Entdeckungen in anderen Wissenschaftsgebieten neue, rätselhafte Fragen auf. Im 17. und 18. Jahrhundert zeigte sich durch die Arbeit der Geologen, wie ungeheuer alt die Welt ist, und die Entdeckung einer ausgestorbenen, versteinerten Tierwelt erschütterte den Glauben an die Unveränderlichkeit und Dauerhaftigkeit der Schöpfung. Aber obwohl immer mehr Erkenntnisse gegen die Annahme einer unveränderlichen Welt und ihrer kurzen Dauer sprachen, obwohl immer mehr Stimmen in Naturwissenschaft und Philosophie die Gültigkeit der biblischen Geschichte infrage stellten, ja sogar, obwohl der Naturforscher Jean-Baptiste Lamarck 1809 mit einer vollständigen Evolutionstheorie an die Öffentlichkeit getreten war, behielt bis 1859 eine mehr oder weniger biblisch geprägte Weltanschauung die Oberhand, und das nicht nur bei Laien, sondern auch bei Naturwissenschaftlern und Philosophen. Diese Denkweise gab eine einfache Antwort auf alle Fragen: Gott hatte die Welt erschaffen und seine Schöpfung so weise eingerichtet, dass jedes Lebewesen mit höchster Vollkommenheit an seinen Platz in der Natur angepasst war.
Während dieser Übergangszeit der gegensätzlichen Erkenntnisse versuchte man mit allen möglichen Kompromissen, die Widersprüche aufzulösen. Ein solcher Versuch war die so genannte scala naturae, die Große Seinskette, in der man alle Dinge der Welt in einer aufsteigenden Leiter anordnete: Ganz unten standen unbelebte Gegenstände wie Steine und Mineralien, darüber folgten Flechten, Moose und Pflanzen; dann ging es über Korallen und andere niedere Tiere aufwärts zu den höheren Tieren und von ihnen zu den Säugetieren und schließlich zum Menschen. Diese scala naturae änderte sich angeblich nie und spiegelte einfach die Gedanken des Schöpfers wider, der alles in einer Abfolge mit immer höherer Vollkommenheit angeordnet hatte.
Aber schließlich wurde die Erkenntnis, dass die Welt sich ständig wandelt und nicht unveränderlich ist, durch überwältigende Belege so sehr gestützt, dass man sie nicht länger leugnen konnte. Das hatte zur Folge, dass eine dritte Weltsicht vorgeschlagen wurde und sich schließlich durchsetzte.

3. Eine sich wandelnde Welt.
Nach dieser dritten Sicht ist die Welt von langer Dauer und in ständigem Wandel begriffen: Sie macht eine Evolution durch. Es mag uns heute seltsam erscheinen, aber anfangs war die Vorstellung von einer Evolution dem abendländischen Denken fremd. Das christlich-fundamentalistische Dogma übte eine so starke Macht aus, dass es im 17. und 18. Jahrhundert einer langen Abfolge geistiger Entwicklungen bedurfte, bevor der Evolutionsgedanke in vollem Umfang Fuß fassen konnte. In der Naturwissenschaft hatte die allgemeine Anerkennung der Evolutionslehre zur Folge, dass man die Welt nicht mehr nur als den Ort für die Wirkung physikalischer Gesetze betrachten konnte; man musste vielmehr auch ihre Vergangenheit und - noch wichtiger - die beobachteten Veränderungen der Welt des Lebendigen über die Zeit hinweg berücksichtigen. Für diese Veränderungen setzte sich allmählich der Begriff »Evolution« durch.

Was für Veränderungen?

Offensichtlich ist alles auf dieser Erde ständig im Fluss. Manche Veränderungen vollziehen sich sehr regelmäßig. Ein solcher zyklischer Wandel ist der Wechsel vom Tag zur Nacht und wieder zum Tag, der durch die Erddrehung verursacht wird. Das Gleiche gilt für die Gezeitenschwankungen des Meeresspiegels, die durch den Mondzyklus ausgelöst werden. Noch umfassender sind die jahreszeitlichen Schwankungen, die auf den alljährlichen Umlauf der Erde um die Sonne zurückgehen. Andere Veränderungen sind unregelmäßig - die Verschiebungen der tektonischen Platten, die Strenge des Winters in verschiedenen Jahren, nichtperiodische...

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