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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Packender Roman über eine schillernde Persönlichkeit der europäischen Geschichte,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das grosse Spiel (Gebundene Ausgabe)
Mit John Law of Lauriston hat sich Claude Cueni eine schillernde und interessante Persönlichkeit der europäischen Geschichte als Hauptfigur für seinen historischen Roman "Das große Spiel" ausgewählt, die bisher noch wenig in diesem Genre (mir ist sonst lediglich Janet Gleesons historischer Roman "Der Mann, der das Geld erfand" bekannt) beleuchtet wurde.John Law of Lauriston, geboren Anfang des 17. Jhdts. in Edinburgh, war Sohn des Innungsmeisters der Goldschmiede von Edinburgh und Geldverleiher William Law. Nach dem frühen Tod seines Vaters ging John Law nach London, wo er zunächst als Frauenheld und Spieler bekannt wurde. Beim Spiel machte er sich seine hervorragenden mathematischen Kenntnisse und Fähigkeiten zu nutze, indem er Gewinnchancen im voraus kalkulierte. Verstrickt in eine Intrige der Mätresse Charles II., Elisabeth Villiers, wurde er von Beau Wilson, einer stadtbekannten Persönlichkeit, zum Duell gefordert, und in Folge des Duells wegen Mordes angeklagt und zum Tode verurteilt. Mit Unterstützung konnte John Law fliehen und suchte in verschiedenen europäischen Ländern Exil, wo er sich an den Spieltischen der besseren Gesellschaft über sein mathematisches Talent in kurzer Zeit ein Vermögen erspielte. Die große Liebe seines Lebens wurde die unglücklich verheiratete Lady Catherine Knowles, mit der Law im Exil zusammen lebte und Kinder bekam. Zu dieser Zeit erfand er eine Geldtheorie und ein Finanzsystem, das er beständig weiterentwickelte, während er in Schottland und Italien versuchte seine Finanzideen umzusetzen. Erst in Frankreich, wo er sich 1714 niederließ, bekam er, gestützt durch den Regenten Philippe d'Orléans, die Möglichkeit dazu, da Ludwig IX. durch langwierige und kostspielige Kriege, seinen aufwendigen Hof und den Bau des Schlosses Versailles die französischen Staatsfinanzen in einen desolaten Zustand gebracht hatte. So erhielt Law 1716 die Erlaubnis zur Gründung der Banque Générale und der Einführung des Papiergeldes in Frankreich. 1717 wurde die Mississippi-Kompanie gegründet, die ein staatliches Monopol für den Handel mit Louisiana erhielt, zur Finanzierung wurden Aktien emittiert. Das große Spiel nahm seinen Lauf und eine Zeit des wirtschaftlichen Erfolgs setzte ein, in der soziale Schranken durchbrochen wurden. Aus verschiedenen Gründen geriet das System im Mai 1720 vollständig außer Kontrolle. Der erste Börsencrash der Geschichte setzte ein. John Law musste fliehen und war als einst reichster Mann der Welt in Kürze vollkommen überschuldet. Seine Ideen gab er aber niemals auf... Claude Cueni führt John Law zunächst als unbeständigen, charakterschwachen Hasardeur und angeberischen Draufgänger ein, der in seiner Persönlichkeit zwar durchaus faszinierend ist, aber deutliche Schwächen hat. Erst im Laufe des Romans zeigt sich dem Leser, daß John Law eher verkanntes Genie, hervorragender Geldtheoretiker und Finanzier als Glücksspieler ist. Die Facetten seiner Hauptfigur arbeitet der Autor nicht nur über dessen Karriere heraus sondern auch über die Beziehungen zu seiner Frau, seinem Bruder und seiner Mutter. Als Nebenfiguren tauchen interessante Charaktere, wie Daniel Defoe oder Lieselotte von der Pfalz auf. Erzählerisch gelingt es Claude Cueni nicht nur das schillernde Leben von John Law spannend zu beleuchten sondern auch seine finanzwirtschaftlichen Theorien einfach und verständlich einzuarbeiten, so dass niemals der Eindruck lehrbuchhafter Passagen entsteht. Dabei ist Cuenis Sprache direkt und schnörkellos. Vor allem gelingt dem Autor das Kunststück, den Leser von Beginn an zu fesseln; der Leser ist bereits mit der ersten Seite "mitten im Buch", ein Einlesen entfällt vollständig. Leider hat Claude Cueni einige durchaus wesentliche Ereignisse im Leben John Laws und der tatsächlichen Geschichte verändert, was meines Erachtens dramaturgisch nicht notwendig gewesen wäre. Eine diesbezüglich Angabe in einem Nachwort oder Anhang zur Trennung von Fiktion und Realität fehlt bedauerlicherweise. Dennoch führt dieser Mangel für mich nicht zu einer Abwertung dieses historischen Romans, denn Claude Cueni hat es geschafft, ein eigentlich trockenes Thema so mitreißend und packend zu verarbeiten, daß er beim Leser Interesse, Begeisterung und Neugier weckt und damit zur Eigenrecherche über das tatsächliche Geschehen motiviert. "Das große Spiel" ist ein überaus spannender und lehrreicher historischer Roman über John Law of Lauriston, der seinen Lesern die Entstehung unserer heutigen Finanzsysteme auf unterhaltsame Weise nahe bringt, selbst wenn man sich bisher nie für Finanzfragen interessiert haben sollte. Trotz seiner inhaltlichen Unkorrektheiten ist der Roman wegen der fesselnden Darstellung sehr empfehlenswert. Ich werde mir sicher auch Claude Cuenis früheren historischen Roman "Cäsars Druide" zulegen, in der Hoffnung, dass dieser genauso mitreißend ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Jahrhundert-Werk!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das grosse Spiel (Gebundene Ausgabe)
Dieser Roman ist ein absolut gelungenes Werk, der beste, den ich seit dem Medicus gelesen habe!Man fängt an zu lesen und möchte das Buch nicht mehr weglegen. Man bekommt einen lebendigen Eindruck von den Anfängen der - ich möchte fast sagen, der Zivilisation. Als ganz Europa von Kriegen gebeutelt wird, Millionen Menschen an Hunger und Kälte sterben, die Kindersterblichkeit bei 80 Prozent liegt, überall Pest und ähnliches wüten (Sogar in Städten wie London wurden die Nachttöpfe einfach aus dem Fenster auf die Straßen entleert, die sanitären Anlagen von ganz Versailles bestanden aus gerade mal 300 Nachttöpfen) und niemand Arbeit findet, weil es einfach kein Geld mehr zum Bezahlen gibt, da alles verfügbare Metall für Kanonen verbraucht war - in dieser Zeit hat ein Mann eine Vision, wie er ganz Europa aus dieser Misere führen kann: Durch die Einführung von Papiergeld. Man wird schon fast schwindelig bei dem Gedanken, wie es heute in unserer Welt aussehen würde, hätte es diesen einen Mann nicht gegeben, der wieder und wieder versucht hat, eine Regierung nach der anderen für seine Idee zu gewinnen und es schließlich im völlig am Boden liegenden bankrotten Frankreich geschafft hat. Ich werde noch oft an John Law denken, wenn ich einen Geldschein in die Hand nehme. Es ist, als würde man die Geschichte selber durchleben. Die dreckigen Städte, die Armut, aber auch die Orgien der Reichen oder die Begegnungen mit anderen bekannten Größen wie dem Autor von Robinson Crusoe, Daniel Defoe (Im Original findet sich eine Widmung an Law) oder Montesquieu, der einen Bericht über Law im Auftrage des französischen Hofes verfasste. Danke, John Law, für Ihren Beitrag in der Welt, auf dem sich unser heutiger Wohlstand begründet! Danke, Claude Cueni, für das wohl am besten recherchierte Buch, das ich je gelesen habe und bei dem ich so oft bestürzt, erstaunt, erregt und gespannt war, aber oft auch wegen Ihres feinsinnigen Humors, mit dem Sie schreiben, lauthals gelacht habe. Genial! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Dran bleiben! Visionen spielerisch zum Leben erwecken.,
Von Alsda Bücherwurm (Innerschweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das grosse Spiel (Gebundene Ausgabe)
Claude Cueni stellt uns in einem grossartigen Roman John Law vor, einen schottischen protestantischen Mathematiker, Logiker, Glücksspieler, Lebemann, Visionär. John Law erscheint uns als lebhaftiger, gern gesehener Edelmann, von dem sich die Leute in ganz Europa bei einer Partie Pharao gerne das Geld aus der Tasche nehmen lassen. Denn immer ist da Weisheit und Klugheit und die Vision vom blühenden Staat mit florierendem Handel und voller Beschäftigung mit im Spiel.Alles aktuelle Themen. Und weil unser John Law of Lauriston ein Leben lang Ueberzeugungsarbeit leisten muss, beginnen wir am Rande einer lebhaften Geschichte durch London, Amsterdam, Venedig und Paris selbst etwas über Staatsfinanzen, Börsenwesen und Inflation zu verstehen. Schlussendlich waren es die Franzosen, bei denen er sein System ausprobieren konnte. Es wäre alles gut gelaufen, wenn der Herr Regent nicht die Druckpresse zu viel betätigt hätte. Das der Hauptfaden. Und hineingewoben ist die unglaubliche Geschichte einer unehrenhaften Liebe mit einer verheirateten Frau, Szenen von Vertrauen und dessen Verlust, Episoden mit Neidern, Intriganten und dem lieben Gevater Tod. Es überwiegen das Fröhliche, das Leichte und die grosse Idee, welche John ein Leben lang verfolgt. Ich freue mich auf den Film! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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