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Das innere Auge: Neue Fallgeschichten
 
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Das innere Auge: Neue Fallgeschichten [Gebundene Ausgabe]

Oliver Sacks , Hainer Kober
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

Leseprobe: Jetzt reinlesen [83kb PDF]
  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 1. Aufl. (15. Januar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498064088
  • ISBN-13: 978-3498064082
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,8 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 96.907 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Oliver W. Sacks
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

«Ich wuchs in einem Haushalt voller Ärzte und medizinischer Gespräche auf – mein Vater und meine älteren Brüder waren Allgemeinärzte und meine Mutter Chirurgin. Viele Unterhaltungen bei Tisch drehten sich zwangsläufig um medizinische Themen, es ging aber nie nur um ‹Fälle›. Ein Patient mochte als Beispiel für diese oder jene Erkrankung erwähnt werden, doch in den Gesprächen meiner Eltern wurden Fälle immer zu Biographien, Geschichten über das Leben von Menschen, die auf Krankheit oder Verletzung, Stress oder Unglück reagierten. So war es vielleicht unvermeidlich, dass auch ich Arzt und Geschichtenerzähler wurde. (…) Als ich mit der Veröffentlichung von Fallgeschichten begann, 1970 zunächst mit Migräne, erhielt ich Briefe von Menschen, die ihre persönlichen Erfahrungen mit neurologischen Erkrankungen verstehen oder kommentieren wollten. Diese Korrespondenz ist in gewisser Weise eine Erweiterung meiner Praxis geworden. Daher sind einige der Menschen, die ich in diesem Buch beschreibe, Patienten; andere haben mir geschrieben, nachdem sie eine meiner Fallgeschichten gelesen haben. Ihnen allen bin ich dafür dankbar, dass sie bereit waren, ihre Erfahrungen mitzuteilen, denn sie erweitern die Grenzen unserer Vorstellung, und es wird sichtbar, was sich oft hinter Gesundheit verbirgt: die komplexen Funktionen und die erstaunliche Fähigkeit des Gehirns, sich angesichts neurologischer Probleme, die wir anderen uns kaum vorstellen können, an Beeinträchtigungen anzupassen und sie zu überwinden – ganz zu schweigen von dem Mut und der Stärke, den inneren Kraftquellen, die die Betroffenen mobilisieren können.»

Über den Autor

Oliver Sacks, geboren 1933 in London, praktiziert als Neurologe und ist der Autor von zehn Büchern, darunter «Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte» und «Awakenings, Zeit des Erwachens». Er lebt in New York City und ist Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Columbia University. Weitere Informationen über seine Arbeit finden Sie auf seiner Homepage www.oliversacks.com.

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24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Buchdoktor HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Audio CD
1985 beschrieb Oliver Sacks in Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte ungewöhnliche und bis dahin kaum beachtete neurologische Krankheitsbilder in Fallgeschichten. Der in England geborene Neurologe beeindruckte durch seine Anteilnahme am Schicksal seiner Patienten und durch sein Talent, medizinische Zusammenhänge einem breiten Publikum verständlich zu vermitteln. Der Tag, an dem mein Bein fortging zeigte den Autor in der Rolle des Patienten, der sich in einem fensterlosen Zimmerchen seinen Ärzten ausgeliefert fühlt. Sacks Sichtweise hat sich seitdem nicht nur durch eigenes Erleben als Patient verändert. Die ungewöhnlichen Krankengeschichten seiner Patienten von damals lassen sich inzwischen durch bildgebende Untersuchungsverfahren (CT, MRT) konkreten Hirnarealen zuordenen.

Mit "Das innere Auge" setzt Sacks Reihe der Patientengeschichten fort. "Vom Blatt spielen", das berührende Schicksal der Pianistin Lilian Kallir, die Noten zwar sehen, aber ihre Bedeutung nicht mehr lesen konnte (musikalische Alexie, Notenblindheit), zeigt Lilians weit über eine bloße Bewältigung ihrer Erkrankung hinausgehende Strategien, um trotz ihrer Behinderung weiter ihren Beruf ausüben zu können.

"Ins Leben zurückgerufen" erzählt von Patricia, die als Folge eines Schlaganfalls einen vollständigen Verlust der Sprache (Aphasie) erlitt. Nach geduldiger Therapie kann Pat, die Frau die nach Ansicht ihrer Töchter 24 Stunden am Tag redete, inzwischen mithilfe ihrer ausdrucksvollen Gestik und eines Bildlexikons erstaunlich intensive Gespräche führen.

Der kanadische Schriftsteller Howard Engel verarbeitete seine Schriftblindheit (Alexie) nach einem Schlaganfall, der die Sehrinde beeinträchtigte, indem er auch seinen Krimihelden Benny Cooperman eine Alexie erleiden lässt. Engel setzt inzwischen zum "Schreiben" Geschichten aus den Bildern in seinem Kopf zusammen; er kann seine Texte selbst jedoch nicht lesen (The Man Who Forgot How to Read).

Oliver Sacks selbst leidet unter einer seltenen Wahrnehmungsschwäche, er ist gesichtsblind (Prosopagnosie) und kann sich nur schwer räumlich orientieren. Gesichtsblindheit, bei der die Betroffenen sich selbst kaum im Spiegel erkennen können, wurde zunächst von anderen als bloße Exzentrik abgetan. Dass Sacks Bruder Markus ebenfalls gesichtsblind ist, (wie auch die bekannte Primatenforscherin Jane Goodall), lässt vermuten, dass die meisten Fälle angeboren und nur wenige erworben sind. 2005 erkrankte Sacks an einem Melanom des Sehnervs. Während der Behandlung musste der Autor sich mit der Entscheidung für die Behandlung der Krebserkrankung mit dem Verlust der Sehfähigkeit des betroffenen Auges abfinden. Der Verlust der Sehfähigkeit eines Auges beeinträchtig die Tiefenwahrnehmung. Gegenstände scheinen dem betroffenen Patienten überraschend entgegenzuspringen oder die Person gießt z. B. den Wein eine Armlänge vom Glas entfernt auf den Boden. Sacks füllte in der Zeit seiner Erkrankung mehrere Tagebücher mit seinem Erlebnissen als Patient. Ängste, Ungeduld, Selbstvorwürfe, Schmerzen, Hilflosigkeit wechseln in seiner minutiösen Selbstbeobachtung miteinander ab. Das abschließende Hörbuch-Kapitel "Das innere Auge" verdeutlicht, warum der Autor so ausführlich von der eigenen Gesichtsblindheit berichtet hat. Ein Gesichtsblinder kann sich anders als andere Erblindete keine Bilder oder Gesichter in Erinnerung rufen. Während andere Blinde ganze Landschaften und auch Farben vor ihrem inneren Auge entstehen lassen, herrscht für einen Gesichtsblinden, der seine Sehfähigkeit verliert, nur Schwärze.

Der Autor setzt sich mit Biografien prominenter Erblindeter auseinander
- Hull: Im Dunkeln sehen. Erfahrungen eines Blinden,
- Zoltan Torey: Out of Darkness,
- Sabriye Tenbirken: Mein Weg führt nach Tibet. Die blinden Kinder von Lhasa,
- On Blindness: Letters Between Bryan Magee and Martin Milligan und
- Suzan R. Barry: Fixing My Gaze: A Scientist's Journey Into Seeing in Three Dimensions.

Suzan R.Barry wurde als Kind wegen ihres Schielens operiert und bemerkte erst mit Ende 40, dass sie zunehmende Probleme beim Sehen hatte. Sie hatte die Welt für das gehalten, was sie wahrnehmen konnte. Erst durch Korrektur mithilfe eines Prismas erkennt Suzan die Kluft zwischen Wissen durch Beschreibung und eigenem Erleben. Im abschließenden Kapitel untersucht der Autor den Einfluss der Erinnerung auf die visuelle Vorstellung und die Prägung unseres Gehirns durch Erfahrung. Er recherchiert, ob bildliche Vorstellungskraft Teil unseres Denkens ist und wie jemand denkt, der über diese Bilder nicht verfügt.

Dem Sprecher Hubertus Gertzen gelingt es in seiner Lesung dem Autor als wissbegierigem, anderen Menschen zugewandten Wissenschaftler eine Stimme zu geben, den Ton nüchterner Arztberichte zu treffen und jüngere Personen lebendig werden zu lassen, aus deren Briefen und Biografien Sacks zitiert.

Oliver Sacks Geschichten lehren uns, wertzuschätzen was anderen fehlt und mit den Augen dieser anderen zu sehen.

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Originalext Das innere Auge: Neue Fallgeschichten
6 CDs
464 min Laufzeit
ungekürzte Lesung
Multibox im Schuber
Booklet mit Einleitung zum Buch, 7 S.
Sprecher: Hubertus Gertzen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Thorsten Wiedau HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Audio CD
Dieses Hörbuch ist sehr speziell und wendet sich an alle Interessierten, welche sich für ungewöhnliche neurologische Fallstudien erwärmen können, ob als Betroffener oder als Mediziner. Das Hörbuch DAS INNERE AUGE von Oliver Sacks versammelt einige sehr interessante Studien zum Thema Sprachverlust und Orientierungssinn, neurolinguistische Neuprogrammierung und visueller Wahrnehmung als Hilfe für das Bewusstsein.

Gelesen von Hubertus Gertzen, welcher für die 6 CDs seine Stimme dem Thema gut anpasste und der eine sowohl sachliche wie auch informative Atmosphäre erzeugen konnte.

Seit seinem Buch Der Mann der seine Frau mit einem Hut verwechselte ist die Wissenschaft und Medizin auf scheinbar hoffnungslose Fälle aufmerksam geworden welche anscheinend im neurologischen Sinn doch nicht so hoffnungslos sind. Oliver Sacks informiert als Forscher über neue Fallgeschichten und zeigt die Einzigartigkeit des Gehirns auf, seine Grenzen aber auch die Möglichkeiten der Reprogrammierung.

Alle Fallgeschichten zeigen das Auf und Ab von neurologischen Erkrankungen auf, die Besserung aber in einigen Fällen auch Verschlechterungen. In allen Fällen zeigen seine Geschichten aber auf das Erkrankte so lange wie möglich in der eigenen Umgebung belassen werden sollten - man sollte sie nie abschreiben sondern kontinuierlich mit Ihnen arbeiten und auch Erfolge der Kranken, seien sie auch noch so klein, anerkennen.

Ein schwieriges und spezielles Thema, dennoch war es interessant hierzu einmal etwas so positives und aufmunterndes zu hören.

Empfehlenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dr. R. Manthey #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Audio CD
Sich fast acht Stunden lang Geschichten über neurologische Erkrankungen erzählen zu lassen, ist sicherlich nicht das Hobby von jedem. Und lustig ist es auch nicht. Doch auch wenn man nicht unbedingt an den Folgen merkwürdiger Erkrankungen des Gehirns interessiert ist, bietet dieses Buch dennoch auch Faszinierendes. Es erzählt nämlich ganz nebenbei viel über die Fähigkeit unseres Körpers, Ausfälle von bestimmten Teilen des Gehirns oder deren Leistung wenigstens teilweise zu kompensieren, wenn diese nicht lebensbedrohlich sind.

Die von Oliver Sacks beschriebenen Fallgeschichten dokumentieren tragische und für die meisten von uns unvorstellbare Verluste neurologischer Funktionen, die wir bei ihrem Vorhandensein so selbstverständlich hinnehmen, wie sie für uns nun einmal sind. Doch was muss in einer bekannten Pianistin vorgehen, wenn sie Noten sieht, aber nicht mehr weiß, was sie bedeuten? Oder in einem Schriftsteller, der seine Texte zwar sieht, sie aber nicht mehr lesen kann. Und wie werden diese Menschen damit fertig?

Manchmal kommen solche Erkrankungen ganz plötzlich, zum Beispiel als Folge eines Schlaganfalls, manchmal vollziehen sie sich schleichend. Doch bei aller Tragik der beschriebenen Fälle zeigt Sacks auch, dass sich der Körper gelegentlich ungeahnte Auswege aus seiner Lage sucht. Deshalb verbreitet dieses Buch auch Hoffnung, denn dort, wo - wie in einem Fall - nach einem Schlaganfall alles zu Ende zu sein scheint, bricht sich das Gehirn trotz verlorener Sprache plötzlich über Gesten und andere Hilfsmittel einen neuen Weg für die Kommunikation mit anderen.

Man lernt eben Fähigkeiten erst dann richtig zu schätzen, wenn man sie plötzlich nicht mehr besitzt. Insofern ist dieses Hörbuch nicht nur ein Bericht über Verluste an Fähigkeiten und deren teilweise erstaunliche Kompensation durch eine Verbesserung anderer Kompetenzen, sondern auch eine Verbeugung vor den imposanten Möglichkeiten unseres Gehirns, die wir glücklicherweise gewöhnlich nicht hinterfragen müssen.

Hubertus Gertzen liest die medizinischen Erlebnisberichte sachlich, aber angenehm.

Fazit.
Ein Buch für Menschen, die sich für neurologische Erkrankungen und/oder die Fähigkeiten unseres Gehirns interessieren. Es berichtet über die Krankheiten und den Alltag der Betroffenen auch aus deren Sicht. Darüber hinaus zeigt es, zu welchen Kompensationen das Gehirn in solchen Fällen fähig ist. Meine Bewertung ist für Menschen gedacht, die an diesem Thema interessiert sind.
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