Ja, es steht drin, was man erwartet, erotische Anekdoten und Details berühmter Persönlichkeiten aus allen Zeiten. Von A wie Konrad Adenauer bis Z wie Émile Zola.
Es ist eine geballte Ladung, was Doubek hier auf über 500 Seiten zusammengetragen hat. Mit den Skandälchen könnte man viele BILD- und Gala-Seiten randvoll füllen. Ich denke, es ist eher ein Buch zum gelegentlichen Blättern. Die Realität hält hier locker mit den einschlägigen erotischen Kurzgeschichten mit - warum soll man nicht gleich dabei sein historisches Verständnis aufbessern und später damit glänzen, à la: "Alexander der Große? War das nicht der, der sein Leben lang seinem Lustknaben treu war?"
Es sind gar nicht immer erotische Höhepunkte. Bei Adenauer etwa ist es eine ganz normale Biografie seines Privatlebens. Viele der vorgestellten Persönlichkeiten hatten ein ganz unspektakuläres Sexleben, wie eigentlich zu erwarten, bis zum Extremfall Woody Allen, der so bieder war, dass ihm in Hollywood ständig die Ehefrauen ausgespannt wurden. Da wird es dann wieder witzig. Heiß her ging es meistens bei Künstlern, Komponisten, Schauspielern und Autoren, und da reihen sich dann Affairen, zerrüttete Beziehungen und Scheidungen endlos aneinander.
Und das ist vielleicht das Problem des Buchs - es auf Dauer recht monoton. Und es sind zu viele Biografien, oft von Leuten, die man gar nicht kennt und deren Privatleben eigentlich nicht interessiert. Die wirklich guten Perlen, etwa ein Julius Cäsar, der mit seiner Kleopatra das antike Rom in Atem gehalten hat, gehen in der Masse unter.