Ein einfacher Auftrag: Eine seltene Münze soll wiederbeschafft werden. Wahrscheinlich hat die Verwandtschaft von Marlowes Auftraggeberin sich am Safe bedient. Ein Münzhändler hat sich merkwürdigerweise auch schon gemeldet. Eigentlich kein Problem für Marlowe. Aber schon die Auftraggeberin hat etwas Merkwürdiges. Sie ist zwar körperlich gebrechlich, aber im Inneren doch stahlhart. Und sie erzählt nicht immer die Wahrheit, jedenfalls nicht immer die ganze.
Zwei Morde später geht es dann auch noch um Untreue, Schulden, Alkoholismus und weitere Kleinigkeiten. Und so hat Marlowe viel aufzuklären, was ihm am Ende natürlich gelingt. Und zumindest ein unschuldiges Wesen kann am Ende gerettet werden. Aber nicht, bevor Marlowe noch eine weitere Leiche findet.
Unter den Romanen von Chandler ist dies sicher nicht der Höhepunkt, sondern einfach eine weitere, solide geschriebene Story, die die Ansprüche der Fans auf eine weitere Marlowe-Geschichte erfüllt. Es gibt wie immer bissige Dialoge, ein bisschen Weltschmerz und einen Marlowe, der neben seinem Schachspiel und gelegentlichen, harten Drinks ein bisschen zu einsam durch die Welt läuft. Und sich dabei ein paar mehr Schwierigkeiten macht, als es sein müsste. Aber schließlich hat man ja als Detektiv seinen Ehrenkodex.
Höhepunkte des Buches sind sicher die Beschreibung der finsteren, alten Auftraggeberin, Mrs. Murdock, sowie deren Sekretärin Merle und auch die Beschreibung des merkwürdigen Abhängigkeitsverhältnisses zwischen beiden. Auch die Dialoge von Marlowe mit den beiden Damen sind sehr witzig geschrieben. Lakonischer Humor ohne Ende. Die Tatsache, dass Marlowe eine Leiche nach der anderen findet, bis er nicht weiß, wie er das der Polizei erklären soll, ist auch ganz lustig. Der Rest ist eher unterhaltsam.