Das Buch ist exzellent geschrieben. Allerdings dürfte es sich primär an den interessierten Laien wenden, der sich einen ersten Überblick über das Thema verschaffen möchte.
Der Autor macht gleich zu Beginn deutlich, dass Information aus Sicht der Physik noch immer ein ausgesprochen ungenauer, geradezu metaphysischer Begriff ist, weswegen er noch keinen tiefen Eingang in die physikalischen Modelle und Theorien gefunden hat. Er glaubt jedoch, dass sich das ändern wird, schließlich sei dies bei den Begriffen Energie oder Wärme nicht viel anders gewesen.
Bemängeln möchte ich nur ganz wenige Punkte:
1. Es wird zwar die DNA als Medium zur Speicherung biologischer Informationen eingehend diskutiert, nicht jedoch die Evolution selbst. Gemäß dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik kommt es im Universum ständig zu Informationsverlusten (die Entropie kann nur zunehmen), während es sich bei der Evolution um einen informationsgewinnenden Prozess handelt, wie z. B.
Schrödinger und
Eigen deutlich gemacht haben.
2. Die Heisenberg'sche Unschärferelation wird nur am Rande erwähnt. Gerade hier hätte ich mir eine Diskussion der Kernaussagen aus informationstheoretischer Sicht gewünscht.
3. Die Beziehung zwischen Energie und Information wurde mir zu knapp abgehandelt, insbesondere die Aspekte, die sich aus dem Landau-Prinzip heraus ergeben. Wenn Evolution ein informationsgewinnender Prozess ist, dann ist ein solcher gemäß Landau-Prinzip nur auf Kosten einer zunehmenden Entropie in der Umgebung möglich. Eigendynamische Evolutionen abstrakter Objekte (z. B. auf Basis von Memen) wären dann aber grundsätzlich nicht möglich.
Dennoch möchte ich die Lektüre ausdrücklich empfehlen. Für Physiker dürfte möglicherweise vor allem der Abschnitt über die Qubits von Interesse sein.