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Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 28.10.2003
Ziemlich außergewöhnlich findet Rezensent Sebastian Domsch diesen Kriminalroman von Graham Swift. Zwar versammelt Swift alle typischen Elemente des klassischen Krimis, etwa den suspendierten Polizisten und Privatdetektiv, den müden Ermittler kurz vor der Pensionierung, die betrogene Ehefrau, das Messer mit den Blut- und Petersiliespuren und so weiter. Doch - und das ist für Domsch das Besondere - entzieht er sich zugleich allen Genrekonventionen. Nicht die Frage nach dem Täter steht Domsch zufolge im Mittelpunkt, sondern das "Unerklärliche der Tat überhaupt". Deswegen sei der Roman auch nicht als Geschichte mit durchgängiger Handlung angelegt, sondern lasse den Leser unmittelbar an der Erinnerungsarbeit des Privatdetektivs George Webb teilhaben, der sich in Sarah, seine Auftraggeberin, die nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis sitzt, verliebt hat. Insbesondere die "große technische Meisterschaft", mit der Swift das "Protokoll eines gequälten Denkens" schreibt und der "unlösbaren Frage" nachgeht, wie wir unseren Weg wählen, wie und wann wir welche Entscheidungen treffen, hat Domsch beeindruckt. Da Swift das Rätsel zum Prinzip macht und Webb an der Unbegreiflichkeit des Mordes und seiner Liebe zu Sarah verzweifeln lässt, besteht seines Erachtens ein wenig die Gefahr, er könnte am Ende einige Leser, die sich damit nicht abfinden wollten, verlieren.
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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 04.09.2003
Von diesem Buch ist Thomas Steinfeld einfach hingerissen. Er feiert diesen Roman als das "schlichteste, aber auch unglaublichste Buch dieser Saison". Denn eigentlich, so der Rezensent beeindruckt, hat die Geschichte um einen Privatdetektiv, der sich in eine Mörderin verliebt, "alle Requisiten" eines Krimis und erinnert zudem nicht zufällig an den Film "To Have And To Have Not". Und so dauere es nicht lange, bis den Lesern klar werde, wie sich die Geschichte entwickle, und dennoch verliere sie nicht ihre Spannung, meint Steinfeld begeistert. Er rühmt den britischen Autor als "Meister" im Erzeugen dieser Spannung und im Ausschmücken der Frage, wie es zu all dem, was das Buch beschreibt, kommen konnte und bekennt, dass der Plot ihm "zu Herzen" gegangen ist. Besonders gut gefallen hat dem Rezensenten zudem, dass Swift es nicht nötig hat, Bildungszitate im Text hervorzuheben und deshalb weder auf das sich aufdrängende Orpheus-und-Eurydike-Thema noch auf das Todesmotiv, was seiner Geschichte unterlegt ist, herumreitet.
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Pressestimmen
"'Das helle Licht des Tages' ist ... das schlichteste, aber auch das unglaublichste Buch dieser Saison ... ein spannendes Buch, eines, in dem sich von allein die Seiten wenden, eines, das vorangetrieben wird von einem ebenso ruhigen wie mächtigen Strom." Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung, 04.09.03 "Graham Swift macht aus dem gewöhnlichen Leben, der gewöhnlichen Suche nach dem Glück, Weltliteratur." Wieland Freund, Die Welt, 08.11.03 "Abgründe und Brüche sind das Verbindende auf allen Zeitschichten, die Swift mit bewundernswerter formaler Meisterschaft miteinander verknüpft." Stefan Kister, Stuttgarter Zeitung, 24.10.03 "Graham Swifts zauberhafter Detektivroman erzählt von einer ungewöhnlichen Liebe." Christoph Schröder, Frankfurter Rundschau, 26.11.03 "Swift erzählt auf seine unaufdringliche Weise. Seine Kunst liegt im Belauschen der Stille. Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.03 "Bei Graham Swift liegt eine Spannung im Raum. Die Dinge sind nicht bloß Dinge, sie bekommen unter dem Blick dieses Autors eine Bedeutung. Ein Licht erhellt Gegenstände nicht nur, es läd sie auf mit einer Aura des Geheimnisses...Graham Swift gehört zu den besonderen Erzählern der britischen Gegenwartsliteratur." Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten, 03.01.04 "Es gelingt Swift den Erzählstrom aufzustauen und die Spannung ins Unerträgliche zu steigern. Obwohl der Fall doch eigentlich klar ist." Brigitte, 26.11.03 "Die besten Geschichten schreibt eben nicht das Leben, sondern die Literatur." Thomas Wegmann, Der Tagesspiegel, 07.11.03